Ausschlafen? Nix da!

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Pralle Sonne, 30 Grad und dazu noch Sommerferien: Die perfekte Woche für’s Schwimmbad! Aber nicht für jeden: 34 Schüler aus NRW und Umgebung sind so wissbegierig und vor allem an Technik interessiert, dass sie das sogar in ihren Ferien ausleben wollen. Sie campen vom 28. Juni bis zum 3. Juli auf dem Campus der TU Dortmund und erhalten dabei einen Einblick in die Welt der Ingenieurwissenschaften.

Wie wird eigentlich ein Roboter programmiert? Wie baut man ein Katapult? Oder wie können Metallprodukte hergestellt werden? Genau mit solchen Fragen beschäftigen sich 25 Jungen und neun Mädchen bei der Erlebniswoche „Do-Camp-Ing“. Eine Woche lang erhalten sie die Chance, einen Einblick in ingenieurwissenschaftliche Studiengänge und das Studentenleben zu bekommen. Übernachtet wird in Feldbetten in einem großen Zelt direkt auf dem Campus der Universität.

Aber Ausschlafen und gemütlich Liegenbleiben ist nicht. Bereits um kurz vor 8 Uhr klingelt der Wecker, Frühstück in der Food Fakultät steht an und um 9 Uhr geht es in verschiedene Projekte. An welchem Projekt genau die Oberstufenschüler teilnehmen, konnten sie sich selbst aussuchen. Ein breitgefächertes Angebot: sechs Projekte aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Wer sich für Maschinenbau interessiert, der hat die einmalige Chance, ein Katapult aus Holz zu bauen. Außerdem wird genau berechnet, wie weit und hoch Geschosse eigentlich fliegen können. Die Knobler sind bestens im Informatik-Bereich aufgehoben: Dort programmieren sie künstliche Intelligenzen, um ein Computerspiel zu besiegen.

Für die ganz kreativen Tüftler

Im Bereich der Elektrotechnik werden Lego-Roboter mit Sensoren, Motoren und sogar Funkkameras gebaut. Diesen werden Strategien und Taktiken beigebracht, damit sie selbstständig fahren und Hindernissen ausweichen können. Für die ganz kreativen Tüftler ist auch was mit dabei: Sie können Projekte aus Metall herstellen. Durch verschiedene Biege- und Umformtechniken entstehen persönliche Unikate, CD-Ständer oder Stiftehalter, die die Schüler mit nach Hause nehmen dürfen. Außerdem entwickelt eine Gruppe ein „Limometer“, das anhand eines Pfeiftons anzeigt, wie voll eine Flasche ist.

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Die Teilnehmer (v.l.): Angelo Baumgarten, Fabian Henke, Alina Schlosser, Barbara Lütkenhaus, Marie Joachimsmeier. Alle Fotos: Kathi Liesenfeld

Wen neben den vielen Techniksachen auch noch Kunst interessiert, der ist bei dem Projekt „Art meets Hightech“ gut aufgehoben. Die Schüler haben Bilder von sich gemacht, diese werden in Silizium geätzt und so entsteht eine Mikrogravur. An diesem Projekt nehmen fünf der Schüler teil. Betreut werden sie von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Lars Baudzus. Zusammen arbeiten sie mit ihm in einem sogenannten Reinraum. Ein Raum, in dem alles steril ist, sogar die Luft.

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Reinigen der Glasplatte.

Für viele ist zwar schwer vorstellbar, warum ein Camp dem Faulenzen in der Sonne bevorzugt werden soll, aber für Fabian Henke ist „Do-Camp-Ing“ eine tolle Erfahrung. „Ich bin mir noch nicht sicher, was ich studieren möchte. Hier treffen wir auf Studierende, berufstätige Ingenieure und Universitätsmitarbeiter. So bekommen wir einen Einblick in verschiedene Studiengänge, vor allem in den Bereich der Naturwissenschaften.“

Allerdings bietet das Camp mehr als nur das. Schließlich sind ja Ferien, wenn Ausschlafen schon nicht drin ist, darf wenigstens ein buntes Programm nicht fehlen: Sport, Musik und Ausflüge kommen also ebenfalls nicht zu kurz. Aber was natürlich als „richtiger Student“ ganz oben steht: das gute Mensaessen, etwas Entspannung und vor allem Spaß an dem was man tut. Das weiß auch Studienberaterin Seuk-Young Jang: „Uns ist es vor allem wichtig, dass die Schüler eine abwechslungsreiche, spannende Woche haben. Zusätzlich ist es eine super Chance, den Campus und die einzelnen Fachbereiche kennenzulernen. All das soll ihnen helfen, sich bei der Studienenwahl zu entscheiden. Diese Woche sollen die Schüler nutzen, um sich einfach mal auszuprobieren. Aber sie sollen vor allem möglichst viel Spaß an der Sache haben.“

Am Ende der Woche werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen den anderen Camp-Teilnehmern und einer Jury präsentiert. Dabei geht es aber nicht darum, wer das beste Ergebnis liefert, sondern einfach nur darum zu zeigen, dass Ferien auch sinnvoll genutzt werden können und das sogar mit jeder Menge Spaß.

Teaserbild: Kathi Liesenfeld

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