Afro-Ruhr-Festival: Liebe pur

Es ist schwül, Menschen in bunten Gewändern knabbern an frittierten Kochbananen, während im Hintergrund Trommeln den Ton angeben: wie in Afrika. Doch dann spürt man plötzlich den Regen, der ununterbrochen die Erde aufweicht, und man weiß wieder, wo man ist: In Deutschland, genauer im Fredenbaumpark in Dortmund. Vom 29. Juni bis 1. Juli  vibrieren hier die alterwürdigen Eichen zu den Beats des Afro-Ruhr-Festivals.

Bunte Farben und neue Frisuren sind auf dem Afro-Ruhr-Festival angesagt. Foto: Miriam Grün

Bunte Farben und neue Frisuren sind auf dem Afro-Ruhr-Festival angesagt. Foto: Miriam Grün

Organisiert wird die Open-Air-Veranstaltung von Africa Positive, dem Verein um Veye Tatah: „Unser Ziel ist es, durch Spaß und Spiel den Menschen Afrika näher zu bringen”, sagt die Firmengründerin, die das Festival nun zum dritten Mal auf die Beine stellt. „Im Ruhrgebiet gibt es so eine große Vielfalt an Nationen.

Deswegen ist hier der perfekte Ort, um ein Festival anzubieten, bei dem viele Afrikaner aus unterschiedlichen Ländern zusammenkommen können.“ Das Festival ist aber nicht nur für Afrikaner ausgerichtet, sondern steht unter dem Motto „Dialog und Völkerverständigung“. So tummeln sich zwischen den Ständen im Fredenbaumpark auch Menschen aus allen Länder.

An den vielen Ständen gab es bunte Kleidung zu kaufen. Fotos: Miriam Grün

An den vielen Ständen gibt es bunte Kleidung zu kaufen. Fotos: Miriam Grün

Eine Tageskarte kostet 4 Euro, Kinder unter 12 Jahren kommen kostenlos auf das Gelände. Hier wechselt sich ein bunter Basar aus Kleidern, Schmuck und Büchern ab mit informativen Ständen von Vereinen. Letztes Jahr haben sich circa 2000 Besucher unter den Bäumen versammelt. „Das Festival wird von Jahr zu Jahr populärer“, sagt Veye Tatah. Das mag auch an dem vielfältigen Musikprogramm liegen, das auf zwei Bühnen parallel stattfindet. Neben Künstlern wie Lino Versace und Gabriele Mendes heizen zum Beispiel die DJs Funkhaus Europa Soundsystem dem deutschen Sommer mächtig ein.

Stimmung in der Festivalgemeinschaft

Den Einstieg machte die Band African Footprints International am Freitagabend. Die dynamische Gruppe besteht aus europäischen und afrikanischen Musikern, die für mehrere Monate durch Europa touren und vorwiegend afrikanische Songs spielen. Mehrere Trommler, Bläser und tanzfreudige Sänger bringen Stimmung in die Festivalgemeinschaft.

Organisiert wird der Austausch von einem Verein mit Sitz in Dänemark. Akwasi Aboagye ist für diese intensive Zeit aus Ghana angereist. „Ich liebe es einfach zu trommeln“, sagt der 31-Jährige. „Am liebsten möchte ich nichts anderes machen.“

Das Brautpaar Milbeso verbringt seinen Hochzeitsabend auf dem Afro Ruhr Festival. Foto: Miriam Grün

Das Brautpaar Milbeso verbringt seinen Hochzeitsabend auf dem Afro-Ruhr-Festival. Foto: Miriam Grün

Doch nicht nur tanzen, sondern auch schnuppern ist auf dem Afro-Ruhr-Festival lohnenswert. Der Geruch von würzigem Fleisch und Erdnuss-Soße hängt zwischen den Ästen. Leckere Kochbananen und Teigtaschen stapeln sich in den Kochzelten. Und auch sonst ist „Schnuppern“ erwünscht: Man kann klettern, in Lesungen reinhören, neue Frisuren oder eine Runde mit dem Safarizug ausprobieren.

Das frisch vermählte Brautpaar Milpeso verbringt seinen Hochzeitsabend auf dem Afro-Ruhr-Festival. Sambusa und Reggae in der Hochzeitsnacht? Ursula Milpeso lacht und erklärt: „Wir sind direkt vom Standesamt hierher, um mal richtig abzudancen. Bei dieser Musik kann bestimmt keiner still sitzen. Das ist doch Liebe pur.“

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