Stromversorgung der TU Dortmund

Beim Thema Stromrechnung gibt es oft lange Gesichter. Nachzahlungen sind selten toll. Doch egal, was für ein Loch die letzte Abrechnung auf eurem Konto hinterlassen hat – die Stromrechnung der Uni Dortmund kann das garantiert toppen.

Die Bibliothek hat momentan bis ein Uhr Nachts geöffnet / Foto:C.Hahn

So lange hier gelernt wird, brennt auch das Licht. Foto:C.Hahn

Die Bibliothek, die Mensa und euer Laptop in der Vorlesung – das sind nur ein paar der Stromfresser der TU Dortmund. Die Dortmunder Uni hat einen jährlichen Stromverbrauch von 24 Millionen Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein Einpersonen-Haushalt verbraucht im Durchschnitt jährlich 1.600 Kilowattstunden. Mit dem Stromverbrauch der Uni könnte man also 15.000 kleine Wohnungen ein Jahr lang mit Energie versorgen.

Trotz des hohen Gesamtverbrauchs sieht die Stromrechnung eigentlich noch ganz gut aus: Rund 1,7 Millionen Euro werden jährlich für die Stromversorgung fällig. Das ist relativ wenig, denn die TU Dortmund versorgt sich zu einem großen Teil selbst mit Strom: Von den 24 Millionen Kilowattstunden Gesamtverbrauch werden nur 10 Millionen eingekauft und der Rest kommt aus einem Blockheizkraftwerk der Uni. „Das Blockheizkraftwerk wird mit einem Gasmotor betrieben und hat einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent. Im Klartext heißt das: 90 Prozent des eingesetzten Gases werden in tatsächlich nutzbare Energie umgewandelt“, sagt Elmar Middeldorf, Abteilungsleiter der Elektro- und Anlagentechnik der TU Dortmund.

Heizung und Klimaanlage

Schon in der Schule lernt man: Bei der Erzeugung von Energie entsteht auch immer Wärme. Diese wird im Winter zum Heizen gebraucht, im Sommer wird das Ganze mit sogenannten Absorptionskältemaschinen in Kälte umgewandelt. Hörsäle und Laborräume können so im Sommer klima- und kontofreundlich gekühlt werden.

700 Lampen und der Mathe-Tower erhellen jede Nacht den Campus. / Foto: C.Hahn

700 Lampen und der Mathe-Tower erhellen jede Nacht den Campus. Foto: C.Hahn

Wer am Wochenende im tiefsten Winter im Seminar sitzt und friert, sollte sich an den Prof wenden: Denn er ist dafür zuständig, dass zu seinen Seminarzeiten die Heizung läuft. Hat er das vergessen, bleibt wohl nur der Ausweg, sich warme Gedanken zu machen. Denn am Wochenende wird die Heizung an der Uni heruntergefahren, sodass die Raumtemperatur kühle 16 Grad beträgt.

Steigender Stromverbrauch

„Wir beobachten seit ein paar Jahren einen moderat steigenden Strombedarf. Natürlich muss man berücksichtigen, dass die Uni immer größer wird. Alles in allem ist der Verbrauch aber okay“, sagt Elmar Middeldorf.

Und das obwohl es an der Uni immer mehr stromfressende Technik gibt: Im Büro laufen immer mehr Geräte über Strom und auch der zunehmende Service der Uni kostet Geld. Wenn die Bibliothek bis ein Uhr in der Nacht offen ist, muss sie natürlich auch beleuchtet werden.

Doch einige von uns tragen in besonderer Weise zu den 24 Millionen Kilowattstunden Gesamtverbrauch der Uni bei: Ein Notebook verbraucht pro Stunde ca. 100 Watt, also circa eine Kilowattstunde für zehn Stunden Laufzeit. Je nachdem, wie oft man in der Uni den Laptop dabei hat, kommt man auf bis zu 50 Kilowattstunden im Jahr pro Student. Beim aktuellen Strompreis, den die TU Dortmund zahlt, sind das 8,50 Euro im Jahr pro Student.

Darf der das?

Studieren heißt heute vor allem, gut vernetzt zu sein. / Foto: C.Hahn

Studieren heißt heute vor allem, gut vernetzt zu sein. / Foto: C.Hahn

Rechtlich gesehen, ist das Stromtanken an der Uni kein großes Problem: Zwar gibt es den Paragrafen 248c StGB, der die Entziehung elektrischer Energie unter Strafe stellt, aber: „Die Universität weiß, dass Studenten ihre Laptops aufladen. Da sie es nicht erst seit gestern tun, liegt eine langjährige Übung vor. Und wenn die Universität das weiß und nichts dagegen unternimmt, erklärt sie sich damit einverstanden. Juristisch gesehen ist das eine gewohnheitsrechtliche Einwilligung“, sagt der Jurist Uwe Verhoeven. Im Klartext heißt das: Auch wenn Studenten nach Paragraph 248c StGB Stromklauer sind, ist die Tat nicht rechtswidrig, weil die Uni nichts dagegen unternimmt.

Doch wer ist hauptsächlich für die 24 Millionen Kilowattstunden im Jahr verantwortlich? Pauschal lässt sich das nicht sagen, aber „ein hoher Verbrauch ist immer da, wo viele Laborräume sind. Die Fakultät der Bio- und Chemieingenieurwesen braucht mehr Strom als die Geisteswissenschaften, das ist klar.“, sagt Elmar Middeldorf. Klar ist auch, dass sich mit der Technik das Studium als solches verändert hat: „Bildet Netzwerke!“, rät mancher Karriereberater und bringt das Studium 2010 auf den Punkt. Denn gut vernetzt zu sein ist heute das A und O, ob nun on- oder offline – aber auf jeden Fall immer unter Strom.

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