Kino-Tipp: The Hangover 3

Was gehört zu einem gelungenen Junggesellenabschied? Eine Feier, viel Alkohol und eine geile Location. Was gehört zum Morgen danach? Ein Filmriss, ein Baby oder wahlweise auch ein Tier und ein verlorener Kumpel. Das waren zumindest die bisherigen Grundzutaten für die Hangover-Filme von Todd Phillips. Für den letzten Teil der Trilogie setzt der US-amerikanische Regisseur auf ein anderes Rezept.

Der letzte Teil der Trilogie kommt am 30. Mai. in die Kinos. Quelle: Warner Bros.

Der letzte Teil der Trilogie kommt am 30. Mai. in die Kinos. Quelle: Warner Bros.

Der tollpatschige und sehr infantile Alan Garner (Zach Galifianakis) hat es im dritten Teil von „The Hangover“ nicht leicht. Erst kauft er eine Giraffe, die bedauerlicherweise auf dem Highway verunglückt und eine Massenkarambolage auf der Autobahn auslöst. Dann verabschiedet sich sein Vater vom Leben. Schließlich lässt sich Alan von seinen Kumpels Doug (Justin Bartha), Phil (Bradley Cooper) und Stu (Ed Helms) überreden, sich in eine Nervenklinik einzuweisen. Alle vier fahren mit dem Auto zur Klinik. Doch dass die Kumpels dort nie ankommen werden, ist vorhersehbar.

Das Wolfsrudel ist zum letzten Mal unterwegs. Quelle: Warner Bros.

Das Wolfsrudel ist zum letzten Mal unterwegs: Alan, Phil und Stu (v.li.). Quelle: Warner Bros.

Anders als die Vorgänger von Hangover III, fängt die Geschichte nicht mit einer ausgelassenen Feier an, sondern mit einer Beerdigung.  Es gibt also keinen „Morgen danach“ und auch keinen Filmriss, der so charakteristisch für die Filme war. Dieses Mal rückt Alan, der das „Wolfsrudel“ wieder mal in ein riesiges Chaos stürzt, komplett in den Vordergrund. Es dreht sich alles um die Frage: Wie zum Teufel kriegt er sein Leben endlich mal in den Griff?

Wiedersehen mit alten Bekannten

Im dritten Teil setzten die Macher auf bekannte Gesichter. Alte Figuren wie der asiatische Schwerkriminelle Lesley Chow (Ken Jeong), der „schwarze Doug“ aus dem ersten Teil, Stus Stripperin-Ex-Frau Jade und ihr Sohn Tyler aka „Carlos“ tauchen wieder auf – für richtige Gags sorgen sie allerdings leider nicht. Das Wiedersehen mit der mittlerweile ehemaligen Stripperin Jade plätschert vor sich hin und langweilt eher. Nur das erneute Zusammentreffen von „Carlos“ (Ihr erinnert euch? Das Baby aus Teil I mit der Riesen-Sonnenbrille?) und Alan sorgt für einen kleinen nostalgischen Moment, der beinahe zu Tränen rührt.

Alte Bekannte tauchen in Hangover III auf. Quelle: Warner Bros.

Alte Bekannte tauchen in Hangover III auf, zum Beispiel Lesley Chow. Quelle: Warner Bros.

Das Problem der Kumpels in diesem Hangover-Teil ist nicht, dass sie nicht wissen, was letzte Nacht passiert ist. Nun haben sie einen konkreten Plan. Ja, man könnte schon sagen: Sie haben eine Mission! Ein Gangster namens Marshall (John Goodman) möchte, dass das „Wolfsrudel“ den untergetauchten Lesley Chow aufspürt und diesen zu ihm bringt, da er noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Als Pfand schnappen sich Marshall und seine Gefolgschaft Doug – wen sonst? Um ihn zu retten, führt der Weg von Alan, Phil und Stu nach Mexiko und letztendlich kehrt das Wolfsrudel dahin zurück, wo alles begann: Las Vegas!

Rückblenden der anderen Art

Einer Sache ist Todd Phillips in seinem dritten Hangover-Film zumindest sporadisch treu geblieben: den Rückblenden. Dieses Mal beziehen sie sich aber auf die ganze Hangover–Reihe. Kleine, unscheinbar erscheinende Szenen aus den anderen Hangover-Teilen mutieren plötzlich zu Schlüsselszenen und geben „dem Ganzen“ einen Sinn. Ob das nötig gewesen wäre, sei dahingestellt.

Der dritte Teil verströmt eine leicht düstere Atmosphäre. Hier und da versucht der Film ernstere Töne anzuschlagen – insgeheim sorgt man sich als Zuschauer sogar zwischenzeitig um Tollpatsch Alan. Die Darsteller des Wolfrudelkerns Bradley Cooper, Zach Galifianakis und Ed Helms hingegen scheinen sehr viel Spaß an den Dreharbeiten gehabt zu haben. Sie spielen ihre Rollen gewitzt und authentisch, wie man sie in den anderen Hangover-Teilen kennen gelernt hat.

Guter Abschluss einer Trilogie

Fans von Hangover werden im letzten Teil der Trilogie mit einem neuen Konzept zurecht kommen müssen, was aber durchaus gelingen kann. Denn auch das neue Konzept birgt viele neue Momente zum Dauerlachen. Enttäuschend ist der Film nicht: Wie gewohnt kann man bei vielen makabren Gags intuitiv lachen und anschließend ein schlechtes Gewissen haben. Auf jeden Fall ist es insgesamt ein würdiges Ende einer Kumpel-Komödie – jedoch ohne Katerstimmung.

Wichtig: Im Nachspann erwartet die Kinobesucher wie in den Vorgängerfilmen eine kleine Überraschung. Also sitzen bleiben!

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