Interview: „Qualität geht in der Mensa vor dem Preis“

Der ewige Kampf zwischen Preis und Qualität – auch das Studentenwerk Dortmund ist ihm ausgesetzt und muss versuchen, das Gleichgewicht von gutem und bezahlbarem Essen zu finden. Für Christian Puslednik, Abteilungsleiter der gastronomischen Betriebe vom Studentenwerk Dortmund, ist klar, auf welchem der beiden Kriterien der Schwerpunkt liegen muss. Christian Puslednik im Interview über Zulieferer, Qualität und steigende Preise.

Christian Puslednik leitet die gastronomischen Betriebe des Dortmunder Studentenwerks. Foto: Studentenwerk

Christian Puslednik leitet die gastronomischen Betriebe des Dortmunder Studentenwerks. Foto: Studentenwerk

Herr Puslednik, wie wichtig ist für Sie als Studentenwerk der Preis des Mensaessens?

Sehr wichtig. Wir haben eine Klientel, die meist nicht sonderlich viel Geld zur Verfügung hat, deshalb versuchen wir, die Mensapreise so günstig wie möglich zu halten. Das ist auch der soziale Auftrag, den wir den Studierenden gegenüber haben.

Wie teuer darf höchstens das Tagesgericht sein?

Maximal 1,80 Euro. Dazu gehören noch Dessert und Salatbeilage.

Sind sie glücklich mit dem Preis?

Ich finde den Preis sehr, sehr gut. Für das, was wir an Leistung bringen und das, was wir im Angebot haben, ist das ein hervorragendes Preis/Leistungs-Verhältnis.

Wenn Sie sich entscheiden müssten: Qualität oder niedrige Preise – was wäre Ihnen wichtiger?

Definitiv die Qualität. Es kann nicht sein, dass wir unseren Kunden aus Kostengründen eine niedrigere Qualität bieten. Ob Gemüse oder Fleisch, wir arbeiten nur mit Lieferanten zusammen, von denen wir erwarten können, qualitativ hochwertige Ware zu erhalten. Wir würden nicht auf günstigere Angebote reagieren, wenn wir den Zulieferer nicht kennen. Wichtig sind außerdem die Regionalität der Anbieter und eine gewisse Transparenz ihrerseits, damit wir auch wissen, woher die Zulieferer ihre Waren erhalten.

Welchen Preis darf diese Qualität denn haben?

Letztendlich entscheidet das der Student. Das heißt: Der Einkaufspreis muss in den Rahmen unserer Verkaufspreise passen. Wir wären aber eher bereit, die Preise anzupassen als dafür Abstriche bei der Qualität machen zu müssen. Beim Tagesgericht mit dem Verkaufspreis von einem Euro kann der Wert auch schon mal bei 80-90 Cent liegen.

Was denken Sie: Wie viel sind Studenten bereit, für das Mensaessen zu zahlen?

Ich glaube, solange die Preise subventioniert werden und das teuerste Gericht im Mensasegment im Durchschnitt bei 2,35 Euro liegt, dass eine Steigerung auf 2,50-2,80 Euro möglich wäre. Das wäre nicht sonderlich viel, gibt uns aber den Spielraum, die hohe Qualität zu halten. Ich bin mir sicher, dass die Studenten eher zehn Cent mehr bezahlen wollen als schlechteres Essen zu bekommen. Man muss den Studierenden nur transparent machen, was wir hier zu welchem Preis verkaufen.

Das Interview führten die do1-Reporter Fabian Karl, Karsten Kaminski und Torben Richter.

Den vollständigen Beitrag über die Preise in der Mensa und die ganze Sendung rund um’s Thema Essen könnt Ihr ab dem 31.1. bei do1.tv sehen.

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