Die Vettel-Show

Ob Rallye, Tourenwagen oder Formel 1: Weltmeister gibt es im Motorsport viele. Beim Race of Champions treten sie am Ende des Jahres gegeneinander an. Dieses Mal stellte einer das Ganze auf den Kopf. Wir waren in Düsseldorf mit dabei und erzählen euch, was los war.

Dichter Nebel, ohrenbetäubender Lärm und der Geruch nach verbranntem Gummi: Als der amtierende Formel-1-Weltmeister durchdreht, steht die ESPRIT Arena in Düsseldorf Kopf. 30.000 Motorsportfans toben.

Sebastian Vettel hat mit seiner "Randy Mandy" am Wochenende ordentlich Gas gegeben. Foto: Race of Champions

Sebastian Vettel gibt mit seiner "Randy Mandy" ordentlich Gas. Foto: Race of Champions

Sebastian Vettel hat seine „Randy Mandy“ auch zum Saisonausklang, dem Race of Champions, mitgebracht. Einhändig kreiselt er auf der Stelle und winkt den begeisterten Massen zu. Es ist Rennpause und doch ist es der spektakulärste Moment des Abends. Es ist Vettel-Time.

Nach seinem Termin-Marathon der letzten Tage ist das Race of Champions der lockere Ausklang einer langen Saison. Eins-gegen-Eins, unter gleichen Bedingungen und in insgesamt neun verschiedenen Fahrzeugklassen, messen sich hier die Besten der Besten.

Unterstützung von der ersten Minute an

Schon bei der Fahrervorstellung liegt Sebastian Vettel das Publikum zu Füßen. Die Leute auf den Rängen stehen, ihre Fotoapparate blitzen. Die erste La-Ola-Welle startet bereits. Im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer könnte man fast vergessen, dass dort unten 13 weitere Weltmeister, darunter Legenden wie Michael Schumacher oder Alain Prost, auf der Strecke stehen.

Voll ausgestattet: Vettel-Fans in Düsseldorf. Foto: Sarah Zoche

Voll ausgestattet: Vettel-Fans in Düsseldorf. Foto: Sarah Zoche

Es ist kaum zu übersehen: Viele sind nur gekommen, um den jungen Mann zu sehen, der vor gerade einmal 14 Tagen das scheinbar Unmögliche schaffte und Weltmeister wurde. So auch Jonas und seine Kollegen: „Als wir gehört haben, dass Sebastian mit dabei ist, haben wir nicht lange nachgedacht und sofort noch Karten besorgt. So’n Weltmeister mal hautnah zu erleben, ist schon richtig cool.“

Ausgerüstet mit Vettel-Masken und Plakaten wollen sie den deutschen Piloten unterstützen: „Die Stimmung ist jetzt schon Bombe! Aber die wird noch besser. Dafür sorgen wir und alle anderen hier!“

Der nahezu perfekte Jahresausklang

Und tatsächlich, circa zwei Stunden später ist die Stimmung gigantisch. Das, worauf alle gewartet haben, passiert im Viertelfinale: Deutsches Duell. Schumacher vs. Vettel. Zeit für die nächste Showeinlage. Beide sind in Position, warten auf den Start. Plötzlich schießt Vettel einfach los. Von null auf hundert in 3,9 Sekunden. Um seine Reifen aufzuwärmen, entschließt er sich spontan, eine Extra-Runde einzulegen. Dann lässt er sich Zeit. Es ist, als wolle er seinen großen Auftritt genießen. Als siebenfacher Weltmeister lässt sich Schumacher das nicht gefallen und zieht nach. Das ist Rennsport! Vier Runden lang liefern sich die beiden Deutschen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende reicht es für den jungen Champion Vettel. Das Publikum ist aus dem Häuschen.

Ein gutes Team: Michael Schumacher und Sebastian Vettel gewinnen die Nationenwertung. Im Einzel gehen beide leer aus. Foto: Race of Champions

Ein gutes Team: Michael Schumacher und Sebastian Vettel gewinnen die Nationenwertung. Im Einzel gehen beide leer aus. Foto: Race of Champions

Dass für ihn gegen einen portugiesischen Underdog, den späteren Gewinner, dann im Halbfinale Schluss ist, interessiert niemanden. Denn auch wenn es für den Titel nicht gereicht hat. Für die deutschen Formel-1-Fans hätte der Jahresausklang kaum schöner sein können. Und so gab es den letzten riesigen Applaus, das letzte Blitzlichtgewitter und die letzten Standing-Ovations im Rennsportjahr 2010. Einem Jahr, das eindeutig Sebastian Vettel gehörte.

Hier die Highlights vom Sonntag:

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Video: Race of Champions

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