„Horror-Clowns? Die braucht kein Mensch!“

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Horror-Clown-Alarm in Deutschland! Besonders auf NRW haben es die gruseligen Clowns abgesehen. Nicht nur die Opfer leiden unter den Attacken, auch die „normalen“ Clowns fürchten um ihren Ruf.

Donnerstagabend, 20.15 Uhr. Eine dunkle S-Bahn Haltestelle in Dortmund Somborn. Zwei junge Frauen warten dort auf die Bahn. Plötzlich ertönt ein gruseliges Lachen aus dem Gebüsch. Auch hinter der Fahrplanauskunft hören die beiden lautes, schauriges Gelächter. Die Frauen haben Angst und fragen sich: Was genau passiert hier eigentlich?

„Wir beide, besonders meine Freundin, hatten wirklich panische Angst. Wir hatten ja keine Ahnung, was da los ist“, erzählt Nina Eisenbarth. Die 23-Jährige musste sich nach dem Vorfall zu Fuß auf den Heimweg machen und fand den „ganz schön gruselig“. Bis sie zu Hause war, habe sie mit ihrer Freundin Daria Gutowski telefoniert. „Sie musste ja noch mit der Bahn fahren und hatte richtig Angst.“

Immer mehr Horror-Clowns in NRW

Daria (l.) und Nina

Daria Gutowski (l.) und Nina Eisenbarth (Foto: privat)

Über Vorfälle wie diesen wird seit einigen Tagen vermehrt in Deutschland berichtet. Sogenannte „Horror-Clowns“ erschrecken, belästigen, jagen und verletzen sogar immer mehr Menschen. Dem Landeskriminalamt (LKA) zufolge gab es allein in NRW fast 300 Vorfälle.

Und junge Frauen wie Nina Eisenbarth und Daria Gutowski sind nicht die Einzigen, die unter diesem Hype leiden. Auch Oliver Möller ist nicht gerade begeistert über die Angriffe der Clowns. Der Kölner verdient nämlich als „Clown Olli“ sein Geld und tritt auf Kindergeburtstagen, Messen oder anderen Feiern auf. Von den Horror-Clowns selbst hat er schon vor rund einem Jahr das erste Mal gehört, jedoch nicht gedacht, dass der Hype sich auch auf Deutschland ausweiten würde.

Die „echten“ Clowns fürchten um ihren Ruf

„Natürlich habe ich auch ab und zu schon den Begriff „Horror-Clown“ gehört, auch von den Kindern selbst. Aber bis vor Kurzem dachte ich, dass sie das nur aus Filmen kennen“, erklärt er. Es sei normal, dass es immer mal Kinder gäbe, die sich vor Clowns gruseln, aber Olli hat Angst, dass sie sich in Zukunft auch vor ihm gruseln könnten: „Das ist echt ein ganz großer Mist, wenn das jetzt so weiter geht. Dann geht das romantische Bild vom Clown kaputt.“ Der Kölner ist der Meinung, dass das mythische Bild des Clowns missbraucht wird, um einen krasseren Effekt zu haben. Das sei genauso, wie wenn man sich als gruseliger Weihnachtsmann verkleiden würde.

Diesen Effekt haben Nina Eisenbarth und Daria Gutowski auf jeden Fall zu spüren bekommen. Der Schrecken über den Angriff wirkt auch Tage später noch nach. Nina Eisenbarth, die sonst immer nach Hause gelaufen ist, will vorerst darauf verzichten. Auch Daria Gutowski, die sonst immer mit der Bahn fährt, nimmt jetzt lieber ein Taxi. Zu groß ist die Angst, dass sie noch einen Clown-Angriff erleben könnten. „Das Problem ist, dass ich mir jetzt schon einbilde, dass da wieder etwas ist. Ich mochte Clowns schon vorher nicht und fand sie immer irgendwie hinterhältig, aber jetzt habe ich erst mal genug von ihnen“, sagt Nina Eisenbarth.

Was passiert an Halloween?

Doch bald kommt Halloween und die Befürchtung ist groß, dass es genau in dieser Nacht zu noch mehr Angriffen kommen wird. Nina Eisenbarth wird deswegen Massenveranstaltungen meiden. Sie sei zwar schon an sich kein großer Halloween Fan. Aber in den letzten Jahren sei sie zumindest mal in die Disco gegangen. Jetzt glaubt sie, dass sie selbst dort nicht mehr sicher ist. „Richtig viele nutzen den Hype ja auch aus“, sagt sie. 

Oliver Möller alias "Clown Olli"

Oliver Möller alias „Clown Olli“ (Foto: privat)

Auch Olli Möller teilt diese Angst, jedoch aus anderen Gründen. Er befürchtet, dass die Bilder von den Horror-Clowns sich in den Köpfen der Kinder festsetzen. Er weiß: „Für mich wäre das echt eine totale Katastrophe!“ Denn die Horror-Clowns, die gerade in Deutschland ihr Unwesen treiben, sind alles andere als ungefährlich. Immer wieder gibt es Berichte über Verletzte. Genau das, findet Oliver Möller, sei nicht mehr witzig.

Was er einem Horror-Clown sagen würde, wenn er vor ihm stehen würde? „Ich würde ihn fragen, warum es ihm Spaß macht, anderen Leuten Angst einzujagen und sie zu erschrecken.“ Denn die Horror Clowns, da sind sich Oliver Möller, Daria Gutowski und Nina Eisenbarth einig, die braucht kein Mensch.

 

Woher kommt der Clown überhaupt?

Eng. Clown; frz. Colon und lat. colonus = Bauer.

Die Figur des Clowns wird im Duden als Spaßmacher und Artist im Zirkus definiert. Der Begriff selbst kommt vermutlich aus dem Englischen. Dort war der „Clown“ der Bauerntölpel im alten englischen Theater. In England ist der Begriff etwa seit dem 16. Jahrhundert ein Synonym für „Narr“ oder „Spaßmacher“, vermutlich unter dem Einfluss Shakespeares. Dort traten die Clowns in den Pausen der Theaterstücke auf und belustigten die Zuschauer. In ganz Europa entstanden zu dieser Art Clown ähnliche Figuren. In Deutschland war das zum Beispiel „Hanswurst“.

In der Zirkusmanege erschien der Clown das erste Mal Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier entwickelte der Clown sich vom Komiker auf dem Pferd hin zu einem Pantomimen, der tölpelhaft durch die Menge stolperte. Pantomime Künstler waren so auch die Vorfahren der Clowns, die wir heute kennen. Im Laufe der Zeit entstand so auch das bunt geschminkte Gesicht.

 

Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Clown, https://de.wikipedia.org/wiki/Clown

 

Beitragsbilder:

D.Begley /flickr.com; Lizenziert nach Creative Commons

 

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