Mallinckrodt-Mängelhaus: Vermieter muss aufräumen

Foto: Google Street View

Ein überfülltes Haus, kein Strom und keine richtigen Betten. So leben in einem Mietshaus in der Dortmunder Nordstadt 83 Personen auf engstem Raum zusammen. Damit sich das zukünftig ändert, hat jetzt die Stadt Dortmund eingegriffen und den Vermieter schriftlich aufgefordert, sich um die Wohnungen zu kümmern.

Seit mehreren Jahren leben die Bewohner des Hauses in der Mallinckrodtstraße unter problematischen Umständen. Sie werden bereits seit über drei Jahren von städtischen Dienststellen betreut. Allerdings hat das Ganze jetzt überhandgenommen: Nach einer Manipulation der Stromleitungen hat die DEW21 den Strom abgestellt. Nun hat die Stadt Dortmund eingegriffen. Dazu haben Stadtdirektor Jörg Stüdemann, die Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, Daniela Schneckenburger und Mitarbeiter aus verschiedenen Fachämtern zunächst die meisten der elf Wohnungen angeschaut, um sich ein Bild von der Wohnsituation zu machen.

Ein Haus, elf Wohnungen, 28 Erwachsene und 55 Kinder

Ihr Fazit: Es handelt sich zwar um eine schwierige bauliche Wohnsituation, allerdings sind die Haushalte ordentlich geführt. Außerdem hätten sich die Familien um ihre Kinder gekümmert, weswegen die Mitarbeiter von Gesundheits- und Jugendamt keinen Grund für eine Inobhutnahme der 55 Kinder sehen. Zusätzlich sei wichtig, dass die Minderjährigen weiter in der Nordstadt zur Schule gehen können und nicht aus ihrem gewohnten Umfeld gezogen werden. Außerdem habe der hygienische Zustand des Hauses in den vergangenen Jahren bereits große Fortschritte gemacht.

Was derzeit allerdings tatsächlich Sorgen bereitet, sind defekte Stromleitungen und Mängel an Haustür, Klingelanlage und Fenstern. Dafür hat das Amt für Wohnen und Stadterneuerung den Berliner Vermieter des Hauses verantwortlich gemacht und ihm eine Frist bis zum 3. August gesetzt, sich um die Wohnungen zu kümmern. Verteilerkästen und Stromleitungen sollen auf Vordermann gebracht und neue Stromzähler eingebaut werden. Passiert dies nicht, drohen dem Grundstückeigentümer Konsequenzen. Der Mieterverein Dortmund vermutet, dass es sich um Bußgelder bis zu 50.000 Euro handeln könnte. Der Vermieter sei mit dafür verantwortlich, dass die Bewohner unter menschenwürdigen Bedingungen leben.

Teaserfoto: Google Street View

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