Bildungspolitik im Bundestagswahlkampf

Die Linken

Die Linken fordern in ihrem Wahlprogramm die Abschaffung des Bologna-Systems, um ein selbstbestimmteres, interdisziplinäres und kritisches Studieren zu ermöglichen. „Wir setzen uns für eine Überwindung von Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen wie NC, Auswahlgesprächen, IQ-Tests oder Bewerbungsgesprächen sowie für den freien Zugang zum Master für alle Studierenden im Rahmen eines Bundesgesetzes zur Hochschulzulassung ein“, sagt Gunhild Böth, Landessprecherin der Linken in NRW. Diese Maßnahme soll den Studierenden mehr Selbstbestimmung darüber ermöglichen, welches Fach sie wo sie studieren und welchen Abschluss sie absolvieren möchten.

Das Bafög wollen die Linken um zehn Prozent erhöhen, elternunabhängig und ohne Altersgrenzen auszahlen. Die Exzellenzinitiative wollen sie zugunsten der Hochschulförderung in der Breite ersatzlos auslaufen lassen.

Die Linken fordern mehr Transparenz in der Wissenschaft, so sollen etwa Verträge zwischen öffentlichen Hochschulen und privaten Unternehmen offengelegt werden. Die Forschung soll ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecken dienen. In dem Zusammenhang sollen auch Kommunen, öffentliche Verwaltungen oder soziale Einrichtungen zu Nachfragern von Forschungsdienstleistungen werden können und in den Beratungsgremien der Förderprogramme der Bundesregierung sollen auch Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und weitere zivilgesellschaftliche Akteure eingebunden werden.

Die Linke fordert eine verbindlich sanktionierte Quote in Wissenschaftseinrichtungen, die einen Mindestanteil von 50 Prozent für Frauen auf jeder Karrierestufe gewährleisten soll.

Die Piratenpartei

Wenn es nach der Piratenpartei geht, soll der Lehrstoff nicht nur in der Uni vermittelt werden, sondern jedem jederzeit digital zur Verfügung stehen.

Wenn es nach der Piratenpartei geht, soll der Lehrstoff nicht nur in der Uni vermittelt werden, sondern jedem jederzeit digital zur Verfügung stehen. Foto: flickr.com/ daniel-weber

Die Piraten legen ihren Schwerpunkt auf mehr Teilhabe des einzelnen an Bildung und Forschung. So soll die Position öffentlicher Bibliotheken gestärkt und eine möglichst freie Mediennutzung ermöglicht werden. Wissen soll so unbeschränkt und in vollem Umfang jedem zu jeder Zeit archiviert und digital zur Verfügung stehen.

Um den technischen Fortschritt in unserer globalisierten Welt zu nutzen, wollen die Piraten sich für die Entwicklung und den Einsatz von freien und offenen Lehr- und Lernmaterialen (OER = Open Education Resources) einsetzen. Darüber hinaus fordern sie eine Anpassung des Urheberrechts, sodass sowohl Lehrende als auch Studierende mit urheberrechtlich geschütztem Material frei arbeiten können.

Die Piratenpartei strebt zudem eine Revision des Bologna-Prozesses an, da die Verkürzung der Studiengänge zu oberflächlichem und verschultem Lernen und einer nicht hinnehmbaren Zahl von Studienabbrechern geführt habe.

Außerdem kritisieren sie die finanzielle Bevorzugung einzelner Forschungsfelder aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit wie zum Beispiel bei der Exzellenzinitiative. Dadurch würden Freiheit und Vielfalt der Forschung gefährdet. Die Piraten setzten sich daher anstelle von kurzfristigen Projektförderungen für eine verbesserte langfristige Sockelfinanzierung der Hochschulen ein.

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