Bildungspolitik im Bundestagswahlkampf

Die Sozialdemokraten (SPD)

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will mit seiner SPD einen Regierungswechsel einläuten. Den Studierenden verspricht er verbesserte Bafög-Regelungen. Foto: flickr.com/ SPD Nürnberg

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will mit seiner SPD einen Regierungswechsel einläuten. Den Studierenden verspricht er verbesserte Bafög-Regelungen. Foto: flickr.com/ SPD Nürnberg

Die Sozialdemokraten wollen sich für eine bessere Durchlässigkeit zwischen Fachhochschulen und Universitäten einsetzen, um den unterschiedlichen Bildungsbiographien sowie sozialen und kulturellen Hintergründen der Studierenden gerecht zu werden.

In ihrem Regierungsprogramm verspricht die SPD die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte weiter voranzutreiben, indem sie die Hochschulen bei der Schaffung und dem Ausbau von Angeboten des Studiums ohne Abitur unterstützen. Das von der schwarz-gelben Bundesregierung eingeführte Deutschlandstipendium wollen sie auslaufen lassen und die frei werdenden Mittel zur Verbesserung des Bafög verwenden.

Im Bereich der Wissenschaft und Forschung wollen die Sozialdemokraten mehr unbefristete Beschäftigungschancen und verlässliche Berufsperspektiven schaffen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Da Frauen in Wissenschaft und Forschung nach wie vor deutlich unterrepräsentiert seien, will die SPD den Frauenanteil nachhaltig erhöhen und mindestens 40 Prozent der wissenschaftlichen Führungsgremien  mit Frauen besetzen. Außerdem wollen die Sozialdemokraten die Anerkennungsverfahren für ausländische Berufs- und Hochschulabschlüsse beschleunigen, damit viele Immigranten nicht länger unterhalb ihres Qualifikationsniveaus arbeiten müssen und Deutschland sein Fachkräfteproblem beseitigen kann.

Bündnis 90/Die Grünen

Der grüne Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik Kai Gehring verspricht bessere Unterstützung für Studierende aus einkommensschwachen Familien.

Der Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik der Grünen, Kai Gehring, verspricht bessere Unterstützung für Studierende aus einkommensschwachen Familien. Foto: kai-gehring.de

Die Grünen wollen sich auch auf Hochschulebene verstärkt für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen einsetzen. „Eine Kooperationskultur auf Augenhöhe mit anderen pädagogischen oder außerschulischen Einrichtungen muss eine Selbstverständlichkeit werden. Schulen und Hochschulen müssen demokratisch verfasst, ihre Gremien paritätisch besetzt sein“, sagt Kai Gehring, Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik der Grünen im Bundestag.

Außerdem wolle man die Digitalisierung im Bildungsbereich unterstützen, um den Zugang zu Wissen zu fördern. Lehr- und Lernmaterial soll unter freien Lizenzen bereitgestellt werden, um Wissensmonopole aufzubrechen und die vielfältige Nutzbarkeit entsprechender Inhalte zu unterstützen.

Besonders am Herzen liegt den Grünen, auch die Lage von Studierenden aus einkommensschwachen Familien zu verbessern.“Wir wollen eine Studienfinanzierung aufbauen, die aus zwei Säulen besteht: einem Studierendenzuschuss, den alle erhalten, und einem Bedarfszuschuss, um die für ein Studium zu gewinnen, die bislang nicht studieren. Beide Zuschüsse müssen – anders als das jetzige Bafög – nicht zurückgezahlt werden“, so Gehring.  Das Deutschlandstipendium und das Bildungssparkonto kritisieren sie, da beides ungeeignet sei, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.

Im Bereich der Wissenschaft wollen die Grünen eine Stärkung der Forschung erreichen, um soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Zukunftsfragen bewältigen zu können. Dabei sollen Tierversuche konsequent reduziert sowie die Entlohnung und Beschäftigungsverhältnisse verbessert werden. Dazu gehören unter anderem neue Personalstrukturen jenseits der Professur.

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