Powerpoint-Karaoke: Fachsimpeln mal anders

Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit – das hätte das Motto des ersten Powerpoint-Karaoke-Wettbewerbs sein können. Sechs Teilnehmer haben sich darin mutig vor Publikum bewiesen, und neben jeder Menge Schweiß auch einige Nerven gelassen.

Wer saß nicht schon einmal in der Vorlesung und hatte das Gefühl, der Dozent sieht seine Präsentation selber zum ersten Mal? Die sechs Teilnehmer des Powerpoint-Karaoke-Wettbewerbs, der gestern im Sonnendeck stattgefunden hat, haben sich dieser Herausforderung gestellt. Ohne auch nur eine Seite der Präsentation vorher gesehen zu haben, mussten sie das Publikum von ihrem „Fachwissen“ überzeugen.

Unterstützt wurde der Wettbewerb von der Zeit und vom Sonnendeck. Foto: Haika Hartmann

Unterstützt wurde der Wettbewerb von der Zeit und vom Sonnendeck. Foto: Haika Hartmann

Themen

Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt, in alle möglichen Richtungen durften die Teilnehmer ihr jeweiliges Thema interpretieren. Und die Themen waren breit gefächert: von einer Übung zur technischen Chemie über Absorptionsvorgänge bis hin zur Bau- oder Bodenjagd. Was man ohne jegliche Kenntnis der Materie so alles erklären kann, bewiesen die beiden Finalisten. Sie konnten sich in der Vorrunde gegen vier weitere Kandidaten durchsetzen und wurden von einer Jury, bestehend aus fünf Zuschauern, in die Endrunde gewählt.

Der Sieger

Besonders Kandidat Christian Bode konnte in der ersten Runde die Jury für sich einnehmen. Er deutete die chemischen Formeln zur Absorption von Gasen um in Gase aller möglichen Art: „Um die optimale Gasabgabe zu ermöglichen, hat man den Probanden Bohnen zu Essen gegeben.“ Auf gekonnte Art bezog er das Publikum mit ein, forderte dazu auf, Tabellen zu ergänzen. Sein Fazit zu seinem Vortrag: „Hier haben wir wieder die wichtige Schlüsselkompetenz: Wie kann man relativ einfache Sachverhalte kompliziert ausdrücken?“

Gewinner Christian Bode durfte einen Buchgutschein mit nach Hause nehmen. Foto: Haika Hartmann

Gewinner Christian Bode durfte einen Buchgutschein mit nach Hause nehmen. Foto: Haika Hartmann

Auch in der Finalrunde hatte er das Publikum, das mit Applaus über den endgültigen Sieger entscheiden sollte, auf seiner Seite. Ein Sudhaus mit der Bierverarbeitung bei Homer Simpson zu vergleichen – darauf muss man erst einmal kommen.

Übung

Doch dass ausgerechnet Christian Bode gewonnen hat, ist gar nicht so ungewöhnlich. Er hat sich zwar spontan dazu entschieden am Wettbewerb teilzunehmen, doch Powerpoint-Karaoke hat er schon zum dritten Mal gespielt. „Es hilft schon, das öfter zu machen. So sinkt einfach die Hemmschwelle, man ist weniger nervös“, erklärt er. Außerdem gehört er zum Debattierklub der TU Dortmund, der den Wettbewerb organisiert hat. Mit seinem Sieg habe er trotzdem nicht gerechnet.

Organisation

Fast alle Teilnehmer des Wettstreits sind gleichzeitig Mitglieder im Debattierklub. Nur zwei Externe haben mitgemacht, eigentlich sollten es drei sein. „Einer von ihnen ist leider krank geworden“, bedauert Jörn Hahn, Mitorganisator des Events.

Das Organisationsteam um Jörn Hahn (2.v.l.) hofft, durch die Veranstaltung mehr Studenten fürs Debattieren begeistern zu können. Foto: Haika Hartmann

Das Organisationsteam um Jörn Hahn (2.v.l.) hofft, durch die Veranstaltung mehr Studenten fürs Debattieren begeistern zu können. Foto: Haika Hartmann

Für den Wettbewerb hätte man sich nämlich schon im Vorfeld bewerben müssen – und das haben nicht  viele getan. „Das hätte ein bisschen besser sein können“, gibt Hahn zu. Mit der Resonanz ist er trotzdem sehr zufrieden: „Alle Stühle sind besetzt gewesen und das trotz der Hitze, besser geht es kaum.“ Das Ziel für nächstes Mal: „Mehr Externe und vor allem auch Frauen zur Teilnahme bewegen.“ Eine Neuauflage des Wettkampfs soll vermutlich im Wintersemester stattfinden.

1 Comment

  • Simone sagt:

    Ach wie geil!

    Herzlichen Glueckwunsch Christian 😀
    ich wuenschte ich waer dabei gewesen!
    Kann das Wintersemester kaum Erwarten 🙂
    I

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