Wer die Arme verschränkt, ist unglaubwürdig

Bei der Telekom sollen dieses Jahr 3500 neue Leute eingestellt werden. Doch wer bei dem Bonner Kommunikationskonzern bewirbt, wird genau unter die Lupe genommen. Bewerber müssen sich unter anderem im Assessmentcenter beweisen. Mit welchem Verhalten sich Bewerber direkt ins Abseits katalputieren, erzählt Recruiting-Leiter Marc-Stefan Brodbeck.

pflichtlektüre online: Wie muss eine Bewerbung aussehen, die ihr Interesse weckt?

Marc-Stefan Brodbeck: Es ist weniger das Aussehen der Bewerbung, das unser Interesse weckt, zumal über das Online-Bewerbungsformular die Form weitestgehend vorgegeben ist. Unser Interesse weckt der Kandidat, das heißt der Bewerber, der sich für eine Stelle bei uns interessiert.

Wer sich bei der Teklekom um einen Job bewirbt, muss sich auf eine Assenssmentcenter einstellen. Fotos(3): Telekom

Wer sich bei der Teklekom um einen Job bewirbt, muss sich auf eine Assenssmentcenter einstellen. Fotos(3): Telekom

pflichtlektüre online: Was erwartet einen Absolventen, wenn er sich bei Ihnen bewirbt? Was kann einem Bewerber bei ihnen im Bewerbungsgespräch passieren?

Brodbeck: Das verwendete Auswahlverfahren richtet sich nach der ausgeschriebenen Stelle: ein Praktikum wird zum Beispiel im persönlichen Gespräch vergeben, die Bewerberauswahl von Top-Absolventen für Start up!-Stellen verläuft selbstverständlich umfangreicher und komplexer über Assessment-Center. Passieren kann einem im Bewerbungsgespräch gar nichts – es ist ein fairer Prozess im respektvollen Umgang mit dem Bewerber. Wir erwarten allerdings vom Bewerber, dass er sich im Vorfeld über unseren Konzern informiert und die groben Strukturen und Themen kennt.

pflichtlektüre online: Was ist eine typische Frage, die Sie im Vorstellungsgespräch stellen würden?

Brodbeck: „Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?“ Hier möchten wir eine ehrliche Antwort . Uns interessiert, was unser Unternehmen bei den Bewerbern attraktiv macht.

pflichtlektüre online: Was erwarten Sie von einem Bewerber im Vorstellungsgespräch?

Brodbeck: Authentizität, Persönlichkeit, Kompetenz und Motivation für die offene Stelle und das Arbeiten in unserem Konzern.

pflichtlektüre online: Auf was achten Sie beim Vorstellungsgespräch? Welche Gestern verraten ihnen etwas über den Bewerber?

Er kann Gesten von Bewerber deuten: Marc-Stefan Brodbeck ist Leiter des Recruiting- und Talent-Service bei der Telekom.

Er kann Gesten von Bewerber deuten: Marc-Stefan Brodbeck ist Leiter des Recruiting- und Talent-Service bei der Telekom.

Brodbeck: Verbale und Non-verbale Kommunikation ergänzen einander und verstärken sich. Wenn etwa ein Bewerber von seiner aufgeschlossenen Art und Kommunikationsstärke spricht, gleichzeitig aber den Blickkontakt scheut und die Arme verschränkt, dann leidet die Glaubwürdigkeit. Das gibt dem Recruiter Anlass nachzufragen und nachzuhaken: Handelt es sich um Nervosität in der Ausnahmesituation „Vorstellungsgespräch“ oder ist es eine generelle Schwäche des Kandidaten, die für den Job jedoch relevant ist.

pflichtlektüre: online Gibt es im Bewerbungsverfahren ein absolutes No-Go?

Brodbeck: Unzuverlässigkeit, unfreundliches oder unprofessionelles Auftreten sowie Übertreibungen oder Angabe von falschen Tatsachen, Kompetenzen oder Erfahrungen.

pflichtlektüre online: Anzug, Krawatte, Kostüm oder doch legerer – viele Bewerber sind sich unsicher, was Sie zum Vorstellungsgespräch anziehen sollen. Welches Outfit finden Sie optimal?

Brodbeck: Es geht um einen Job, insofern ist ein Business-Outfit angemessen. Dabei muss es nicht unbedingt das konservative Kostüm oder der schwarze Anzug mit Krawatte sein. Entscheidend ist, dass die Kleidung für die zugedachte Aufgabe angemessene ist. Das heißt wird der Mitarbeiter später im Kundenkontakt sein oder repräsentative Aufgaben übernehmen, oder sind freundliches Organisationstalent im Team entscheidend. Die Kleidung kann persönliche Kompetenzen und Persönlichkeit unterstreichen. Wichtig ist, dass das Outfit keine Verkleidung ist und zum Menschen passt.

Je mehr der Bewerber preisgibt, desto besser: Weiter auf der nächsten Seite

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