Sport mit dem Elektro-Roller: Segway-Polo

Wer bei dem Begriff „Polo“ nur an blaublütigen Inseladel und Pferde im Wert eines ganzen Formel-1-Rennstalls denkt, der sollte sich einmal mit Segway-Polo befassen. Denn diese High-Tech-Variante des Luxus-Sports hat mit dem herkömmlichen Polo etwa so viel gemein wie britisches Essen mit Haute Cuisine. Die „Duisburg Golden Knights“ sind eines von wenigen Teams aus Deutschland.

Elektro-Roller statt Pferd: Segway-Polo wird auch in Deutschland immer bekannter. Foto: Funky-Move Turtles

Elektro-Roller statt Pferd: Segway-Polo wird auch in Deutschland immer bekannter. Foto: Funky-Move Turtles

„Gespielt wird fünf gegen fünf. Die Spielzeit beträgt viermal acht Minuten“, erklärt Pascal Engelhardt (29), Gründer des Teams „Duisburg Golden Knights“. Doch der größte Unterschied ist natürlich der bewegliche Untersatz. Statt auf heumampfenden Vierbeinern düsen die Spieler auf sogenannten Segways, batteriebetriebenen Elektro-Rollern, über das Spielfeld. Die wendigen Fahrzeuge werden über Verlagerung des Körpergewichts gesteuert und erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometer. Die Spieler versuchen, einen Schaumstoffball ins gegnerische Tor zu bugsieren. Dazu bedienen sie sich Schlägern, deren Material-Bandbreite vom traditionellen Bambus bis zur futuristischen Kohlefaser reicht.

 

Entstanden im legendären Silicon Valley


Das Spiel wurde im Jahre 2002 im Silicon Valley in den USA erfunden. Im Sagen-Buch der High-Tech-Nerds steht geschrieben, dass Apple-Mitarbeiter erstmals auf zwei batteriebetriebenen Rädern Polo gespielt haben sollen. Nahe liegend, dass Apple-Mitbegründer Steve Wozniak ein aktiver Spieler ist. Er ist auch Namensgeber des so genannten „Woz-Cup“. Die inoffizielle Weltmeisterschaft im Segway-Polo wird seit 2005 von einem Team ausgerichtet.

 

Ausgehen mit Apple-Legende Steve Wozniak

 

Im August 2008 reiste der Duisburger Engelhardt mit dem ersten offiziellen deutschen Segway-Polo-Team, den „Funky-Move Turtles“ aus Lohmar/Wahlscheid in der Nähe von Köln, als deutsche Delegation nach Indianapolis in den USA, um von dort den Cup in die Bundesrepublik zu holen. Doch die internationale Konkurrenz war zu stark, am Ende landete das Team auf Platz drei. Das Siegerteam kam aus den USA. Dennoch habe sich der Trip gelohnt: „Das war ein lockeres Zusammenspiel, und wann kann man schon mal mit einer Apple-Legende wie Steve Wozniak etwas trinken gehen?“, sagt Engelhardt, der nebenbei Segway-Zubehör entwirft.

 

Bisher gibt es nur wenige Teams

 

Eine heimische Liga, um Spielpraxis für den nächsten WM-Anlauf zu sammeln, gibt es derzeit nicht. Nur wenige Teams (unter anderem aus Lohmar/Wahlscheid und Hemer) haben sich in der Bundesrepublik bislang dem Segway-Polo verschrieben. Die „Duisburg Golden Knights“, die im Rheinpark trainieren, suchen derzeit noch nach Gegnern. „Wir treten gegen jeden an, der sich traut“, zeigt sich Engelhardt selbstbewusst. In Essen bildet sich gerade eine weitere Mannschaft. Den Durchbruch erhoffen sich die Segway-Jockeys in diesem Sommer bei der WM im eigenen Land. Vom 17. bis 19. August ist die Welt der Segway-Polospieler zu Gast im Kölner Sportpark Müngersdorf.

 

Der Segway ist teuer in der Anschaffung, aber sparsam im Verbrauch. Foto: www.segway.de

Der Segway ist teuer in der Anschaffung, aber sparsam im Verbrauch. Foto: www.segway.de

Teures Sportgerät

 

Grund für die geringe Verbreitung des Sports könnten die teuren Anschaffungskosten für das Hauptsport-Gerät sein. So teuer wie ein Vollblut ist ein Segway zwar nicht, den Preis eines Ponys muss man für den stählernen Untersatz aber dennoch entrichten. Rund 7.500 Euro kostet das Gerät, gebrauchte gibt es auch schon deutlich günstiger. Sponsoren seien in dieser Randsportart zudem rar gesät. „Dafür gibt es beim Segway fast keine Folgekosten, lediglich eine Haftpflichtversicherung muss bezahlt werden“, gibt Engelhardt zu bedenken.

 

200 Kilometer für nur einen Euro 

 

Der 29-Jährige ist davon überzeugt, dass ein Segway für die Stadt eine echte Alternative zum Auto sei. Eine Akkuladung befördert den Fahrer im „Treky-Style“ rund 38 Kilometer weit – verwunderte bis neidische Blicke der schnell umkurvten Passanten gibt es serienmäßig dazu. Nach etwa sechs Stunden Ladezeit ist der Segway wieder einsatzbereit. Der Verbrauch ist dabei geradezu studentenkassenfreundlich: Für 200 Kilometer benötigt der Segway lediglich Strom für einen Euro. Kleiner Tipp bei schlechter Laune: Einfach mit dem Segway fröhlich winkend an den genervten Tankstellenkunden vorbei cruisen – macht Freude!

 

Text: Oliver Schmitz-Kramer

 

Mehr zum Thema: 

 

5 Comments

  • Marc sagt:

    Das ist ja mal abgefahren. So ein Teil wollte ich auch scho immer mal fahren und werde dies auch endlich dieses WE in Köln tun.

    Mit dem Segway fahren Köln werde ich eine Stadtrundfahrt machen und ich freue mich schon riesig darauf. Vielleicht kann man ja ein Polo-Spiel mit einfügen in die Rundfahrt 😉

  • Joe sagt:

    Naja, Geschmackssache. Sieht ja ganz lustig aus die „Roller Aktion“.

  • Marco Albeck sagt:

    Da ich nun schon des öfteren im internet nach diesen „Duisburg Golden Knights“ vergeblich gesucht habe und nichts finden konnte halte ich das ganze für eine reine erfindung.
    Sollte es anders sein würde es mich sehr freuen wenn sich jemand bei mir melden würde da ich selber mehrere Segways besitze.

  • Udo sagt:

    Schade das die “Duisburg Golden Knights” nicht bei der WM in Köln mitmachen.

  • lady gaga sagt:

    Ich wollte schon immer einmal mit so einem Teil fahren. Das man damit auch Polo spielen kann ist mir neu. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.