Partylaune und Zerstörungswut

Es ist totenstill im Studentenwohnheim an der Ostenbergstraße 97-101 – und das obwohl in der  angrenzenden Studentenkneipe „Eastend“ normalerweise zu Wochenbeginn von 21 Uhr bis 1 Uhr gefeiert wird. Schuld an der Stille sind Partywütige, die kein Ende finden können.

Das Eastend ist wegen den Vandalismus geschlossen. Foto: Katarzyna Skowronek

Das Eastend ist vom 14. März bis zum 2. Mai wegen Vandalismus geschlossen. Foto: Katarzyna Skowronek

An der Tür hängt ein Zettel, auf dem man auf Deutsch oder Englisch lesen kann: „Das Eastend bleibt vorerst geschlossen! Der Grund ist mehrfach aufgetretener Vandalismus nach der Öffnungszeit des Eastend“. Auch der erste Vorfall geschah, nachdem die Studentenkneipe schon ihre Türen geschlossen hatte. Die Kneipe im Studentenwohnheim ist ein beliebter Treffpunkt, um montagabends zu feiern. Nun ist das Eastend aber seit dem 14. März geschlossen.

Eine Woche zuvor gab es im „Eastend“ ein Treffen der neuen Gaststudenten. Doch auch nach dem Ende der Party, haben viele von ihnen weitergefeiert. Neben großem Lärm hatte die verlängerte Feier noch andere Folgen: Die Scheibe beim Klingelkasten wurde eingeschlagen, Türen beschmiert und Bierflaschen im Hauseingang zerstört. Schuldige gibt es bisher nicht. „Man kann nur vermuten, dass das eine bestimmte Personengruppe war, die durch überhöhten Alkoholkonsum aggressiv geworden ist“, sagt Cajus Korn, einer der beiden Chefs des Eastend.

Strafe muss sein

Nach dem Eastend dem 7. März  die Scheibe beim Klingelkasten wurde eingeschlagen. Foto: Frank Sawatzki

Auch am Klingelkasten haben die Randalierer ihre Aggression ausgelassen. Foto: Frank Sawatzki

Beim ersten Vorfall von Vandalismus wurde die Polizei nicht eingeschaltet, aber die Situation wiederholte sich: In einer Nacht hat jemand Bierflaschen durch das Fenster geworfen und die Fensterscheibe zerschlagen. Ein anderes Mal wurde falscher Feueralarm ausgelöst, weil elf betrunkene Leute im Aufzug stecken geblieben sind – auch Mitarbeiter des Aufzugsbetreibers mussten ausrücken. Frank Sawatzki, der Hausmeister des Studentenwohnheims an der Ostenbergstraße 99-101, sagt zu den Vorfällen: „Das ist nicht nur meine Mehrarbeit, aber das kostet auch Geld.“

Genaue Summen kann das Studentenwerk nicht nennen, „aber für einen Feuerwehreinsatz an einer anderen Wohnanlage mussten wir 1300 Euro bezahlen“, berichtet Catherine Heyer aus dem Studentenwerk.

Das Maß war voll und darauf musste das Studentenwerk reagieren. „Wir haben mit dem Heimrat gesprochen und wir haben versucht, die beste Lösung zu finden“, räumt Frau Heyer ein. „Wir bestrafen auch nicht gerne, aber wir müssen die anderen Studenten schützen. Das ist wie beim Fußball – wenn man dort vandaliert, kriegt man Stadionverbot.“ Als eine Lehre für die Studenten bleibt das Eastend bis zum 2. Mai geschlossen. Betrunkene Personen und Vandalen sind aber nicht nur montags und nicht nur in der Ostenbergstraße, sondern im Laufe der ganzen Woche ein großes Problem auf dem ganzen Unigelände.

Lösungen für den Konflikt gesucht

Nach dem Eastend bleiben die Studenten vor der Kneipe oft. Foto: Katarzyna Skowronek

Für viele Studenten geht die Party nach dem Besuch im Eastend noch weiter. Foto: Katarzyna Skowronek

Auch die Chefs des Eastend haben sich eine Maßnahme für die Zeit nach der Wiedereröffnung ausgedacht: „Das Erste, was wir machen werden, ist, ab null Uhr keinen Alkohol mehr zu verkaufen.“ Doch damit ist das Problem des Vandalismus wohl noch nicht ganz gelöst: Viele Leute feiern nach dem Kneipenbesuch auf ihrem Zimmer weiter. Um das zu verhindern, schlägt Hausmeister Frank Sawatzki vor, dass zukünftig keine Bierkästen mehr im Eastend verkauft werden sollen.

Auch einige Studenten ergreifen bereits Maßnahmen gegen die ausufernden Feiern. „Laute und lange Partys stören mich. Ich melde mich dann bei den Leuten, die feiern, und bitte sie darum, leiser zu sein“, hebt Benjamin Liedtke, Einwohner der Ostenbergstraße 97 hervor. Auch er besucht das Eastend fast jede Woche.

Die Chefs der Kneipe haben aber noch eine andere Idee: „Wenn es einen Grund gibt, dann gucken wir nach den Namen und den Zimmernummern, von den Leuten, die sich schlecht benommen haben und werden diese zur Verantwortung ziehen.“ „Eigentlich kennt man die Leute, die nicht aufhören können zu feiern. Deshalb sollte es nicht so schwer sein, ihre Namen herauszufinden“, merkt Benjamin Liedtke an.

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