Studentenwerks-Chef: Auch in Zukunft nicht mehr Geld

Die neue Sozialerhebung des Deutschen Studentwerkes zeigt es klar und deutlich: Studieren wird immer teurer und dank des Bachelors auch immer zeitaufwändiger. In Dortmund erläuterte der Präsident des Deutschen Studentenwerkes (DSW)  Prof. Dr. Rolf Dobischat nun Hintergründe und Einzelheiten.

Prof. Dr. Rolf Dobischat erklärt die Probleme der Studierenden. Fotos Jan Reckweg

Prof. Dr. Rolf Dobischat erklärt die Probleme der Studenten. Fotos: Jan Reckweg

Dobischat, seines Zeichens Bildungsforscher an der Universität Duisburg-Essen, gastierte im Rahmen der Offenen Fachhochschule in Dortmund. In der Sozialerhebung des DSW geht es ums Geld. Dazu haben Dobischat und seine Kollegen in 16.000 Geldbeutel geschaut. Der deutsche Durchschnitts-Studierende hat 812 Euro im Monat zur Verfügung. (pflichlektuere.com berichtete) Das sind immerhin 42 Euro mehr als 2006. Nordrhein-Westfalen belegt mit einem Betrag von 833 Euro Platz vier hinter Hamburg, Berlin und Bayern. Wie Dobischat meint, liegt dies allerdings an der letzten BAföG-Erhöhung von ungefähr 50 Euro.

Die Ausgaben

Die größte Punkt auf der Ausgabenliste ist die Wohnung (siehe Infokasten). Hinzu kommen noch die Studiengebühren. Gerade Kinder aus Arbeiterfamilien schreckt dies vom Studieren ab.

Rolf Dobischat erläutert die Sozialerhebung.

Rolf Dobischat erläutert die Sozialerhebung.

Hier greift das Stipendiensystem noch nicht – nur drei Prozent bekommen ein Stipendium. Nach der Meinung von Dobischat werden die Studenten auch in Zukunft nicht mehr Geld in der Tasche haben. So hätten rund 25 Prozent der Studierenden Probleme ihr Studium weiter zu bezahlen. Schon jetzt arbeiten zwei Drittel der Studierenden nebenher, in Dortmund sind es sogar drei von vier Studenten. Im Schnitt kommen sie so auf 44 Wochenstunden für Studium und Job. Knapp ein Drittel hat sogar ein Wochenpensum von über 50 Stunden.
Durch die Bologna-Reform haben die Studenten noch weniger Zeit.

Freude am Studium

Trotzdem rät Rolf Dobischat, das Studienfach nicht nur aus Karrieregründen zu wählen:
„Studiere was dir Spaß macht.“ Denn je mehr Spaß man am Studium entwickele, desto
schwächer empfinde man die Belastung.

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