Die Wissenschaftler von morgen

Unter welchen Bedingungen wachsen Algen? Wie kann man mit Hilfe einer Dachrinne Strom gewinnen? Und wie lange halten eigentlich Omis eingekochte Früchte? All das und noch viel mehr war am Dienstag in den Ausstellungsräumen der Dortmunder DASA zu erfahren. Dort hieß es erneut: „Jugend forscht“.

„Uns gefällt, was du im Kopf hast“ lautete das Motto des diesjährigen Wettbewerbs auf regionaler Ebene. Insgesamt 42 Stände zu sieben verschiedenen Themenfeldern gab es im Vorentscheid zu bestaunen (Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaft, Mathematik/Informatik, Physik, Technik). Die DASA ist zum achten Mal Veranstalter und Sprecherin Monika Röttgen zeigt sich nach dem Juryrundgang äußerst zufrieden: „Das Niveau ist auch in diesem Jahr wieder sehr hoch. Die Themen der Projekte sind zudem sehr breit gestaffelt.“ Einige Themen stechen aber dennoch heraus: „Ganz klar, die Bereiche Klimawandel und neue Energien sind im Kommen“.

Jugend forscht in Dortmund: Der Wettbewerb war auch in diesem Jahr gut besucht. Fotos: Martin Schmitz

Jugend forscht in Dortmund: Der Wettbewerb war auch in diesem Jahr gut besucht. Fotos: Martin Schmitz

Betreuung ist wichtig

Der Schirmherr, die Stiftung Jugend forscht e. V., gab bereits bekannt, dass es in diesem Jahr einen Teilnehmerrekord zu vermelden gibt. Bundesweit meldeten 10.914 Jugendliche Forscher ihre Projekte an. Grund dafür ist, laut Dr. Sven Baszio, dem geschäftsführenden Vorstand der Stiftung, die neue Projektbetreuerkampagne. Ziel dieser ist es, viele Lehrer und Schulen für die Teilnahme am Wettbewerb zu begeistern. Eine individuelle Betreuung sei „eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Projektarbeit der Jungforscher“. Das Teilnehmerfeld in Dortmund gibt seiner These Recht. Viele Projekte oder Problemlösungsstrategien sind in Zusammenarbeit mit engagierten Lehrern oder Ausbildern oder sogar direkt im Schulunterricht entstanden. Monika Röttgen bestätigt den Eindruck: „Viel hängt natürlich von den Lehrern und der schulischen Förderung ab. Aber auch vom familiären Umfeld – es gibt einige „Forscherfamilien“, die schon mehrere Teilnehmer hervorbrachten“.

Lisa Schenk mit ihrem Biologieprojekt: Sie analysierte verschiedene Bodenproben in Schulnähe

Lisa Schenk mit ihrem Biologieprojekt: Sie analysierte verschiedene Bodenproben in Schulnähe

Lisa Schenk (14) trat für das Gymnasium an der Schweizer Straße in Dortmund an. Die Idee für ihr Projekt ist entstanden, als sie sich die Pflanzen rund um ihre Schule genauer ansah. Sie fragte sich: Warum wachsen bestimmte Pflanzen an bestimmten Orten? Und warum an anderen Stellen eben nicht? Um diese Frage zu klären, entnahm sie mehrere Bodenproben rund um die Schule und untersuchte sie auf ihre Inhaltsstoffe. Ihr Ergebnis: „Boden ist nicht gleich Boden. Man muss ihn erst genau überprüfen bevor man etwas anpflanzt“. Auf den genauen Inhalt kommt es nämlich an, auf den ph-Wert und die Nährstoffanteile.

Präsentierten ihren Prototyp eines verbesserten Windgenerators: Arthur Kugel, Samuel Butt und Marcel Nemec (v.l.)

Präsentierten ihren Prototyp eines verbesserten Windgenerators: Arthur Kugel, Samuel Butt und Marcel Nemec (v.l.)

Samuel Butt (19), Arthur Kugel (19) und Marcel Nemec (19) entwickelten ihr Projekt innerhalb ihrer Ausbildung am Fraunhoferinstitut IML. Unter Betreuung eines Ingenieurs entwarfen sie innerhalb des kompletten letzten Jahres einen horizontalen Windgenerator in besonderer Tropfenform. Diese Erscheinung soll den Generator etwa fünf bis zehn Prozent effektiver machen. Außerdem benötigt er keine hohen Windgeschwindigkeiten, um seine Arbeit aufzunehmen. Die Forscher glauben an ihren Prototypen und hoffen, dass dieses neue Design sich in den nächsten Jahren etablieren wird. Einen ersten Erfolg konnten sie bereits auf der Ausstellung am Dienstag verbuchen: Sie belegten den zweiten Platz in der Kategorie Technik.

Lorenz Delia und Marvin (v.l.) schließen aufgrund der Fußabdrücke eines Verbrechers auf seine Größe und sein Gewicht.

Lorenz, Delia und Marvin (v.l.) schließen aufgrund der Fußabdrücke eines Verbrechers auf seine Größe und sein Gewicht.

Lorenz Butterweck (17), Delia Hendricks (16) und Marvin Sommer (17) vertraten das Aldegrever-Gymnasium aus Soest. Mit ihrem Projekt wollten sie beweisen, dass man mit mathematischen Mitteln handfeste Kriminalfälle lösen kann. Die Idee dazu resultierte – wie könnte es anders sein – aus TV-Vorlagen wie CSI oder ähnlichen aktuellen forensischen Kriminalserien. „Da kommt man natürlich schnell auf die Idee, so etwas auch einmal auszuprobieren“, gibt Delia zu. Anhand von Fußspuren berechneten die drei Jungforscher durch Korrelation und andere statistischen Mittel Größe und Gewicht eines potentiellen Verbrechers. Das Ergebnis sei zufriedenstellend – doch reichen diese Untersuchungen nicht ganz aus, einen Pausenbrotdieb zu enttarnen. Doch sie helfen, den Kreis der Verdächtigen deutlich einzugrenzen.

Der Weg bis zum Finale

Der Dortmunder Vorentscheid war einer von 78 Regionalwettbewerben im ganzen Bundesgebiet. Die Sieger dieser Veranstaltungen qualifizierten sich für den Entscheid auf Landesebene. Dieser findet für Nordrhein-Westfalen in Leverkusen statt. Dort wird dann Mitte März entschieden, wer seine Forschungsergebnisse vom 17. bis zum 20. Mai in Erfurt beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ vorstellen darf. Ob es für eines der Dortmunder Projekte für das große Finale reicht, kann niemand vorhersagen. Das Niveau im Allgemeinen ist auch in der 47sten Auflage des Wettbewerbs wieder hoch. Doch das ist laut Monika Röttgen von der DASA nicht so entscheidend: „Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen am Ball bleiben. Aber da mache ich mir keine Sorgen, viele machen weiter und die meisten Teilnehmer werden auch nächstes Jahr wieder etwas präsentieren.“

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