Studie: Vor allem sozial benachteiligte Familien nutzen Betreuungsgeld

Eine Umfrage unter mehr als 100.000 Eltern lässt neue Kritik am Betreuungsgeld aufkommen: Die Studie des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund zeigt, dass das Betreuungsgeld von Migrantenfamilien und bildungsferneren Eltern weitaus häufiger in Anspruch als von Akademiker-Haushalten genommen wird

In der Studie nannten von jenen Eltern, die keine Berufsausbildung oder einen Hauptschulabschluss haben, 54 Prozent das Betreuungsgeld als Grund dafür, dass sie ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken. Bei Familien mit höherem Bildungsniveau reduziert sich dieser Anteil auf unter 15 Prozent. Von den Familien mit Migrationshintergrund, die keine Betreuung wünschen, führten 25 Prozent das Betreuungsgeld als Begründung an. Bei deutschstämmigen Familien lag dieser Anteil bei 13 Prozent.

Laut den Autoren der Studie zeigen die Ergebnisse, dass das Betreuungsgeld zu einer sozial ungleichen Inanspruchnahme von Betreuung und Erziehung beiträgt. Die Geldprämie setze gerade bei den Familien falsche Anreize, für deren Kinder frühkindliche Bildungsangebote und Sprachförderung besonders wichtig seien. Das Betreuungsgeld wurde von der schwarz-gelben Regierung zum 1. August 2013 eingeführt. Seitdem erhalten Eltern, die für ihre Kleinkinder keine öffentlichen Betreuungsangebote nutzen, vom 15. bis zum 36. Lebensmonat 100 Euro monatlich. Ab dem 1. August 2014 steigt der Satz auf 150 Euro. 

 

 

 

 

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