NRW-Fachhochschulen distanzieren sich von Bologna-Kritik

Die Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen NRW hat einen offenen Brief an den Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof.Dr. Horst Hippler geschrieben. Darin kritisieren die Fachhochschulen Hipplers Äußerungen zur Bologna-Reform. Dieser hatte geäußert, dass die Bologna-Reform statt Persönlichkeiten nur Absolventen ausbilde.

„Ihre Beurteilung verkennt die Realität“, schreiben die Fachhochschulen in dem Brief, der online zu lesen ist. Hippler kritisierte die Bologna-Reform und die Idee, schneller zu studieren. „Man hat die Studiengänge sehr verschult“, sagte Hippler im ARD Interview vom 14. August. Man stünde unter dem Druck, „sehr sehr früh hohe Leistungen zu bringen“. Zum Studieren gehöre aber die Persönlichkeitsbildung, erst später solle abgerechnet werden und die Noten eingehen. Als Präsident der HRK spricht er stellvertretend für fast alle Rektoren staatlicher Hochschulen in Deutschland. Der Süddeutschen Zeitung sagte Hippler am 14 August: Der sechssemestrige Bachelor-Abschluss an den Universitäten sei – anders als an Fachhochschulen – in der Regel zwar „berufsqualifizierend“, reiche doch in vielen Fächern und Branchen nicht aus.

Die Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen in NRW kritisiert Hipplers Äußerungen, die Kritik sei „in der HRK in keiner Weise abgestimmt“. Mit seinen Äußerungen repräsentiere Hippler nicht die Gemeinschaft der Hochschulen im Sinne seines Amtes als Sprecher. Die Fachhochschulen in NRW entgegnen: „Die gestuften Abschlüsse sind von Studierenden in hohem Maße akzeptiert sowie in Wirtschaft und Verwaltung mehrheitlich gewünscht und anerkannt.“ Hippler rede schlecht, „was von Studierenden mit Fleiß und Mühe an unseren Hochschulen erworben wurde“.

16 Fachhochschulen sind Mitglied der Landesrektorenkonferenz, darunter auch die Hochschule Bochum und die Fachhochschule Dortmund.

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