Reaktionen auf die Ratswahl

Die schlechte Wahlbeteiligung der Dortmunder ist das eigentliche Ergebnis der wiederholten Ratswahl von Sonntagabend. Von rund 451.000 berechtigten Wählern sind nur 148.000 zur Wahlurne gegangen. Dass die SPD klar gewonnen hat, ist am Tag nach der Wahl nebensächlich.

Die SPD hat 43,7 Prozent der Stimmen kassiert, damit hat die Partei rund 6 Prozentpunkte mehr bekommen als 2009.  Wahlsieger neben der SPD sind die Grünen mit 17,2 Prozent, sie legten um 1,8 Prozentpunkte mehr Stimmen zu. Klarer Verlierer ist die CDU mit 27, 2 Prozent und einem Minus von 1,5 Prozentpunkte.

Philosophiestudent Tobias Diderich sieht ein Mangel in der politischen Bildung. Fotos: Karsten Kaminski.

Philosophiestudent Tobias Diderich sieht ein Mangel in der politischen Bildung. Fotos: Karsten Kaminski.

Die Reaktion auf dem Campus – die Dortmunder sind wahlmüde: „Der Grund liegt bei der politischen Bildung. Viele Jugendliche werden immer nur vor den Wahlen mit dem politischen System konfrontiert. In den Schulen müssen die Kinder politisch anerzogen werden, dadurch steigt auch das Interesse an Politik.“, sagt Philosophiestudent Tobias Diderich.

Auch andere Studenten auf dem Campus sind enttäuscht über die schlechte Wahlbeteiligung. Viele Studenten waren zwar nicht wahlberechtigt, weil sie noch in ihrem Heimatsort gemeldet sind, aber die geringe Wahlbereitschaft kommt bei den Studenten schlecht an.

Jede Stimme zählt

Die angehende Grundschullehrerin Tanja Hollans möchte Vorbild sein: „ Viele denken, es wird sich nichts ändern, also muss ich erst keine Stimme abgeben. Aber jede Stimme zählt. Ich bin nach Dortmund gezogen und habe auch Interesse an der Politik, denn die hat Auswirkung auf unseren Alltag. Wählen ist sehr wichtig und ich muss auch ein Vorbild für meine zukünftigen Schüler sein.“

Tanja Hollans möchte als angehende Grundschullehrerin Vorbild sein und geht deshalb wählen.

Tanja Hollans möchte als angehende Grundschullehrerin Vorbild sein und geht deshalb wählen.

Für viele Studierende war das Ergebnis der Wahl keine Überraschung. Die meisten Studenten, die die pflichtlektüre nicht repräsentativ befragt hat, tendieren zu Parteien wie die SPD oder die Grünen.

Viele Stammwähler

Die Stadt hat nach der Wahl eine kleine Statistik veröffentlicht, in der zum Beispiel das Wahlverhalten analysiert wird. In 17 von 302 Wahllokalen wurde jeder vierte Dortmunder befragt. Das Ergebnis: Rund 40 Prozent der Befragten waren wählen, weil sie die Kommunalpolitik wichtig finden, rund 25 Prozent haben sich an der Landespolitik interessiert. Außerdem seien die meisten Dortmunder Stammwähler – die Tendenz liege bei der SPD.

Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu 2009 um 14 Prozent gesunken, somit haben noch nie so wenige Dortmunder bei einer Ratswahl abgestimmt, wie am 26. August 2012.