„Meine Ernte“ – Biogärtner für ein Jahr

An der Größe des Feldes sieht man schon die Vielfalt der Gemüsesorten

Gemüse aus eigenem Anbau: Das Projekt "Meine Ernte" macht's möglich. Fotos: Julia Weiss

Mehr Bio kaufen, auf Facebook „Farmville“ spielen und mit dem Fahrrad zur Uni statt mit dem Auto – Grünsein ist in. Immer mehr Studenten versuchen, einen bewussten Umgang mit der Umwelt in ihrem Alltag umzusetzen. Das Projekt „Meine Ernte“ ist Farmville in der Realität: Gegen eine jährliche Gebühr bekommt man einen Garten mit Gemüse und Gartengeräten. Studentin Charlotte Schulte hat es ausprobiert – in Dortmund-Grevel.

So ein Garten verlangt viel Arbeit - Kompost ausschütten zum Beispiel

So ein Garten macht viel Arbeit: Kompost ausschütten gehört dazu.

Schon wenn man mit der Bahn nach Grevel hinausfährt, schlägt das grüne Herz höher. Das Umland wird zunehmend ländlicher, man lässt die städtische Zivilisation hinter sich. Ein Stückchen Urlaub im Alltag. Schließlich gelangt man an das Feld des Hofs Mertin, der den Platz für Gemüsegärten zur Verfügung stellt.

Charlotte Schulte (26) kommt einmal in der Woche zu ihrem Garten, manchmal sogar noch öfter. Die Lehramtsstudentin betreut in der Gesamtschule Scharnhorst eine Gärtner-AG. Mithilfe des Gartens sollen die Kinder lernen, was es heißt, Verantwortung für Pflanzen zu übernehmen. „Dabei können wir fast jede Woche anderes Gemüse probieren“, sagt die 11-jährige Tugce begeistert. Das Konzept kommt an; bei den Kindern und ihrer Betreuerin. Auch wenn die Jugendlichen noch viele Instruktionen brauchen: Sie lernen, wie man Tomatensträucher hochbindet, zu welcher Zeit welches Gemüse wächst, und dass ein Garten sehr viel Pflege braucht.

Kohlrabi zu ziehen ist gar nicht so einfach

Kohlrabi zu ernten ist gar nicht so einfach.

Gemüse aus dem eigenen Garten

Gerade muss Nesrin eine Kohlrabi aus dem Boden ziehen. Danach dürfen alle probieren, wie das selbst geerntete Gemüse schmeckt. Auf dem fertigen Gartenstück wachsen mehr als zwanzig Gemüsesorten, wie zum Beispiel Tomaten, Erbsen, Spinat und Salat. Aber auch Mangold oder Zuckermais sind dabei. Alle Gärten sind gleich aufgeteilt, ein Querschnitt ermöglicht es allen Gärtnern, dieselben Sorten zu haben und gleichzeitig zu ernten. Dabei steht im anliegenden Gärtnerhäuschen alles an Utensilien bereit; Harke, Spaten und Messerchen dürfen nicht fehlen.

„Das Schöne ist, dass man wirklich das ganze Jahr über ernten kann“, meint Charlotte. Einmal in der Woche rauskommen, sich in die Natur begeben, das macht ihr dabei am meisten Spaß. Da kann es auch schon mal passieren, dass sie andere Gärtner trifft, auch Studenten der TU Dortmund. „Hier ist eine Studentin neben uns, die hat sich genau ausgerechnet, dass es günstiger sei, selbst zu ernten, anstatt das ganze Gemüse im Supermarkt zu kaufen. Dabei hat sie noch nicht einmal Biopreise berücksichtigt“, sagt die angehende Lehrerin.

Im Geräteschuppen findet sich alles, was ein Gärtnerherz begehrt

Im Geräteschuppen findet sich alles, was das Gärtnerherz begehrt.

Wenn man an den Gärten vorbeigeht, fallen interessante Namen auf: „In Gadda da Vida“, „Le petit jardin“ oder „Kathleens und Peters Zauberwiese“. Eine Zauberwiese im wahrsten Sinne des Wortes. Echte Hobbygärtner toben sich zusätzlich auf dem freien Stück aus, auf dem wilde Blumen oder weiteres Gemüse wachsen.

Ein Gemüsegarten benötigt eine bis anderthalb Stunden Aufmerksamkeit in der Woche. Bei Fragen hilft der Landwirt des Hofs Mertin. Und im Gartenhaus hängen Tipps für Neueinsteiger. Beste Voraussetzungen also, dass es auch klappt mit dem Traum von der eigenen Ernte.

1 Comment

  • petra sagt:

    Hallo Julia,

    an für sich ist das eine tolle Geschichte. Aber schade, dass das größtenteils auf ganz normalen konventionellen Böden passiert und nicht biozertifiziert ist.

    ahoi, petra

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