Prognose: Ausgaben für Flüchtlinge verdoppeln sich

Die Kosten für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland werden sich im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich verdoppeln. NRW ist mit den höchsten Ausgaben in Deutschland besonders betroffen. Jetzt fordern die Länder vom Bund eine Pro-Kopf-Pauschale als Unterstützung.

Die Ausgaben für Flüchtlinge der Bundesländer werden sich in diesem Jahr im Vergleich zu 2014 von 2,2 Mrd. auf 5 Mrd. Euro mehr als verdoppeln. Das geht aus einer Befragung von dpa unter allen Landesregierungen hervor. Auch NRW ist von dem Anstieg stark betroffen: Allein das Innenministerium rechnet mit 587 Millionen Euro, während es 2014 noch 210 Millionen waren. Betrachtet man alle Ressorts zusammen, belaufen sich die Kosten sogar auf 830 Mio. Euro. Das ist mehr als in jedem anderen Bundesland, dicht gefolgt von Bayern und Hamburg.

Der Anstieg der Kosten ist den rasant steigenden Flüchtlingszahlen geschuldet. Allein in der vergangenen Woche hat NRW 5.300 Flüchtlinge aufgenommen. Das Land NRW rechnet damit, bis Ende diesen Jahres deutlich mehr als 100.000 Flüchtlinge aufgenommen zu haben.

Nun fordern die Bundesländer mehr Unterstützung vom Bund. Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) schlägt eine Pro-Kopf-Pauschale für jeden Flüchtling des Bundes vor. So sei die gesamte Summe flexibler, müsse nicht immer neu verhandelt werden und könne sich mit den Zahlen verändern. Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger befürwortet die Forderung.

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