USA: Urteil für Netzneutralität

Die US-amerikanische Kommunikationsaufsichtsbehörde FCC hat sich für eine schärfere Regulierung des Geschäfts mit Breitband-Netzen ausgesprochen. Damit stellten sich die FFC-Kommissare gegen die Einführung eines Zwei-Klassen-Internets und stärkten die Netzneutralität.

Das Prinzip der Netzneutralität besagt, dass im Internet alle Inhalte gleich schnell bzw. langsam weitergeleitet werden müssen. In den vergangenen Jahren haben die großen Telekommunikationsunternehmen wie Comcast, Verizon und AT&T dieses Gebot häufig missachtet. So brachte beispielsweise Comcast den Streaming-Anbieter Netflix dazu, mehr Geld dafür zu bezahlen, dass Kunden von Comcast Netflix-Videos „ruckelfrei“ anschauen konnten. Dies ist deshalb möglich, weil es in den Vereinigten Staaten nur wenige große Netzanbieter gibt, die oftmals auch in verschiedenen Regionen ihre Dienste anbieten und deshalb eine Art Monopolstellung besitzen.

Um dies zu verhindern, hat die FCC das Internet nun zu einem öffentlichen Gut erklärt. Die Betreiber dürfen künftig kein Geld für eine bevorzugte Durchleitung von Daten verlangen. Während Internetaktivisten das Urteil als einen Sieg feiern, wird es von den Telekommunikationsunternehmen eher kritisch gesehen. Da Experten davon ausgehen, dass sich das Datenvolumen in den nächsten Jahren verdreifachen wird, rechnen viele mit einem möglichen Datenstau. Die Netze müssten also ausgebaut werden, doch das ist sehr teuer.

In Deutschland und Europa wird aktuell ebenfalls über die Netzneutralität diskutiert. Da es auf europäischer Ebene noch keine gemeinsame Linie gibt, wird die Debatte wohl noch einige Zeit andauern.

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