tu>startup Lounge mit Richard Brandt

Es waren wertvolle Tipps, die Richard Brandt am Montagnachmittag den rund 25 Zuhörern im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der TU Dortmund gab. Unter dem Titel „Global Entrepreneurship and Key Issues for Funding Start-Ups” erklärte der amerikanische Investor, was bei der Finanzierung von Firmen kurz nach der Gründung zu beachten ist.

Richard Brandt war am Montagnachmittag zu Gast im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ). Foto: Torben Richter

Richard Brandt war am Montagnachmittag zu Gast im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ). Foto: Torben Richter

Richard Brandt ist das, was man im Investorenjargon „Business Angel“ nennt: Er gibt jungen Firmengründern die Möglichkeit, ihre Firmen und Ideen vorzustellen und unterstützt sie in der Anfangsphase finanziell und durch sein ausgeprägtes Fachwissen. Und davon hat Brandt reichlich: Jahrelang reiste er als Vizepräsident von AT&T International, der zur damaligen Zeit größten Telefongesellschaft überhaupt, durch die Welt, um auf allen Kontinenten AT&T-Niederlassungen zu gründen. Neben seiner Investorentätigkeit lehrt Brandt an der Lehigh University in Pennsylvania und ist Direktor des Iacocca Institute, das Manager ausbildet.

Im schicken Dreireiher läuft Richard Brandt während des Vortrages durch den Raum, versteckt sich nicht hinter einem Rednerpult. Brandt spricht so überzeugend, er könnte dem Papst ein Doppelbett verkaufen. Der Saal ist seine Bühne. Immer wieder erheitert Brandt die Zuhörer mit Anekdoten, gibt aber auch konkrete Tipps zur Präsentation einer Geschäftsidee.

Zehn Minuten für eine gute Idee

Zum Beispiel zum „Elevator Pitch“: „Ich kann nur in eine Idee investieren, die mir jemand bei einer Aufzugfahrt erklären könnte. Bei Präsentationen, zum Beispiel im Silicon Valley, hat man die Möglichkeit, vor rund 30 Investoren seine Ideen vorzustellen. Dafür hat man zehn Minuten Zeit. Wer überzieht oder nach zehn Minuten nicht mit seiner Präsentation fertig ist, fliegt raus. Es ist wirklich extrem wichtig, dass man die Idee kurz und präzise vorstellen kann.“

Besonders in der Anfangsphase einer Firma müsse sich der Gründer ausschließlich auf seine Arbeit konzentrieren: „Es gibt viele Leute, die versuchen, ihr Privatleben und ihre Firma ins Gleichgewicht zu bringen oder neben der Firma noch eine andere Arbeit zu haben. Das funktioniert nicht. Ein Investor muss sehen, dass man sich hundertprozentig für diese Idee einsetzt. Das ist zwar nicht fair, aber ich bin nicht hier, um Ihnen zu erklären was fair ist, sondern wie es in der Realität läuft.“

Gute Kontakte sind wichtig

Immer wieder betont Brandt, wie wichtig gute Kontakte sind. Dafür bietet sein Institut an der Lehigh University jährlich eine „Global Village Summer School“ an, an der mehr als 100 junge Unternehmer aus aller Welt teilnehmen. Der Geschäftsmann betont, wie wertvoll die dort geknüpften Bekanntschaften sind und berichtet von beeindruckenden Geschäftspartnerschaften, die Ergebnisse eines Global Village-Treffens sind. Und die Summer Schools haben, so Brandt, noch einen anderen Nebeneffekt: „Bei den mehr als 1500 Absolventen sind jetzt schon 20 Ehen durch die Schule entstanden. Ich habe manchmal das Gefühl, ich betreibe eine Dating Börse.“

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