„Alles viel entspannter“

Isabella Namibia AufmacherIsabella studiert Bauingenieurwesen an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. In Namibia macht sie ein Auslandssemester. Neben der Uni will sie vor allem eines: Reisen. Und Steine sammeln.

„Gleich am ersten Wochenende habe ich mir mit drei anderen Mädchen ein Auto gemietet und bin losgefahren. Unser Ziel: der Fischriver Canyon im Süden Namibias. Von Windhoek sind das knapp 650 Kilometer, die letzten Kilometer mussten wir über Schotterstraßen fahren – das allein ist schon ein Erlebnis! Genauso habe ich mir mein Auslandssemester vorgestellt: Studieren und Reisen.

Auf den Schotterstraßen sind höchstens 80 Stundenkilometer erlaubt, dementsprechend lang haben wir gebraucht. Schon auf dem Weg haben wir wilde Tiere gesehen: Antilopen und Zebras. Und dann erst der Canyon, das war der absolute Wahnsinn! Die Landschaft in Namibia ist einfach nur schön. Insgeheim bin ich auch ein Geologie-Fan und hier in Namibia finde ich auf jedem Ausflug ganz außergewöhnliche Steine!

Lange Wartezeiten sind ganz normal

Inzwischen habe ich die Wüste gesehen, das Meer und ich war auf Safari im Etosha-Nationalpark. Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen sind direkt vor meiner Nase hergelaufen. Also was die Natur angeht, bin ich einfach nur begeistert. Den prägendsten Eindruck haben aber die Menschen bei mir hinterlassen.

Ein Auslandssemester in Afrika - für Isabella der perfekte Mix aus studieren und reisen.

Ein Auslandssemester in Afrika – für Isabella der perfekte Mix aus studieren und reisen.

Die sind alle viel entspannter als in Deutschland. Am Anfang war das zwar etwas schwierig, ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass nicht alles direkt erledigt wird. Auf meine Studienbescheinigung oder auf meinen Bibliotheksausweis musste ich tagelang warten. Auch vereinbarte Termine heißen erst einmal gar nichts.

Mit der Sicherheit hatte ich anfangs Probleme

Manchmal finden Vorlesungen zum Beispiel nicht statt, weil der Professor etwas anderes vorhat. Am Anfang hat mich das noch aufgeregt, aber inzwischen sehe ich das ganz locker. Wenn keine Vorlesung ist, unternehme ich eben was mit den vielen tollen Menschen, die ich an der Uni und im Hostel kennengelernt habe. Vor allem die Einheimischen sind total offen und herzlich.

Bildung in Namibia

Echte Probleme hatte ich am Anfang nur mit der Sicherheit. In unserem Hostel gibt es extra ein automatisches Tor, das sofort schließt, wenn ein Gast reingekommen ist. Als Schlüssel dient ein Fingerabdruck. Ein bisschen wie in einem Sicherheitsgefängnis. Das ist aber auch nötig. In Windhoek ist die Kriminalität sehr hoch – vor allem wenn es dunkel ist, gibt es viele Überfälle.

Aber das ist auch das einzige, was ich an Deutschland vermisse. Ich nehme auf jeden Fall mit, dass wir uns als einzelne Person nicht so wichtig nehmen sollten und dass ich viele Dinge entspannter angehen sollte. Es wird schwierig, das in Deutschland beizubehalten, aber ich möchte es zumindest versuchen.“

Was Teresa, Tabea und Keno für Erfahrungen gemacht haben, erfährst du hier: 

Teresa Namibia

Teresa Nehm, 25, studiert               Hörfunk in             Leipzig

 

Tabea Namibia

Tabea Platthoff, 22, studiert                   Soziale Arbeit in Münster

 

 

Keno Burmester, 27, studiert Politik in Hannover

Keno Burmester, 27, studiert Politik in Hannover            Foto: privat

 

Fotos: Inga Wonnemann

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