Die jungen Wilden: AfD & Piratenpartei

Die neuen Parteien Alternative für Deutschland und die Piratenpartei haben gezeigt, dass sich in Deutschland Parteien nicht länger entlang ideologischer Pfade gründen müssen. CDU, FDP, Grüne, SPD und Linke vertreten ihrerseits Konservatismus, Liberalismus, alternative ökologische Denkweisen oder bilden das soziale Gewissen. Die neuen Parteien AfD und Piratenpartei sind anders – sie gründen sich zur Lösung konkreter Probleme. Aber werden sie bei der Bundestagswahl im September Erfolg haben?

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase. Auch die Piratenpartei und die AfD versuchen nun, im Vorfeld der Bundestagswahl 2013, ihr gesamtes Wählerpotenzial auszuschöpfen. Foto: flickr.com/Piratenpartei Deutschland

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase. Auch die Piratenpartei und die AfD versuchen nun, im Vorfeld der Bundestagswahl 2013, ihr gesamtes Wählerpotenzial auszuschöpfen. Foto & Teaserbild: flickr.com/Piratenpartei Deutschland

Die Historie der Piratenpartei und der Alternative für Deutschland ist noch sehr jung. Für die AfD ist es die erste Bundestagswahl, die Piraten traten bereits 2009 an, da erreichten sie 2,0 Prozent der Stimmen. Sie werden gern als „neue Parteien“ vorgestellt. Dabei macht sie nicht nur ihre Entstehungsgeschichte neu. Beide Parteien haben sich aufgrund einer akuten gesellschaftlichen Diskussion gegründet, die sie nun versuchen, mit ihren Konzepten zu lösen. Eine völlig neue Art der Parteienentstehung. Selbst die Grünen haben sich zu Beginn der 80er mehr noch aus dem ideologischen Wert der ökologischen Lebensweise und aus der Friedensbewegung heraus gegründet.

Neu ist jedoch auch, dass sich beide Parteien auf dem üblichen politischen Spektrum von links nach rechts kaum verorten lassen. Natürlich lassen sich gewisse Grundströmungen ausmachen. So würde man rein gefühlsmäßig den Wirtschaftsprofessoren und Juristen der AfD eine eher konservative Haltung zu schreiben. Eine Rückbesinnung zu starken Nationalstaaten ist immerhin eine Forderung, die mehr der politischen Rechten zugeschrieben wird, als der proeuropäischen Mitte.

Die Piraten, so ausgeflippt, wie sie sind, sind wohl eher auf der linken Seite des Spektrums zu verorten. Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen und so der Wiederherstellung von sozialer Gerechtigkeit untermauern dieses Argument. Und doch finden sich bei den Piraten auch Themen, vor allem bei Bürgerrechten, mit denen sie die liberale Position der FDP einnimmt, als diese Liberalismus noch nicht ausschließlich als Liberalismus der Märkte verstand. Insgesamt sind jedoch beide Parteien hier viel stärker durchmischt und verstehen sich selbst nicht als entweder konservativ oder links. Stattdessen bilden sie einen Pool für Unzufriedene aus allen gesellschaftlichen Milieus.

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