Gemeinsam für ein barrierefreies Studium

Alles dafür tun, um vor allem ausländischen und behinderten Studenten ein möglichst sorgenfreies Campusleben zu bieten – Das ist die Devise des AStA-Referates für Diversity und Interkulturelles an der Uni Duisburg-Essen (UDE). Das Referat gibt es zwar erst seit dem Wintersemester 2010/2011, aber trotzdem haben die Referenten um Tobias Quiram und Essayas Lule schon viel erreicht. Sie unterstützen Studenten, die durch Nationalität, Geschlecht, gesundheitliche Beeinträchtigung oder Behinderung auf Schwierigkeiten oder Probleme an der UDE stoßen.

Wenn man durch das recht dunkle Untergeschoss der Uni Duisburg-Essen läuft, wird einem leicht etwas mulmig zumute. Man rechnet wohl kaum damit, dass einem hinter einer großen Stahltür plötzlich zwei nette Herren entgegenlächeln. Das sind Tobias Quiram und Essayas Lule. Die zwei arbeiten im AStA der UDE und haben ihr Büro in einem der Kellerräume des Campus. Zu ihnen kommen Studenten, die aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Nationalität oder Ähnlichem an der Uni auf Barrieren stoßen. Im Wintersemester 2010/2011 gründeten sie das Referat für Diversity und Interkulturelles. Damit wollen die Referenten jegliche Barrieren an der Uni und auf dem Campus beiseite schaffen.

Für´n juten Zweck

Kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen und helfen jedem: Li Lei, Hasan Mohamed Ibou, Essayas Lule und Tobias Quiram aus dem AStA-Team (v.l.n.r.). Foto: Maren Bednarczyk

Li Lei aus China, Hasan Mohamed Ibou, Essayas Lule aus Äthiopien und Tobias Quiram aus Neuss arbeiten gemeinsam im AStA-Team der UDE (v.l.n.r.). Foto: Maren Bednarczyk / Teaserfoto: flickr.com/Kate Ter Haar

Essayas Lules Berliner Akzent lässt leicht erahnen, dass er gebürtig wohl nicht aus dem Ruhrgebiet kommt. Seine dunkle Hautfarbe deutet allerdings auch nicht auf Berlin, sondern eher auf Afrika hin und so ist es auch: Essayas ist in Äthiopien geboren, ist dann mit zehn Jahren nach Ost-Berlin gekommen und 2008 schließlich zum Studium der Sozialen Arbeit an die UDE. Er ist Referent des jungen Referates für Diversity und Interkulturelles, dass er mit seinem Team bewusst ins Leben gerufen hat: „Mit dem Referat für Diversity und Interkulturelles wollen wir Randgruppen und Minderheiten an der Uni unterstützen. Damit wollen wir das Spektrum des AStA erweitern. “

Mittendrin statt nur dabei

Tobias Quiram kam aus Neuss zum Studium an die UDE. Hier macht er bald seinen Magister in Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Geschichte. Er hat selbst eine körperliche Behinderung und kann sich somit gut in die Lage der Studenten versetzen, die an der Uni aufgrund ihres Handicaps manchmal Probleme haben. „Wir haben uns zum Beispiel an das Studentenwerk gewandt, damit das Besteck in der Mensa auf einer Höhe positioniert wird, an die auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme dran kommen“, erzählt der 26-Jährige. Zusammen mit Essayas kümmert er sich nicht nur um die Leute, die während der Sprechzeiten in ihr Büro kommen, sondern organisiert auch Projekte. Nun planen sie auch ein Autonomes Referat für behinderte und chronisch kranke Studenten. Die Chancen dafür stehen gut, da das Studierendenparlament den Antrag bereits einstimmig angenommen hat.

Nichts ist unmöglich

Li Lei ist auch im AStA-Team, kommt gebürtig aus China und ist vor dreieinhalb Jahren zum Studium der Wirtschaftsmathematik an die Uni Duisburg-Essen gekommen. In nur einem Jahr lernte er in einem Intensivkurs die deutsche Sprache und ist nun sogar Referent im Autonomen Internationalen Referat. Durch seine Mitarbeit schafft er vor allem die Kommunikation zwischen einer der größten Studentengruppen der UDE, den Asiaten, und der Universität. Zukunftsängste hat das 24-jährige Sprachtalent nicht: „Es gibt immer mehr asiatische Unternehmen in Deutschland, sie bieten dadurch vielen deutschen und asiatischen Studenten Arbeit nach ihrem Studium.“ Im Autonomen Internationalen Referat arbeitet Lei eng mit seinen Kollegen Tobias und Essayas aus dem Referat für Diversity und Interkulturelles zusammen.

Ruhr-Unis alle gut gerüstet

Multi-Kulti auf dem Essener Campus: Auf dem Basar der Kulturen stellten Iraker, Chinesen und Türken ihre Spezialitäten und Traditionen vor. Foto: AStA UDE

Multi-Kulti auf dem Essener Campus: Auf dem Basar der Kulturen stellten Iraker, Chinesen und Türken ihre Spezialitäten und Traditionen vor. Foto: AStA UDE

An den anderen Ruhr-Unis gibt es bereits vergleichbare Projekte. So hat die TU Dortmund zum Beispiel ein Autonomes AusländerInnenreferat und auch ein autonomes Behindertenreferat. Auch an der Ruhr-Uni Bochum sorgen die Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender an Bochumer Hochschulen (IbS) und das Servicezentrum für behinderte Studierende (SZB) des Akademischen Förderungswerks (AKAFÖ) für Nachteilsausgleich.

Wegen der vielen bereits bestehenden Angebote hatten es Tobias, Essayas und Co. am Anfang schwer, erfolgreich Werbung für ihr neues Referat an der UDE zu machen. Ende Juni veranstalteten sie mit „AStA goes International“ einen Basar der Kulturen. Dort haben verschiedene Kulturvereine und Studenten traditionelle Spezialitäten, Bücher und Tänze präsentiert.

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