Falsche Flüchtlingsgräber jetzt auch in Dortmund

Mehrere Grabimitate sind seit Donnerstag sind in der Dortmunder Innenstadt zu sehen. Sie sollen an die Flüchtlinge erinnern, ertrunken auf ihrem Weg über das Mittelmeer nach Europa. Bereits am Wochenende wurden in Berlin 100 solcher Gräber ausgehoben. 

Eines dieser vermeintlichen Grabmäler ist am Schauspielhaus aufgebaut. „Dem Unbekannten Geflüchteten (Gestorben im Mittelmeer)“, steht auf der Grabplatte aus Holz geschrieben. Zwei weitere Gräber stehen im Westpark. 

Erinnern sollen die Grabimitate an die vielen tausend Flüchtlinge, die im Mittelmeer auf ihrem Weg nach Europa ertrunken sind. Wer die Gräber in Dortmund aufgestellt hat, sei bisher unklar, wie die Ruhr Nachrichten mitteilten. 

Fest steht jedoch, wo die Idee ihren Ursprung fand. Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) in Berlin hat die Aktion bereits am vergangenen Wochenende ins Leben gerufen. Der Grund: ihr Protest gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik in Europa. In Berlin zogen in einem „Marsch der Entschlossenen“ tausende Demonstranten vor den Bundestages und hoben 100 Gräber aus. Sogar echte Leichen hatte das ZPS exhumiert und anschließend beigesetzt. 

Gegen 91 Demonstranten aus Berlin wird mittlerweile ermittelt. Doch fand die Aktion auch Nachahmer in anderen deutschen Städten. Anders als in Duisburg, wo die Stadt am Montag ein Scheingrab entfernt hat und Nachahmern mit rechtlichen Konsequenzen droht, wolle man in Dortmund nichts gegen die Gräber unternehmen. Das teilte der Pressesprecher der Stadt, Frank Bußmann, den Ruhr Nachrichten mit. Konsequenzen drohten nur, wenn weitere Gräber den Verkehr behinderten oder Menschen gefährdeten. 

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