Very British: Filmkritik zur Komödie „Easy Virtue“

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England irgendwann zwischen den goldenen 20ern und swingenden 30ern: Man nehme eine versnobte britische Adelsfamilie und hetze ihnen eine freche amerikanische Rennfahrerin auf den Hals – und voilá! Schon hat man 1 ½ Stunden beste Unterhaltung. Das ist – kurz gesagt – das Geheimrezept von „Easy Virtue“, der neuen Komödie von Regisseur Stephan Elliott die diesen Donnerstag in die deutschen Kinos kommt.

Das glückliche Ehepaar
Frisch verheiratet und glücklich verliebt: John (BEN BARNES) und Larita (JESSICA BIEL). © 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

Der junge Engländer John Whittaker verliebt sich Hals über Kopf in die glamouröse Larita. Die beiden heiraten auf der Stelle. Doch als Johns Mutter ihre amerikanische Schwiegertochter kennenlernt, ist sie „not amused“. Bald fliegen die Fetzen zwischen diesen ungleichen Damen; ein schlagfertiger Wortwechsel jagt den nächsten.

Wir wünschen keinerlei weitere Beweise für Ihre fragwürdige Moral!

„Easy Virtue“ nimmt diesen Clash der Kulturen und vor allem die Britische Upper Class perfekt aufs Korn. Larita wird ein ums andere Mal mit den „barbarischen“ englischen Sitten konfrontiert, zum Beispiel der Fuchsjagd oder der britischen Küche.

Mrs. Whittaker und Schwiegertochter Larita
Mrs. Whittaker (KIRSTIN SCOTT THOMAS, r.) und Schwiegertochter Larita (JESSICA BIEL, l.) fahren die Krallen aus. © 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

Großartige Star-Besetzung

„Easy Virtue“ glänzt nicht nur mit einer überraschenden Story, sondern vor allem mit der perfekten Besetzung: Ben Barnes, den man zuletzt als Dorian Gray sehen konnte, zeigt sich hier als unbeschwerter Kindskopf John. Kristin Scott Thomas und Colin Firth sind eine erstklassige Kombination als Mr. und Mrs. Whittaker. Und wer hätte gedacht das Jessica Biel schauspielern kann? Die Dame, die sich sonst eher als Freundin von Justin Timberlake auszeichnet, zeigt hier wahre Schauspiel-Finesse. Und singen kann Miss Biel auch noch, das beweist sie auf dem Soundtrack zum Film.

Sehr hörenswerter Soundtrack

Überhaupt ist der Soundtrack zu „Easy Virtue“ wirklich hörenswert! Fast alle Schauspieler singen selber, meist Klassiker der 20er und 30er Jahre. Und dazu gibt es noch witzige Retro-Versionen von bekannten Hits wie zum Beispiel „Sexbomb“ oder auch „Carwash“.
Großartige Kostüme, eine tolle Kulisse und die Kameraführung fangen die Stimmung der 20er Jahre perfekt ein. Der Film basiert übrigens auf einem gleichnamigen Theaterstück von 1925, geschrieben von Noel Coward.

„Easy Virtue“ ist der perfekte Streifen für alle Liebhaber bitterböser britischer Komödien. Aber ein Tipp: Am Besten ist der Film im Original zu genießen, die Synchronisation kommt leider so gar nicht an die bissigen Bemerkungen und den Humor der Englischen Version heran, der ist eben „very british“.