Entspannen in Margarethes Wohnzimmer

Ein Beitrag von Katja Vossenberg

Kissen und Decken auf dem Boden, bequeme Stühle und ein Blümchen auf dem Beistelltisch in der Ecke. Klingt gemütlich? Das soll es auch sein. Die Margarethen-Kapelle in Dortmund-Barop verwandelt sich für ein Pilotprojekt der evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Dortmund in ein gemütliches Wohnzimmer – genauer gesagt in „Margarethes Living Room“. Am vergangenen Dienstag startete das Projekt.

wohnzimmer_living room

So sieht das Wohnzimmer in der Kapelle aus: Kissen, Kerzen und Blümchen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Fotos: Katja Vossenberg

„Margarethes Living Room“ soll ein Ort sein, an dem Besucher alles hinter sich lassen können. Hier gibt es keine Deadlines und Fristen, Uni- und Alltagsstress sollen hier keinen Einzug erhalten.

Die Studierendenpfarrerin Kerstin Schiffner, die dieses Projekt entwickelt hat, möchte eines besonders vermitteln: „Sei willkommen und tanke bei uns auf zwischen den Seminaren.“ Denn sie hat oft erlebt, dass die Sehnsucht nach so einem Ort groß ist. „Die ESG-Angebote sind häufig sehr bildungslastig, viele Studenten haben mir gesagt, dass ihnen dafür nach einem Uni-Tag meistens die Kraft fehlt.“ Kerstin Schiffner hat deshalb lieber ein Angebot geschaffen, das auch aus ihrer Sicht wirklich gebraucht wird.

Der Name „Living Room“ bedeutet dabei, dass man eigentlich alles in der Kapelle machen kann, was man möchte. Egal, ob jemand Kaffee trinken, andere Leute treffen, entspannen, beten oder die Ruhe genießen will – es sind bewusst keine Grenzen gesetzt. „Gerne hätte ich irgendwann auch noch ein paar Instrumente da, damit man Musik machen kann“, sagt Kerstin Schiffner. Feste Angebote soll es eigentlich nur geben, wenn die Besucher sie wünschen. Einziger Fixpunkt ist eine Messe donnerstags abends.

pfarrerin

Pfarrerin Kerstin Schiffner ist gespannt, wie das Projekt sich entwickeln wird.

Jeder kann ins Wohnzimmer kommen

„Margarethes Living Room“ wurde deshalb auch ganz bewusst als Name gewählt. Dieser Name soll verdeutlichen, worum es bei dem Projekt geht: Die Kapelle ist nicht länger einfach nur Kirche, sondern auch „Wohnzimmer“, in dem man sich wohlfühlen kann und „Lebensraum“, in dem man aufleben kann. Willkommen sind in dem „Wohnzimmer“ eigentlich alle, die für sich nach genau so einem Raum suchen. Gläubig muss man dafür nicht sein. Es werden bewusst auch nicht nur Studierende eingeladen, sondern eigentlich alle Leute aus Dortmund. „Trotzdem würde ich mich freuen, wenn mehr junge Leute hier wären. In allen anderen Kirchen sind hauptsächlich alte Menschen, das hätte ich hier gerne anders“, so Schiffner.

Das Projekt „Margarethes Living Room“ der ESG Dortmund läuft erstmals in diesem Sommersemester. Jeden Dienstag von 10 bis 16 Uhr und jeden Donnerstag von 14 bis 21 Uhr wird die Margarethen-Kapelle für alle geöffnet sein, die gezielt Raum für Entspannung im Alltag suchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.