Rondoprinz. Von wegen adelig.

Christian Bigos und Nico Schreiber von der Band Rondoprinz über ihren Bandnamen, das Ruhrgebiet und ihr neues Album. Christian Bigos ist Dozent an der TU Dortmund, nebenbei noch Lehrer und natürlich Musiker. Nico Schreiber ist Student an der TU Dortmund. Kennengelernt haben sie sich beim Rocktutorium. Beide standen beim Campus Total auf der Bühne

pflichtlektüre: Wie seid ihr denn auf den Bandnamen gekommen? Rondoprinz klingt ja schon recht außergewöhnlich…

Christian Bigos und Nico Schreiber freuen sich auf Campus Total Fotos: Rondoprinz

Christian Bigos und Nico Schreiber von Rondoprinz. Fotos: Rondoprinz

Nico Schreiber (Schlagzeug): Das kann ich mittlerweile sagen, ich bin ja neu in der Band. Als der Chris in Herne eingezogen ist, da brauchte er eine Waschmaschine und da hat er eine ganz alte gefunden und an der ist ein ganz schwerer Betonsockel dran. Das Ding wurde dann reingeschleppt in die Wohnung und steht da noch immer, ich weiß gar nicht, ob die Maschine noch funktioniert. Auf jeden Fall heißt die Maschine Rondoprinz. Da hat sich der Chris gedacht, die nächste Band heißt Rondoprinz.

pflichtlektüre: Warum hat eure Musik meist so einen Sechziger-Jahre-Touch – möchte ich es mal nennen.

Christian Bigos (Sänger und Gitarrist): Ich weiß gar nicht, ob da soviel Sechziger drin sind. Ich bin eher ein Kind der Achtziger, ich höre da viel mehr Anleihen aus New-Wave-Gitarrenbands, die ich eher assoziere, wenn ich das eigene Zeug im Nachhinein höre.
Man kann es so genau nicht sagen, dass es aus einer bestimmten Zeit kommt. Es ist wohl ein Konglomerat meiner musikalischen Sozialisation, die man bei Rondoprinz hört. Da haben auch viele Leute Probleme mit. Es gab auch so ein paar Printmedien, die wussten erstmal nicht so viel damit anzufangen, weil sie keine Schublade aufmachen konnten.

pflichtlektüre: Das stimmt, die Musik ist sehr facettenreich. Ein Merkmal haben dann jedoch alle Songs – sie sind auf deutsch. Warum?

Christian Bigos: Ich hatte schon einmal eine Kapelle, da war eine Sängerin dabei, die hatte englische Texte gemacht. Für mich war das ein Identifikationsproblem gewesen, obwohl wir echt erfolgreich waren. Es war auf einem guten Weg. Als dann gefordert wurde, dass ich der Sänger werden sollte, nachdem die Sängerin aus der Band ausgestiegen ist, war für mich recht klar, dass müssen deutsche Texte sein. Ich komme aus dem Ruhrpott und wenn man sich musikalisch ausdrückt, dann geht das am besten mit seiner Muttersprache.

Rondoprinz beim Deutschen Rock&Pop Preis 2009

Rondoprinz beim Deutschen Rock&Pop Preis 2009

pflichtlektüre: Interessant ist auch, dass das Fundament der Band im Prinzip die TU Dortmund ist. Kennengelernt habt ihr euch als Dozent und Student oder als Kommilitonen. Ist das Ruhrgebiet denn ein gutes Pflaster für Musiker?

Nico Schreiber: Das ist eine interessante Frage. Ich bin erst vor etwa fünf Jahren hier her gezogen, komme aus einem ganz kleinen Dorf in der Eifel und ich muss sagen, dass es hier mehr Vielfalt gibt. Man trifft mehr Musiker, die unterschiedlich sind und die mehr ihre eigenen Sachen machen. Auf jeden Fall kann man daran wachsen, viele Ideen sammeln, deshalb ist das Ruhrgebiet ein guter Boden für Musiker.

Rondoprinz-Helme beim Duschen tragen

pflichtlektüre: Ihr habt beim letztjährigen Deutschen Rock&Pop Preis gleich zwei Preise abgeräumt. Einmal in der Kategorie: „Bestes Musikvideo“ für „Helme beim Duschen tragen“ und einmal für „Bestes Arrangement“ für „Weil das so ist“. Wie war die Resonnanz darauf und was bringt die Zukunft?

Christian Bigos: Die Youtube-Klicks sind auf jedenfall erheblich angestiegen. Wir haben in Herne eine Videopräsentationsparty gemacht und das war für Herne schon echt rappelvoll. Da hat man schon gesehen, da scheinen die Leute langsam drauf aufmerksam geworden zu sein.

Nico Schreiber: Die Freunde haben sich mitgefreut, dass das ausgezeichnet worden ist und freuen sich das es weitergeht. Und freuen sich ganz besonders auf das nächste Album. Wir hoffen, dass wir das im Sommer rausbringen können.

Chritian Bigos: Die (Debüt-) CD ist eine Eigenproduktion, als wir die aufgenommen haben waren die Gelder einfach noch nicht da. Es ist schon eine Musik auf die man sich einlassen muss und die live auch nochmal was anderes ist. Du wirst nicht im ersten Moment gekickt. Das wird bei der Zweiten vielleicht anders. Es scheint auf jeden Fall so von den Stücken her…

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