Dortmunder Wissenschaftler starten Stammzellen-Projekt

Wissenschaftler am Dortmunder Leibniz-Institut für Arbeitsforschung wollen Stammzellen so programmieren, dass sie Menschen mit Lebererkrankungen helfen können. Das berichtet der WDR. Das Projekt soll im Februar starten.

Geforscht wird an sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen. Die sind quasi unbegrenzt verfügbar, da sie aus fast jeder menschlichen Zelle entwickelt werden können. An ihnen wird ein Verfahren angewandt, das die ursprünglichen Informationen im Zellkern löscht. Anschließend können diese Stammzellen künstlich verändert werden. Die Wissenschaftler wollen sie so programmieren, dass sie dem genetischen Profil menschlicher Leberzellen nahe kommen. Bislang haben Forscher jedoch erst eine Übereinstimmung von maximal 68 Prozent mit natürlichen Leberzellen erreicht, sagt der Leiter des Forschungsteams Patricio Godoy.

Gelingt es den Forschern, Leberzellen nachzubilden, können auf deren Basis neue Therapiemöglichkeiten für jene Leberkranke entstehen, für die es keine Spendenorgane gibt. Ein Nebeneffekt: Die Zahl der Tierversuche könnte ebenfalls zurückgehen. 

Forschungsort ist das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung im Dortmunder Süden. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit einer Million Euro.