Am Dienstag erscheint an deinem Campus die neue Ausgabe der pflichtlektüre. Das aktuelle Heft richtet seinen Fokus auf das Thema Datenschutz. Außerdem erklärt die pflichtlektüre, wie du mit dem Uni-Knigge besser durch das Studium kommst und welche Job-Alternativen es für Lehramtsstudenten gibt. Einen ersten Einblick in die neue Ausgabe gibt’s hier:
Keine ähnlichen Beiträge bisher.



Liebe “pflichtlektüre”-Redaktion!
Ich habe die neue Ausgabe vorhin aus dem Aufsteller gefischt und spontan beschlossen, euer Angebot hinsichtlich meiner Kritik zum neuen Magazin anzunehmen: Ich werde den Quatsch in Zukunft einfach nicht mehr lesen. So habt ihr eure Ruhe und könnt weiterhin in dem Glauben bleiben, da irgendetwas von Bedeutung zu produzieren. Ich meinerseits muss mich nicht mehr durch belanglose Bildchen und Anzeigen wühlen, von denen ich denke, dass sie auf dem Campus wirklich keine Seele ernsthaft interessieren können.
Immerhin: Bei der Werbung ist in dieser Ausgabe eine deutliche Steigerung geglückt. Diese erstreckt sich allerdings lediglich auf die Dämlichkeit der Auswahl: FIAT, Essen Motorshow, Graf’s Reisen (vielleicht blättern ja auch Oma und Opa mal im Magazin) und (!) die Getränkedose.
In Sachen Unbelehrbarkeit steht ihr professionellen Redaktionen schon nicht mehr viel nach. Auf der Website habt ihr mich im entsprechenden Artikel noch mit Genuss namentlich vorgeführt, doch ins Heft hat es nicht mal ein Satz zu meiner Kritik geschafft. Nicht mal eine Viertelseite ist die gesamte Diskussion euch Wert. Der Online-Artikel war da bedeutend länger. Das nennt man dann wohl Scheinheiligkeit. Zunächst betroffen tun und das unangenehme Thema dann zügig und still beerdigen.
Viel Spaß noch! Ich bedauere jetzt schon diejenigen Studis der “Ruhrallianz”, die sich diesen WAZ-Werbe-Käse weiterhin weitgehend kommentarlos vorsetzen lassen werden. Wobei: Wer das gut findet, hat es wahrscheinlich auch gar nicht besser verdient.
Mit freundlichen Grüßen
Dennis Kretzschmar
Ach Dennis,
schade, dass wir dich als Leser verlieren. Aber gelernt habe ich aus unserer Diskussion ja auch etwas: Engelsgeduld, auf deine immergleichen Fragen und Beleidigungen zu antworten und so eben für Transparenz zu sorgen, wird nicht belohnt. Schade um die Mühe.
Zu deiner Beschwerde, mit deiner Kritik nicht auch im Heft vorgekommen zu sein: Deine Beschwerden haben wir erhalten und teils sogar in der Redaktion diskutiert. Wichtiger vielleicht (?): Deine fünf Minuten Ruhm hattest du hier online. Mehr noch: Du hast sie bis in Ewigkeit, unvergänglich.
Uns hat diese Diskussion viele Stunden Arbeit gekostet. Das haben wir gern in Kauf genommen und tun das auch weiterhin. Damit Leser wie du uns sagen können, was sie denken, was uns wiederum weiterbringen kann. Macht Sinn, oder?
Den Platz für Leserpost in unserem grausamen, billigen und belanglosen Heft haben wir größtenteils für vorbildliche Kritik genutzt: Hart, aber konkret und vor allem stringent. Das Ergebnis der Online-Diskussion steht in aller Kürze unter dem erwähnten Leserbrief. Jetzt quengelst du, dass du dort nicht dabei bist. Abgesehen davon, dass es ein Kraftakt geworden wäre, in deinen widersprüchlichen, wirren Zuschriften eine Art von Kern zu entdecken: Wäre deine Kritik auch dort noch einmal erwähnt worden, hättest du dich doch wahrscheinlich ohnehin wieder “vorgeführt” gefühlt.
Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich deiner Meinung nach nun der Selbstgerechte von uns beiden bin.
Aber damit kann ich leben. Auch wenn es mir einfach nicht in den Kopf will.
Ein schönes Leben noch
Tobias Jochheim