Wissenswert: Warum macht der April was er will?

Aprilstreiche, Frühlingsgefühle, Ostern – das alles verbinden wir mit dem April. Rein wettertechnisch beschert uns der April aber dreißig Tage Unberechenbarkeit: Regen am Morgen, Sonnenschein am Mittag und Hagel am Abend. Neben einem leidigen Schulterzucken heißt es dann oft „Der April, der macht, was er will“. Doch wie entstehen eigentlich diese Wetterlaunen im April?

Aprilwetter

Aprilwetter. Foto: bildaspekt.de / pixelio.de

Der Frühling kann alles sein – ein zweiter Winter oder ein verfrühter Sommer – doch der April treibt diese Ungewissheit auf die Spitze. So fühlt es sich zumindest an manchen Apriltagen an: Der Monat fährt die ganze Palette an Wetterphänomenen auf und ein Spaziergang wird zum russischen Roulette. Dr. Wilhelm Kuttler, Universitätsprofessor für Angewandte Klimatologie an der Universität Duisburg-Essen kennt die Erklärung für das wechselhafte Wetter im April.

„Der April ist sozusagen der Vermittler zwischen Sommer und Winter, die darum kämpfen, welche Druckgebilde in Europa vorherrschen. So ist die Wetterlage im Frühjahr vor allem durch einen launenhaften Wechsel von Aufheiterungen und Schauerwetter, manchmal begleitet von Schnee, Graupel oder Hagel, geprägt.“, erklärt Kuttler. Kein Wunder, so sagt er, dass man den Monat April durch eine Unzahl von Bauern- oder Lostagregeln beschreiben kann. Redewendungen wie „Gehst du im April bei Sonne aus, lass nie den Regenschirm Zuhaus“ haben also durchaus ihre Berechtigung.

Entscheidend für das Aprilwetter ist die Lage der Druckgebiete. Im Nordwesten liegt häufig ein Hochdruckgebiet, über Skandinavien ein Tiefdruckgebiet. Durch den Drehsinn beider Druckgebilde – das Hoch dreht sich mit, das Tief entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn – transportieren sie Kaltluft nach Mitteleuropa – wie zwei ineinandergreifende Zahnräder.

Foto einer Cumuluswolke

Eine Cumulus- oder Haufenwolke, Foto: pixelio.de / Robert Emmerich

„Dabei muss man berücksichtigen, dass die Sonne im April bereits fast so hoch steht wie im August“, sagt Kuttler. Außerdem erwärmen sich die Meere, wie die Nordsee, dreimal langsamer als der Boden. „Mitteleuropa wird sozusagen zur Heizplatte. Der Boden gibt viel Wärme ab und die hertransportierte kalte, feuchte Luft wird gezwungen, aufzusteigen. Dort kühlt sie sich aufgrund eines starken vertiken Temperaturgefälles stark ab.“

„Durch die aufsteigende, abkühlende Luft bilden sich dann dicke blumenkohlartige Wolken, die Cumuluswolken oder auch Haufenwolken. Sie sind verantwortlich für großtropfigen Regen und Schauer gefolgt von Graupel oder Hagel. Sobald eine Wolke abgeregnet ist, kommt es nach kurzer Zeit wieder zu Aufheiterungen und Sonnenschein, bis sich eine neue Wolke gebildet hat“, erklärt Kuttler. Und deswegen macht der April, was er will!