Abo-Frust statt Abo-Lust

Ein kostenloses Probe-Abo, das klingt reizvoll. Hinter den verlockenden Angeboten lauern jedoch oft dreiste Betrüger. Aktuell warnt die  Verbraucherzentrale NRW vor der Abo-Abzocke des Deutschen Videorings.

Der Verbraucherschutz warnt vor der dreisten Masche des DVR.

Der Verbraucherschutz warnt vor der dreisten Masche des DVR.

Den gemütlichen Einkaufsbummel in der Dortmunder-Innenstadt wird Laura* so schnell nicht vergessen. In der Fußgängerzone sprach sie eine junger Mann an: „Er erzählte mir, dass seine Firma derzeit Zeitungsausträger testet“, erinnert sich Laura. „Ich versprach mir drei kostenlose Ausgaben meiner Lieblingszeitschrift. Alles was ich dafür machen müsste, ist im Anschluss des Abos einen Bewertungsbogen ausfüllen“, sagt die Studentin. Verwunderlich: Obwohl alles kostenlos sei, musste sie ihre Kontoverbindung angeben. Reine Routine beruhigte sie der Jugendliche: Nur so könnte die Firma ihre Identität und die Zustellungsdaten ihres Probeabonnements eindeutig zuordnen. „Eigentlich war es offensichtlich, dass an der Geschichte etwas faul war“, ärgert sich Laura im Nachhinein.

Die Fälle häufen sich

Laura ist nicht die Einzige, die in den vergangenen Wochen auf die dreiste Masche reingefallen ist. Anstelle kostenloser Zeitschriften, wundern sich die Probekunden über Abbuchungen von ihrem Girokonto. Auch im Ruhrgebiet häufen sich die Fälle. Hinter der Abzocke steckt laut der Verbraucherzentrale der Deutsche Video Ring (DVR). Die Masche ist einfach: Vor allem junge Mitarbeiter des DVR bitten in den Innenstädten des Ruhrgebiets um Unterstützung. Mit einem völlig kostenlosen Zeitschriften-Abo (darunter Titel wie Gala, Kicker, Hörzu, Spiegel oder Stern) locken sie ihre Opfer in die Falle. Zum Ende der Probezeit müsse man nur eine Bewertungskarte mit der Zufriedenheit der Zustellung zurücksenden. Der angeblich hehrer Zweck der Sache: Schüler, die als Zeitschriften-Austräger arbeiten wollen, werden so getestet und erhalten im Anschluss eine feste Anstellung. Tatsächlich geht es dem DVR jedoch nur um die Kontoverbindungen und das Geld ahnungsloser Bürger.

Der DVR ködert mit bekannten Zeitschriftentiteln.

Der DVR ködert mit bekannten Zeitschriftentiteln.

Auf der Seite des  Verbraucherschutzes mehren sich die Kommentare über das Vorgehen des DVR. So kommentiert Kai Raußmüller: „Ich bin auch darauf reingefallen! Leider kann man nichts machen, da man ja mit seiner Unterschrift quittiert hat.“ Ilona Schwieger von der Verbraucherzentrale Dortmund kennt das Problem. „Solche Delikte sind rechtlich immer schwierig. Im Nachhinein ist es nie leicht zu beweisen, wer was gesagt und vereinbart hat“, sagt Schwieger. Wer auf die Abzocke reingefallen ist, der sollte sofort vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen, rät die Verbraucherschützerin. Die Geschädigten sollten zudem unbedingt die Abbuchung von ihrem Girokonto im Auge behalten. Unrechtmäßige Abbuchungen können von der Bank wegen Widerspruch zurückgebucht werden. Auch Laura hat einen Widerruf an die DVR-Gmbh geschickt. „Hoffentlich hat sich das Thema damit erledigt“, sagt Laura.

Tipps von der Verbraucherzentrale:

  • Vorfall der Verbraucherzentrale melden. Dann kann man schriftlich tätig werden.
  • Auf jeden Fall das 14-tägige Widerrufsrecht nutzen und das Abo kündigen.

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53 Kommentare zu “Abo-Frust statt Abo-Lust”

  1. C.W

    In Freiburg sind auch unterwegs! Bin leider auch reingefallen! Und könnte mich schwarz ärgern über meine Navität bzw. meine Gutgläubigkeit! Habe am Freitag meine Kündigung einmal per Mail und einmal per Einschreiben versendet. ich hoffe ich komme da raus.Habe bisher nichts gehört. Die Frist läuft erst morgen ab! Doch habe ich am Freitag einen Anruf bekommen in dem ich meine Angaben bestätige! Erst daraufhin ist es mir wieder eingefallen und ich habe gegoogelt und es dann erfahren. Bis jetzt kam nichts zurück! Entweder kommt von denen nie wieder etwas! Sprich keine Abbuchungen von meinem Konto oder ein Bestätigungsschreiben über die Stornierung. Ich hoffe auf letzteres!

  2. L

    Hallo,
    mir ist heute ärgerlicherweise das Selbe passiert und will das Abo auch umgehend stornieren. Meine Frage nun: Was schreibe ich in den Brief damit die wissen welches Abo sie stornieren müssen? Reicht dazu mein Name? Immerhin habe ich noch keine Kundennummer o.Ä. erhalten und möchte auch nicht warten bis das Unternehmen von seiner Seite aus sich meldet.

    LG L

  3. Rolf

    Wow, ein Glück, dass ich nicht der einzige Dumme hier bin.
    Ich bin (im Mai schon) von einer Dame von der Europäischen Tierstiftung angesprochen worden.
    Ähnlich wie @Bernhard wurde auch mir erzählt, ich bekäme 4 Hefte kostenlos, dafür würde der Verlag 5€ an die Europäische Tierstiftung spenden. Danach könnte ich ein Jahresabo draus machen, dann würde der Verlag die Spende auf 10€ aufstocken.
    Ich hab mich dummerweise bequatschen lassen (muss wohl noch lernen, ein echtes Arschloch zu sein) und den Zettel unterschrieben. Als es um die Bankverbindung ging, habe ich zwar gesagt, die wollte ich ihnen dann erst geben, wenn ich tatsächlich das Jahresabo nehmen würde, da wurde mir dann aber erklärt, das ginge nicht und die würden auch zum Datenabgleich gebraucht (oder sowas). Die Lieferung der Hefte sollte dann im August beginnen, anders würde der Verlag das nicht machen.
    Habe mir den Wisch dann leider nicht nochmal durchgelesen - 1. Fehler.
    Im Juni bekam ich dann von Eur@Solution Ltd.&Co. KG (in D offenbar nur eine Briefkastenfirma) einen Brief ohne Betreff, in dem mir dann (im Text eingebettet) die Bestellung eines Jahresabos bestätigt wurde. Für die ersten vier Hefte bekäme ich eine Gutschrift auf die erste Rechnung.
    Den Brief habe ich leider auch nicht sonderlich beachtet und erstmal auf Seite gelegt - 2. Fehler.
    Anfang August habe ich dann das erste Spiegel-Heft bekommen, eine Woche später hat eine Firma PVZ aus Stockelsdorf von meinem Konto abgebucht. Da bin ich dann stutzig geworden, habe die Lastschrift zurückgehen lassen und mir den ganzen Kram mal genauer angeschaut. Ich habe dann einen Widerruf (Einschreiben) mit Schilderung des Vorgangs, wie ich an das Abo gekommen bin, an Eur@Solution und die PVZ geschickt. Der Brief an Eur@Solution ist als “Empfänger unbekannt” zurückgekommen, die PVZ hat mir geschrieben, mein Widerspruch käme zu spät und könnte nicht berücksichtigt werden. Außerdem habe ich von der PVZ einen Brief bekommen, dass die Lastschrift zurückgekommen wäre, ich würde dann eine Ersatzrechnung bekommen und sollte den Betrag bitte überweisen. Eine Ersatzrechnung kam so wenig wie die Originalrechnung. Stattdessen habe ich eine Zahlungserinnerung bekommen, bei der der Betrag dann schon 4,92€ Mahngebühren enthielt. Ich sollte den Betrag dann überweisen oder der Firma eine neue Einzugsermächtigung erteilen (dann würde ich auch die Mahngebühr erlassen bekommen). Außerdem würde ich mich mit Erhalt dieses Schreibens im Zahlungsverzug befinden und es würden Verzugszinsen von 5% über Basiszinssatz p.a. auf die Rechnung kommen, bis ich bezahlt hätte (außer, ich würde innerhalb von 14 Tagen bezahlen).
    Ich habe jetzt nochmal zurückgeschrieben, dass ich den Vertrag als ungültig betrachte, weil er 1. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und 2. in einer rechtswidrigen Situation zustande gekommen ist (BGH-Urteil vom 01.04.2004, AZ: I ZR 227/01). Außerdem hätte ich bisher noch keine Rechnung erhalten und würde daher nicht einsehen, warum ich überhaupt etwas zahlen sollte. Zudem dürfte eine reine Zahlungserinnerung nicht mit Mahnkosten und Verzugszinsen belegt sein. Zuletzt habe ich dann auf Basis von §119 BGB den Vertrag angefochten, weil ich ja bei Unterzeichung einem Irrtum über eine “verkehrswesentliche Eigenschaft der Sache” unterlag.
    Ich werde jetzt auch mal die Verbraucherzentrale besuchen und denen meinen Fall schildern.
    Wenn ich was Neues von der PVZ höre, schreib ich’s hier rein.

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am rande

Mehmet Ali Kisa Viele Menschen im Ruhrgebiet suchen ihren Platz in der Gesellschaft. In Videos und Audioslideshows stellt euch die pflichtlektüre schwule Muslime, einen christlichen Fußball-Fanclub, bulgarische Wanderarbeiter und eine tamilische Gemeinde vor. Und Kioskbesitzer Mehmet Ali Kisa, der seit fast 30 Jahren in Deutschland lebt und sich trotzdem oft nicht akzeptiert fühlt.
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