Richtig was auf dem Kasten

Sie sind an jeder Ecke zu sehen und doch irgendwie unsichtbar. Stromkästen sind immer grau und meist beklebt, beschmiert oder beschmutzt. Wirklich immer? Nein! Denn der Dortmunder Verein „Die Urbanisten“ hat in den letzten drei Jahren dafür gesorgt, dass über 30 Kästen im Westen der Stadt künstlerisch gestaltet werden konnten. Mit ihrem Projekt „Energieverteiler“ sorgen sie dafür, dass die langweiligen Klötze am Straßenrand zum echten Blickfang werden. Das Besondere an dem Projekt: Die Bewohner der Stadt werden mit einbezogen, denn jeder kann sich mit einem Entwurf bei den Urbanisten um die Gestaltung eines Stromkastens bewerben.

Der Urbanist Florian Artmann hat das Projekt im Jahr 2011 ins Leben gerufen, um kleine Fleckchen in der Stadt zu erzeugen, die die vorbeigehenden Menschen zum Nachdenken oder Schmunzeln bringen. Was man aber auf den ersten Blick nicht sieht: Hinter den Motiven, Formen und Darstellungen auf den Energieverteilern stecken persönliche Geschichten, besondere Ideen und witzige Informationen. An einem sonnigen Nachmittag hat sich Florian auf den Weg durch das Westend gemacht und zeigt der pflichtlektüre einige seiner Lieblingsstücke. Klickt euch durch, lauscht seinen Geschichten und genießt. 

 

 

 

Zur Person

Florian Artmann

 

FlorianFlorian Artmann ist 32 Jahre alt, Urbanist seit Gründungszeiten und „Energieverteiler-Papa“. Zusammen mit einer Freundin organisiert er seit drei Jahren die Gestaltung von Stromkästen im Dortmunder Westen. Der gelernte Erzieher ist mit viel Spaß bei der Sache. Trotzdem gehört auch Organisationstalent dazu: „Man denkt immer, dass es ganz schnell geht ein paar Stromkästen zu bemalen, aber da steckt wirklich eine Menge Arbeit dahinter.“ Angefangen bei der Sichtung der Kästen, über die Anfrage beim jeweiligen Besitzer, die Einhaltung der unterschiedlichen Richtlinien und finanziellen Möglichkeiten bis zur Prüfung der Bewerbungen und schließlich zur Gestaltung und Pflege der Kästen. 

Aber egal wie viel er organisieren, planen und beachten muss, Florians Herz hängt an dem Projekt und an jedem seiner „kleinen Energieverteiler“: „Das schönste an dem Projekt ist, dass aus so vielen kleinen Einzelteilen und so vielen einzelnen Kästen und Gestaltungen im Ganzen so etwas Schönes, Kreatives und Gesellschaftsbereicherndes wird.“ 

Mehr zum Thema Urbanisten bei der pflichtlektüre: Echte Quartiersliebe 

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