Duell am Donnerstag: Sind E-Book-Reader cool?

DAS-DUELL-e-Reader

Bildschirm versus Papier – hier spaltet sich der Kreis der Literaturfreunde. Möchte ich traditionell den Schmöker in den Händen halten oder theoretisch tausende Bücher digital in der Tasche haben? Mancher schwört auf das gute alte Buch, bei dem man sich niemals über einen leeren Akku ärgern muss. Andere bevorzugen das eselsohrfreie Lesen am Display und schwören auf den E-Reader. Auch unsere Autorinnen Mona Ameziane und Alexandra Kuszlik sind sich bei diesem Thema uneins.

Nein!


Cool finde ich zum Beispiel Quentin Tarantino und Hip Hop sowie The Walking Dead und Breaking Bad. Auch Chucks, mal wieder.

Weniger cool dagegen: Wenn einen nach der zweieinhalbstündigen Reader-Inbetriebnahme der schwache Akku nervt. Auch wenn die neuen Reader einen tollen Akku haben, so ist auch der irgendwann leer, garantiert! Bevorzugt immer dann, wenn es gerade besonders spannend zugeht und man keine Möglichkeit zum Aufladen hat.

Technische Geräte können außerdem auch kaputt gehen(!), das ist bei Büchern eher seltener der Fall. Besonders tragisch, wenn das hippe Ding unterwegs abraucht und man sich, Gott behüte, echt mal wieder langweilen muss! 

Ein Buch zur gleichen Zeit 

Ich lese übrigens zeitgleich immer nur ein Buch, deshalb muss ich in der Regel auch nicht mehrere transportieren. Wegen der drei Bücher (länger dauert mein Urlaub leider nicht), die ich auf Reisen mitnehme, brauchte ich bisher kein Übergepäck zahlen.

Das Argument, dass E-Books viel günstiger sind, lässt sich nicht wirklich bestätigen: Mal abgesehen von der deutschen Buchpreisbindung ist der Unterschied zwischen der gedruckten Buch und der digitalen Ausgabe marginal. Eine Verkäuferin im Buchladen erklärte mir, dass der Druck pro Buch nur 1,50 Euro ausmache, daher könne sich der Preis nicht groß unterscheiden.

Weiteres Manko: Ich habe keine aktuellen Bücher als Gratis E-Books gefunden.

Kein bisschen umweltfreundlicher

Es ist auch ein Irrglaube, dass E-Reader umweltfreundlicher sind. Wie fast alle elektronischen Geräte unterliegen auch E-Reader ständig technischen Neuerungen, wodurch die meisten Leute die Geräte oftmals genauso häufig austauschen, wie ihre Handys. Die Verkäuferin sagte mir außerdem, dass es tausend Jahre (!) dauere, bis sich so ein E-Reader „zersetzt“ habe. Die verbreitete Kaufmentalität verursacht also, neben einem kaum zu entwirrenden „Kabel-Salat“ in unseren Schubladen, einen stetig wachsenden Müllberg.

Ich mag mein volles Bücherregal und kaufe auch lieber im kleinen Buchladen ein. Dort werden mir regelmäßig neue Bücher empfohlen, die bisher alle meinen Geschmack trafen! Den Laden bewahre ich mit meinem Einkauf nebenbei  praktisch vor dem Ruin, besser als AMAxxx die Kohle in den Rachen zu werfen.

Ja!

Seit ich denken kann, hieß es am Urlaubsanfang für mich: Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Drei T-Shirts, zwei Hosen, meine Zahnbürste und 27 Bücher. Spätestens am Flughafen hockte ich dann geknickt vor dem Check-In Schalter und musste mein Gepäck um einige Exemplare erleichtern, damit die Dame auf der anderen Seite mich ohne tiefen Griff ins Portemonnaie in Richtung Süden fliegen ließ. Im Urlaub las ich dann extra langsam, damit mir nicht vor dem letzten Tag mein Lesestoff ausging. Doch leider war das jedes Mal der Fall!

Vor ungefähr einem Jahr lösten sich jedoch all diese Probleme von einem Tag auf den anderen in Luft auf. Ich reiste auf einmal problemlos mit 70 Büchern im Handgepäck -und das ohne Bibi Blocksberg gekidnappt oder Harry Potters Zauberstab gestohlen zu haben. Ich entdeckte ganz einfach die Vorzüge des E-Book-Readers und kann heute nicht mehr ohne. Muss ich auch nicht, denn das Gerät ist so handlich, dass es in jede Tasche passt.

Mein ganz individuelles Buch

Klar, ein echtes Buch ist und bleibt etwas ganz Besonderes! Es riecht gut, fühlt sich gut an und lässt sich Seite für Seite umblättern. Aber kann es auch in 24 Stufen leuchten? Sind Schriftart, Größe der Buchstaben, der Zeilenabstand und die Seitenränder individuell einstellbar? Wiegt es gerade mal 200 Gramm? Und sagt es dir an, wie lange du noch bis zum Kapitel – oder Buchende – brauchst? Nein! Das kann nämlich nur ein E-Reader, der praktischerweise gleich bis zu 1000 Bücher in Einem ist. Eine kleine mobile Bibliothek also – die noch viel mehr kann:

In den meisten E-Book-Readern befinden sich zum Beispiel integrierte Wörterbücher und Enzyklopädien in verschiedenen Sprachen, die man nach Bedarf erweitern kann. Stößt man beim Lesen auf  unbekannte Wörter oder Fachbegriffe, reicht es diese kurz anzuklicken und schon ploppt die passende Definition auf. Um den Überblick zu behalten kann man außerdem alle gesammelten Werke problemlos in Sammlungen unterteilen und sie so mindestens genauso übersichtlich sortieren, wie im Bücherregal.

Zusätzlich spart man auch noch Geld, denn von der Anschaffung der Reader mal abgesehen, sind E-Books meist günstiger und manchmal sogar gratis. Vor allem Freunde klassischer Literatur können profitieren, denn die meisten deutschen und auch einige fremdsprachige Klassiker stehen als kostenloser Download zur Verfügung.

Auch für diejenigen unter uns, die in jeder ihrer Schreibtischschubladen schon seit Jahren ein fertiges Manuskript liegen haben, ist die Erfindung des E-Books genial. Eigene Werke zu veröffentlichen und sich somit als Autorenneuling einen Namen in der Buchwelt zu machen ist durch die Digitalisierung nämlich viel einfacher geworden.

Einfacher ist auch der Kauf der Bücher an sich: Denn E-Books sind bequem per Finger-Klick erhältlich. Sogar Sonntags, an Feiertagen und – im Urlaub.

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Foto: stockxchng/bizior, Teaserfoto: S. Hofschlaeger / pixelio.de, Montage: Steinborn/Schweigmann

Teaserfoto: Julien Christ  / pixelio.de

6 Comments

  • Mona Ameziane sagt:

    Sylvia Schreiber,

    Da hast du recht, das ist super! Mittlerweile kann man sogar bei einigen e-Book-Anbietern die Bücher für bestimmte Zeit ausleihen. Das kostet dann natürlich auch weniger 😉

    Viele Grüße,
    Mona

  • Ich muss noch das Argument On-Leihe bei Pro anbringen 🙂 Seit ich mich in der Bibliothek angemeldet habe, kann ich problemlos alle Bücher, die zur Verfügung gestellt werden, kostenlos ausleihen – ohne in die Bibliothek zu fahren. Auch vom Urlaub aus 🙂

    Liebe Grüße
    Sylvia

  • Mona Ameziane sagt:

    Christian Lanzerath,

    Hallo Christian,

    auf deine erste Frage kann ich dir leider nicht antworten, da dieses Contra-Argument auch für mich nicht ganz schlüssig ist. Aber zur zweiten Anmerkung: Diskussionen sind meiner Meinung nach nie überflüssig, wenn es verschiedene Meinungen gibt. Und du glaubst gar nicht vor wie vielen Freunden ich meinen E-Reader schon heldenhaft verteidigen musste 😉
    Generell geht es dabei ja auch nicht um den Inhalt (der natürlich bei beiden Formen der Veröffentlichung gleich ist!!), sondern um die Art des Lesens. Und das muss ich ehrlich zugeben: Digitales Lesen unterscheidet sich doch in ganz schön vielen Punkten vom herkömmlichen Buchkonsum. Es sollte einfach jeder für sich selbst entscheiden, welche Form er bevorzugt. Aber darüber zu diskutieren ist damit für mich trotzdem noch nicht überflüssig!

    Liebe Grüße,
    Mona

  • Frage an den Contra-Part: Warum ist die Tatsache, dass es aktuelle Bücher nicht als Gratis-eBook gibt (mal abgesehen davon, dass es nicht stimmt), ein Argument gegen E-Book-Reader? Es gibt ja auch keine aktuellen Bücher als Printausgabe gratis (bzw. für 1,50 Euro, wenn man mal die Druckkosten mit berücksichtigt).

    Insgesamt finde ich diese ganze Diskussion pro und contra E-Books ziemlich überflüssig. Der Inhalt eines Buchs bleibt, wie er ist. Es ist egal, ob ich ihn digital oder analog konsumiere.

    Gruß,
    Christian

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