Mehr Drogenkonsum an Schulen in NRW

Seit 2011 hat sich die Zahl der Drogendelikte an Schulen in Nordrhein-Westfalen verdoppelt. Das zeigen Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA) und des Innenministeriums. Zählte das LKA im Jahr 2011 in NRW noch 443 Drogenfälle, waren es vier Jahre später bereits 897.

In den meisten Fällen geht es um den Kauf oder Besitz von Betäubungsmitteln, überwiegend von Cannabis. Auch drei Heroin-Fälle tauchen in der Statistik auf. Die Täter sind häufig Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Kinder unter 14 Jahren, Lehrer oder Hausmeister gehören deutlich seltener zu den Betroffenen. Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) ist die „gesellschaftliche Verharmlosung von Cannabis“ ein Grund für den Anstieg der Fälle.

Den größten Zuwachs bei Drogendelikten an Schulen gab es in Baden-Württemberg. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Fälle von 348 im Jahr 2011 auf 939 im Jahr 2015 fast verdreifacht. Die Polizei in Sachsen geht ebenfallsvon einer Verdoppelung der Fälle aus, jedoch im deutlich niedrigeren Bereich: 2015 wurden 128 Fälle registriert. Ähnlich hoch fallen auch die Zuwächse in Thüringen und Sachsen-Anhalt aus. In Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen ist dagegen nur ein leichter Anstieg festzustellen.