Das Schweigen der Listen

Ein Kommentar von Alexander Koch

Ich kam mir vor wie bei einer Service-Hotline: Kontaktaufnahme? Schwierig. Schnelle und zuverlässige Beantwortung? Großteils unbefriedigend. Vollständig? Nein. Über insgesamt zwei Monate zog sich die Warterei auf die Antworten von nur fünf der neun Listen hin. Vier Listen reagierten auf meine Fragen überhaupt nicht. Sieht so die repräsentative Vertretung für Studierenden aus?

Norbert Schollum/ pixelio

Vier Listen waren nicht zu erreichen. Foto Norbert Schollum/ pixelio

Schon jetzt liegt die Beteiligung bei Stupa-Wahlen bei gefühlten 0,7 Prozent. Umso enttäuschender, dass angesichts des ohnehin schon ausbaufähigen Rufes des Studierendenparlaments immer noch nachlässig gearbeitet wird. Als Studierender wünsche ich mir, dass meine „Vertreter“ erreichbar sind. Nur so kann es gelingen, dem Desinteresse vieler Studierender an der Hochschulpolitik entgegenzuwirken.

Ebenso enttäuschend ist, dass bemühte Listen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren studentischen Wählern bewusst sind, unter diesem Verhalten leiden. Denn so mancher Studierender dürfte sich bereits über die Informationspolitik der Listen geärgert haben. Die Betroffenen sollten das mittlerweile registriert haben, oder nun aufwachen. Ansonsten droht dem Studierendenparlament dauerhaft, was im Fachjargon als „Politikverdrossenheit“ bezeichnet wird. Höheres Interesse der Studierenden an der Arbeit des Parlaments? Eine intensivere Beteiligung der Studierenden? Eine höhere Wahlbeteiligung als 10 Prozent? Mit so einem (Nicht-)Engagement jedenfalls nicht.

Ich zweifle, ob sich tatsächlich alle Listen ihrer Verantwortung gegenüber den Studierenden bewusst sind. Falls nicht, sollte dieses Bewusstsein schnell einkehren. Zum Vorteil der Studierenden und derjenigen, die ihre Aufgabe im Studienparlament tatsächlich ernst nehmen.

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