Uni-Bibliothek verspricht Verbesserungen

Ein Beitrag von Jonas Gnändiger und Christian Kleber

Innerhalb von einem Jahr hat sich in der Unibibliothek der TU Dortmund viel getan. Bücher sollen ab sofort an Terminals ausgeliehen werden, die Rückgabe übernimmt ein großer Automat im Eingangsbereich – eine große Umstellung für die Studenten. Im Interview mit Bibliotheks-Leiter Joachim Kreische hat pflichtlektüre nachgehakt, was sich bereits geändert hat und was die Studenten im neuen Jahr erwartet.


pflichtlektüre: Herr Kreische, seit dem vergangenen Sommersemester hat sich in der Unibibliothek (UB) der TU Dortmund einiges verändert. Können Sie uns einen kurzen Überblick darüber geben?

Joachim Kreische ist seit dem Wintersemester 2010/2011 leitender Direktor der Universitäts-Bibliothek. Foto: UB Dortmund

Joachim Kreische ist seit dem Wintersemester 2010/2011 leitender Direktor der Universitäts-Bibliothek. Foto: UB Dortmund

Joachim Kreische: Neu dazu gekommen sind bis jetzt ein Abholregal für vorgemerkte Bücher, zwei Selbstausleihen und ein Bücher-Rückgabeautomat. Wir arbeiten daran, dass bis zum nächsten Frühjahr die Ausleihdienste so weit wie möglich in Selbstbedienung zur Verfügung stehen. Außerdem wollen wir dann noch einen Kassenautomaten einrichten. Neu ist auch, dass die UniCard seit September als Bibliotheksausweis benutzt werden kann.

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Warum sollen die Studenten immer mehr alleine machen? Was versprechen Sie sich von diesen Neuerungen?

Kreische: Durch die Selbstbedienungsfunktionen können viele Dienste der Bibliothek ab jetzt jeden Tag bis 1 Uhr genutzt werden. Für viele Routine-Dienste ist also nicht mehr die Anwesenheit von Personal wichtig. Die Selbstbedienungsgeräte sind außerdem so einfach zu bedienen, dass die Studenten ein weiteres Stück Selbstständigkeit in der Bibliothek dazu gewinnen.
Durch die Automatisierung werden aber auch viele Prozesse in der Bibliothek effizienter. Unsere Mitarbeiter können sich ab jetzt also noch stärker als bisher darauf konzentrieren, die Studenten zu unterstützen und beraten.

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Funktioniert nach der Umstellung denn bisher alles? Oder gibt es noch Bereiche, mit denen Sie unzufrieden sind?

Zunächst einmal muss man sagen: Die neuen Ausleihdienste haben wir innerhalb eines einzigen Jahres eingeführt. Andere Bibliotheken haben dafür meist mehrere Jahre gebraucht. Dafür ist der Einführungsprozess nahezu problemlos verlaufen. Mit der Qualität der Geräte sind wir sehr zufrieden. Der Rückgabeautomat ist momentan noch in einer Testphase. Mitte Januar soll er dann aber auch offiziell freigegeben werden.
Zusätzlich ist die UB mit der Einführung der UniCard vielen anderen Bibliotheken voraus. Allerdings sind hier tatsächlich noch einige Kinderkrankheiten zu beheben, da auch die Gerätehersteller an dieser Stelle Neuland betreten.

Wie funktioniert der Rückgabe-Automat?


Gerade in der Anfangsphase gab es aber immer wieder Warteschlangen an den neuen Ausleihgeräten. Gibt es damit aktuell keine Schwierigkeiten mehr?

Längere Wartezeiten als es sie vorher an den Ausleihtresen gab, haben wir nur in Ausnahmesituationen erlebt, bei denen wir noch mit der neu eingeführten Technik zu kämpfen hatten. Aktuell leiden wir leider mehr darunter, dass die Kommunikation zwischen der UniCard und unseren Selbstverbuchungsgeräten nicht reibungslos funktioniert. Das hat zur Folge, dass Studierende mit einer neuen UniCard die Ausleihe am Ausleihtresen vornehmen müssen. Wir arbeiten aber mit dem Hardwareanbieter unserer Geräte intensiv an einer Lösung.

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Das klingt danach, als sei die Umstrukturierung recht teuer gewesen. Wie viel musste die UB für die Veränderungen bezahlen?

Das neue Abholregal befindet sich direkt im Eingangsbereich der Bibliothek. Foto: Christian Kleber

Das neue Abholregal befindet sich direkt im Eingangsbereich der Bibliothek. Foto: Christian Kleber

Die Summe für die Investitionen lag nicht einmal bei zwei Prozent unseres Gesamtbudgets. Dadurch wurde der Service verbessert und das Personal von manuellen Arbeiten entlastet. Die Anlagen werden außerdem viele Jahre eingesetzt werden können. Deshalb halte ich das für eine sehr gute Investition. Von einer modernen Bibliothek wird heute mehr erwartet, als dass sie nur Bücher anbietet.

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Sie sprechen von einer modernen Bibliothek. Was dürfen die Studenten der TU Dortmund in Zukunft noch alles erwarten?

Erst einmal werden nächstes Jahr die Brandschutzsanierungen in der Zentralbibliothek weiter gehen. Die Zeit werden wir aber auch nutzen, um den Studenten mehr Platz für Gruppenarbeiten zu schaffen. Außerdem wird ein großer und moderner Schulungsraum eingerichtet. Ein Schwerpunkt soll 2012 die grundsätzliche Modernisierung unseres Katalog- und Datenbankangebots sein. Hier hinken Bibliothekskataloge meistens noch meilenweit dem hinterher, was wir alle von Google und Co. kennen. Das wollen wir ändern.

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