23 Tote bei Anschlag in Manchester – Ein Überblick

Mit einem Sprengsatz hat ein Attentäter gestern Abend (22. Mai 2017) in Manchester mindestens 23 Menschen getötet und weitere 59 verletzt. Unter den Opfern seien laut Medienberichten auch viele Kinder und der Attentäter selbst. Die Bombe explodierte in der Manchester-Arena nach einem Konzert der Popsängerin Ariana Grande. Wir fassen die wichtigsten Informationen zusammen.

Etwa gegen 23.30 Uhr deutscher Zeit (22:30 Uhr Ortszeit) geht bei der Polizei in Manchester ein Notruf ein: In der Manchester Arena soll es eine Explosion gegeben haben. Die Polizei in Manchester bittet die Anwohner über Twitter, den Anschlagsort zu meiden.

Die Manchester Arena liegt relativ mittig im Herzen der Stadt. Die Polizei schickt sofort Spezialkräfte dort hin.

Kurz nach dem Konzert äußert sich ein Sprecher von Ariana Grande, sie sei „okay“. Grande selbst schreibt, sie sei sprachlos:

Die Anwohner von Manchester zeigen sich nach dem Anschlag solidarisch mit den Opfern. Noch in der Nacht bieten etliche unter dem Hashtag #roomsformanchester Platz für Betroffene an.

In den frühen Morgenstunden äußert sich dann auch die britische Regierung. Premierministerin Theresa May drückt den Opfern ihr Mitgefühl aus. Der Oppositionsparteiführer Jeremy Corbyn schreibt, auch er sei tief getroffen. Er habe mit May vereinbart, den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Juni auszusetzen.

Um 8.30 Uhr deutscher Zeit informiert Polizeichef Ian Hopkins die Öffentlichkeit in einer Pressemitteilung. Der Polizist spricht vom schlimmsten Anschlag in der Region. Man habe in der Nacht mit über 400 Einsatzkräften gearbeitet. Man gehe von einem aktiven Täter vor Ort aus und habe das Geschehen als terroristischen Anschlag behandelt. Der Attentäter sei bei dem Anschlag gestorben.

Reaktionen und Hilfe im Netz

Angehörige der Opfer können im Manchester-City-Stadion unterkommen und Informationen erhalten. Das berichtet der britische Nachrichtensender BBC.

Außerdem gibt es die Möglichkeit unter dem Hashtag #manchestermissing nach Angehörigen zu suchen.

Die Welt reagiert entsetzt auf den Anschlag. Nicht nur in der Downing-Street, auch in etlichen Botschaften und Einrichtungen hängen die Flaggen auf Halbmast. Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt: „Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen.“ Deutschland stehe jetzt an der Seite von Großbritannien.

Weitere Ermittlungen laufen

Wer Fotos vom Tatort gemacht hat, soll sie laut der britischen Terrorismusspezialeinheit an die Polizei schicken und auf keinen Fall im Internet zu veröffentlichen − die Beamten haben extra eine Plattform eingerichtet.

Die Polizei hat in Süd-Manchester einen 23-Jährigen festgenommen. Auf Twitter spricht die Behörde von einer Verbindung der Festnahme zum Anschlag von letzter Nacht.

Um kurz nach 13 Uhr deutscher Zeit spricht die Queen auf Twitter von einem Schock für die ganze Nation. 

Die Bürger der Stadt gedenken im Zentrum mit einer Mahnwache:

Die Polizei ermittelt mit einer Spezialeinheit und prüft die Hintergründe der Tat. Außerdem soll ermittelt werden, ob ein Netzwerk an Tätern hinter dem Anschlag steckt. Die Terrororganisation IS hat den Anschlag für sich reklamiert – ob es wirklich ein IS-Anschlag war, ist allerdings noch unklar.

 

Beitragsbild: Zuzanna Neziri (lizensiert nach Creative Commons)

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