Spare fünf Euro, wenn Trump twittert

Ein neues Konto zu eröffnen ist in der Regel mit einigen Hürden verbunden. Der Gang zur Bank, das Durchlesen und Unterschreiben von diversen Dokumenten, die Wartezeit bis eine neue Bankkarte eintrifft. Wem der persönliche Kontakt zu einem Mitarbeiter ohnehin nicht so wichtig ist, der kann sein nächstes Konto auch einfach innerhalb von acht Minuten am Smartphone eröffnen. Wir erklären, welche Finanz-Start-ups für Studenten richtig nützlich sein können. 

Ihr Ziel ist kein geringeres als die Bankenwelt zu revolutionieren: Finanz-Start-ups, genannt Fintechs, sind die derzeit innovativsten Unternehmen im Finanzsektor. Ihr Name setzt sich zusammen aus „Financial Services“ und „Technology“; Fintechs wollen also neue, nutzerfreundliche Technologien für Finanzdienstleistungen anbieten. Maik Klotz, Experte für digitale Entwicklungen, erklärt ihr Ziel so: „Die neuen Dienste versuchen, die schon bestehenden Prozesse so zu optimieren, dass du in der Lage bist, die Banking-Prozesse schnellstmöglich abzuwickeln.“

Doch leidet unter der Nutzerfreundlichkeit dann die Sicherheit? „Nein“, sagt Klotz. Wie bei den meisten Apps legen Nutzer bei den meisten Fintechs ein Passwort für den Zugang zu den Diensten fest. Wollen sie beispielsweise eine Überweisung tätigen, müssen sie zusätzlich einen Pin-Code eingeben. Die App können sie auch mit ihrem Fingerabdruck entsperren. „Dadurch, dass im Falle eines Diebstahls das Gerät entsperrt werden muss, dann die App entsperrt werden muss und der Dieb den Überweisungs-Code knacken muss, beurteile ich das System als sicher“, sagt Klotz.

N26: Ein- und Auszahlen im Supermarkt 

Auch in Sachen Ein- und Auszahlung haben Fintechs den klassischen Banken etwas voraus. Einzahlungen werden beispielsweise bei der Online-Bank N26 nicht in einer Filiale getätigt, sondern in Supermärkten des Partners Rewe. Das spart den Kunden viel Zeit. In welcher Stadt sie sich aufhalten, spielt keine Rolle. Zum Vergleich: Bei Volks- und Raiffeisenbanken können Kunden nur in den Filialen Geld einzahlen, in deren Bereich sie auch ihr Konto eröffnet haben.

Noch mehr Zeit sparen Kunden durch den NFC-Chip, den die Master-Card von N26 enthält. Dieser ermöglicht kontaktloses Bezahlen. Die Karte muss lediglich an den Bezahl-Terminal gehalten werden und schon fließt das Geld. Sie ist eine international gültige Kreditkarte – alternativ können Kunden Kredite aber auch über die App aufnehmen.

Auch die Sparkassen haben das Potenzial von Fintechs mittlerweile erkannt und möchten mit ihrer Hilfe junge Kunden an sich binden. Das Fintech, mit dem sie kooperieren, heißt yomo, befindet sich aber noch in der Beta-Phase. Wie auch bei N26 kann der Nutzer über eine App seine Bankgeschäfte erledigen. Die Karte, die er erhält, ist zwar keine Kreditkarte, aber er kann mit ihr kontaktlos bezahlen.

Alle Konten in einer App

Wer klug ist, eröffnet sein Konto bei der Bank, die am meisten bietet. Das kann bedeuten, dass sich für Spar-, Giro- und Kreditkartenkonto jeweils eine andere Bank lohnt. Damit drei verschiedene Anbieter nicht automatisch auch drei Apps bedeuten, gibt es Lendstar. In der App kann der Nutzer auf alle Konten parallel zugreifen. Er kann sich für Überweisungen eins der Konten aussuchen uns seine Käufe nach Kategorien sortieren.

Ein weiterer Vorteil von Lendstar: Die Technologie dahinter ermöglicht es, in wenigen Sekunden Rechnungen per Direktüberweisung aufzuteilen. Das kann im Restaurant sinnvoll sein, aber auch für alle, die in einer WG wohnen. Mithilfe der App können alle WG-Mitglieder auf ein gemeinsames Konto zugreifen und dort ihre Ausgaben managen. Lendstar ist deswegen vor allem für junge Leute sehr praktisch, findet auch Mike Klotz.

Sparen, wenn Donald Trump twittert

Ebenfalls vor allem für junge Leute interessant ist die App Savedroid. Sie hilft dem Nutzer, Geld zu sparen. Zunächst muss ein Referenzkonto angegeben werden. Auf dieses darf die App dann zugreifen. Im zweiten Schritt legt der Nutzer ein bestimmtes Sparziel fest. Das kann zum Beispiel für ein Auto, Festivalkarten oder neue Schuhe gedacht sein. Anschließend werden Ereignisse festgelegt, bei denen gespart werden soll. Diese Ereignisse werden „Smooves“ genannt. Tritt ein Ereignis ein, wird der festgelegte Betrag automatisch vom Bankkonto auf das Savedroid-Konto übertragen. Ab und zu gibt es auch Aktionscodes. Mit ihnen bekommt der Sparer ein bisschen Geld geschenkt, um sein Ziel schneller zu erreichen.

Sparen ganz nebenbei

 

Beitragsbild: N26