Kirchen nehmen immer mehr Asylbewerber auf

Die Zahl der Asylbewerber, die in Deutschland Zuflucht in einer Kirchengemeinde finden, wächst momentan stetig. Wie die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl berichtet, gibt es derzeit 226 Kirchenasyle mit mindestens 411 Personen in der Bundesrepublik. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies eine Steigerung um 13 Prozent.

Zu Beginn des letzten Jahres waren es lediglich 34 Fälle von Kirchenasyl, die die Bundesarbeitsgemeinschaft verzeichnete. Innerhalb von zwölf Monaten hat sich die Zahl also um mehr als 500 Prozent erhöht. Innenminister Thomas de Maizière und andere Unions-Politiker haben die Praxis des Kirchenasyls jüngst kritisiert. Häufig würde es sich bei den Asylbewerbern um Menschen handeln, die ohne den Schutz der Kirche vom Staat in ein anderes EU-Land und nicht in ein Krisengebiet abgeschoben werden würden. Laut EU-Recht muss sich in der Europäischen Union der Staat um das Asylverfahren eines Nicht-Europäers kümmern, in den der Asylbewerber zuerst einreist.

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft trifft diese Konstellationen bei 187 von 226 Kirchenasylen zu. Der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder (CDU), bekräftigte die Kritik seines Ministers: „Ich finde es grundsätzlich problematisch, wenn Gruppen in einem demokratischen Rechtsstaat meinen, sich über das geltende Recht stellen zu können. Das gilt genauso für Kirchen und andere Religionsgemeinschaften“, sagte Schröder der „Welt“. Zuspruch für das Verhalten der Kirchen kam dagegen aus der SPD. Der stellvertetende Bundesvorsitzende Ralf Stegner sieht ein verantwortungsvollen Umgang der Kirchen mit dem Kirchenasyl. Man wisse, dass das Handeln der Kirchen meist zu einem guten Ergebnis führe.

 

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