Uni-Card 2.0 – das Gleiche in blau?

Die neue Uni-Card hat nicht nur ihre Farbe verändert. In der Mensa bezahlen, Kopien machen, E-Mails signieren – die Version 2.0 macht´s möglich. Endlich eine Karte für alles? Nein, denn der unter den Studenten so begehrte Fahrausweis passt immer noch nicht drauf. Denn die Verkehrsabteilung der Dortmunder Stadtwerke DSW21, die Sparkasse und das ITMC der TU Dortmund konnten sich bei technischen Fragen nicht einig werden.

Mit der neuen Karte können Studenten unter anderem ihr Mensaessen bezahlen. Foto: Anastasia Mehrens

Mit der neuen Karte können Studenten unter anderem ihr Mensaessen bezahlen. Foto: Anastasia Mehrens

An der Mensakasse steht der angehende Wirtschaftsingenieur Jannes Zegler – er ist der einzige Kartenzahler innerhalb einer Stunde. „Eigentlich bezahle ich mit der Karte, weil ich Geld drauf geladen habe, um etwas kopieren zu können. Sonst zahle ich immer in bar“. Das Geld ist noch auf der Karte geblieben, weil die Anmeldung damit an den Kopiergeräten in der Zentralbibliothek noch nicht möglich ist.

Dabei soll die Uni-Card 2.0, herausgegeben von der Sparkasse Dortmund, mit ihrer neuartigen Kontaktlos-Technologie Maßstäbe deutschlandweit setzen. Auf dem ganzen Campus zu bezahlen, ohne die Karte aus dem Portemonnaie zu zücken, ohne PIN-Eingabe und Unterschrift: wer will das nicht? Offen bleibt, ob die gesparten zehn Minuten in der Mensa-Schlange sich wirklich lohnen, angesichts der Missbrauchsgefahr durch Dritte, wenn die Karte ohne PIN-Schutz verloren geht.

Der Fahrausweis bleibt vorerst auf Papier

Ursprünglich standen bei der technischen Gestaltung der Karte zwei Optionen zur Auswahl: bar- und kontaktlose Bezahlfunktion oder das E-Ticket für den Nahverkehr. Die Univerwaltung und das ITMC entschieden sich für die erste Variante: eine Wahl, die von den Studenten nicht gerade favorisiert war. „Der explizite Wunsch nach einer Karte mit bargeldloser Bezahlfunktion ist an uns von Studenten nie so herangetragen worden“, sagt Asta-Referent Marc Hövermann.

Das Anmelden an den Kopiergeräten ist noch nicht möglich. Foto: Anastasia Mehrens

Das Anmelden an den Kopiergeräten ist noch nicht möglich. Foto: Anastasia Mehrens

Zwar begrüßte er die Sicherheitsstandards der Uni-Card 2.0, die als „nicht knackbar“ gilt und dass der Vertragspartner für die Verschlüsselung ein von den Universitäten getragener Verein ist.

Er bedauerte jedoch zugleich, dass es nicht gelungen sei, den Fahrausweis auf den Kartenchip zu bringen. An dieser Stelle ist die neue Karte – in der in Dortmund so populären königsblauen Farbe – ganz die alte geblieben.

Weniger kritisch sieht es Josef Hüvelmeyer vom ITMC: „Es gibt Studenten, die ‚Ticket-to-Print‘ gut finden, vor allem wenn man abends ausgeht und sich die Fahrkarte beliebig oft in jedem Internetcafe ausdruckt.“

Neue Technologie soll Trends setzen

Laut Sparkasse sollen zum zweiten Halbjahr 2012 rund 45 Millionen SparkassenCards mit der neuen Kontaktlos-Technologie ausgestattet werden. Schon jetzt gebe es in der ganzen Bundesrepublik etwa 600.000 Stellen und Geschäfte, an denen die neuen Karten akzeptiert werden.

Die in Dortmund benutzte Bezahlfunktion wird neben Sparkasse von mehreren Anbietern gestellt. Das erlaube, so Josef Hüvelmeyer, mehr Flexibilität bei der Wahl der Vertragspartner, wenn der Kontrakt mit der Sparkasse ausläuft.

2 Comments

  • Hallo,

    natürlich kann man die Geldkartenfunktion der UniCard 2.0 auch nutzen, um auf den öffentlichen Kopierern Ausdrucke und Kopien zu bezahlen. Das im Artikel geschilderte Problem war (zum Glück) nur ein vorübergehendes, das vom Dienstleister kurzfristig behoben wurde.

    Mit freundlichen Grüßen
    Norbert Gövert
    Stellvertretender Bibliotheksleiter

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