Duell: Weihnachtsmann oder Christkind?

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Weihnachten steht vor der Tür und alle warten gespannt auf den Weihnachtsmann. Alle? Nein, nicht alle! In viele deutsche Haushalte kommt schließlich das Christkind. Aber wer von beiden ist nun wirklich besser? Die pflichtlektüre-Autorinnen Tanja Denker und Laura Lucas sind da geteilter Meinung.

WEIHNACHTSMANN
CHRISTKIND
Ich weiß eigentlich gar nicht, was es da zu diskutieren gibt: Dass der Weihnachtsmann viel cooler als das Christkind ist, liegt doch auf der Hand! Oder würde irgendjemand einen großen, dicken, bärtigen Kuschelbär gegen ein nur leicht bekleidetes kleines Lockending tauschen wollen? Also ich nicht.Zum Coolnessfaktor vom bärtigen Kuschelbär zählt auch Folgendes: Wie in Persil gebadet flutscht der Weihnachtsmann in den Schornstein rein – und wieder hinaus! Ohne die rote Tracht zu verdrecken oder zu verknittern. Super cool!

Respekt, Vertrauen, Arbeitserfahrung

Bart und Bauch bedeuten Respekt und Vertrauen. Beides passt nicht wirklich zum kleinen Christkind. Selbst noch ein Kind und halb in den Windeln soll es allein die große Verantwortung tragen, 2 Milliarden Menschen mit Geschenken zu versorgen? Also jetzt mal im Ernst. Außerdem sieht man dem Weihnachtsmann ja wohl an, dass er mehr Lebens- und Arbeitserfahrung mitbringt. Bart und Bauch wachsen schließlich nicht alleine, mit ihnen werden auch Leistung und Belastbarkeit größer. Und internationale Erfahrungen weist sein Lebenslauf auch auf: Alle Welt liebt Santa Clause oder den Père Noёl. Interkultureller Austausch, ja die Globalisierung wird durch den Weihnachtsmann vorangetrieben! Ho, ho, ho! Oder wie unsere französischen Freunde sagen würden: O, o, o!

Argumente aus der Praxis

Kommen wir zu Beispielen aus der Praxis und somit zu den drei wichtigsten Argumenten, die eindeutig beweisen, dass der Weihnachtsmann das Christkind ohne Probleme aussticht:
– Praxisargument Nummer 3: Kleine Kinder können im Kaufhaus nicht auf dem Schoß vom Christkind sitzen (das wäre sowohl für den Oben- als auch für den Unten-Sitzenden kein schönes Erlebnis).
– Praxisargument Nummer 2: Das Christkind ist zu jung und zu schwach um den Rentierschlitten zu steuern (und wenn es keinen Rentierschlitten gibt – was wird dann aus Rudolph?!).
– Und Praxisargument Nummer 1: Papa sieht blöd aus im Christkindkostüm!!

„Leicht bekleidetes, kleines Lockending“? Aus welcher zwielichtigen Zeitschrift stammt denn dieses Bild? Ich für meinen Teil finde süße, blonde Engel wesentlich sympathischer, als schlecht rasierte, alte Männer, die nach nassem Rentier riechen.

Davon abgesehen, finde ich es eh viel glaubwürdiger, dass das schmale Christkind unbemerkt durchs Haus schleichen soll, als der Weihnachtsmann. Während der sich mit großem Radau durch den Schornstein zu zwängen versucht, sch… einem die wartenden Rentiere eh nur aufs Dach. Da lobe ich mir das lautlose Christkind, das mit seinen eigenen Flügelchen unterwegs ist und somit auch noch wesentlich tierfreundlicher als der Weihnachtsmann. Ich jedenfalls glaube, dass sich Rudolph was besseres vorstellen kann, als jedes Jahr so einen blöden Schlitten zu ziehen. Der Arme hat’s bestimmt schon in den Knochen.

Der Weihnachtsmann: Gallionsfigur des Konsums

So Freunde, und jetzt mal ehrlich: Wir alle wissen, dass der Weihnachtsmann nichts weiter ist, als eine besonders erfolgreiche Erfindung eines bekannten amerikanischen Herstellers von brauner Prickelbrause. Damit ist der Weihnachtsmann eine bloße Aufforderung zum hemmungslosen Konsum und hat nur wenig mit Besinnlichkeit zu tun. Schon klar, der Weihnachtsmann geht auf den Nikolaus zurück. Aber der kommt schließlich am 6.12., also kommt am 24.12 das Christkind. Basta.

Dem Christkind hingegen haben wir richtig was zu verdanken: Es ist der Herold der Emanzipation. Es zeigt uns seit Jahrtausenden, was Frauen alles schaffen können und das laaaange bevor, das Wort „Frauenquote“ in aller Munde war.

Rot und Weiß höchstens auf Pommes zu ertragen

Für mich als BVB-Fan ist die Kombination von Weiß und Rot höchstens auf meinen Pommes erträglich. Edles Gold finde ich da schon schicker, vor allem zur Weihnachtszeit. Das Christkind ist einfach besser, und vor allem beliebter: Nicht umsonst heißt es schließlich Christkindlmarkt, Christstollen, Christbaum, usw. Wir brauchen keinen Weihnachtsmann. Den Papa haben wir damals ohnehin schon immer an seinen Schuhen und dem Gummiband am Bart erkannt. Die Mama hingegen macht mit der blonden Lockenpracht heute noch eine tolle Figur. Und an Karneval kann man mit der Perücke prima als Thomas Gottschalk gehen.

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Foto: stockxchng/bizior, Montage: Steinborn/Patzwald, Teaserfoto: birgitH/pixelio.de

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