Duell: Mensa oder selbst gekocht?

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Tausende Studenten tigern Mittag für Mittag in die Mensen. Vor dem nächsten Seminar noch schnell etwas in den Magen bekommen, aber bitte schnell und günstig. Da kommt die Mensa gerade recht: Reingehen, bezahlen, essen und sich ganz nebenbei mit Freunden und Kommilitonen unterhalten.  Oder doch lieber selber kochen? Da weiß man wenigstens, was genau da auf dem Teller landet. Und Spaß macht die Küchenschlacht mit den Mitbewohnern auch noch. Mensaessen oder selbst gekocht, das ist also hier die Frage.

pro contra
12 Uhr- endlich Zeit für´s Frühstück oder es muss zumindest eine Ablenkung von den langweiligen Vorlesungen her- also ab in die Mensa. Es soll gerade die Mensa sein, weil die Pommes aus der Galerie schon langsam aus dem Hals raushängen und im Sonnendeck ist das Anstehen viel zu chaotisch. Und dann noch die Preise. Also unter drei Euro gibt es nichts Warmes im Sonnendeck. Mensa Essen ist günstig und die Auswahl ist groß: Drei Tagesgerichte mit Vor- und Nachspeise und daneben gibt es auch noch ein Buffet und den obligatorischen Gyros von der Grillstation. Nicht zu vergessen vegetarisches, veganes oder ganz luxuriöses Essen in der Vitalbar. Was will man mehr für den großen Hunger zwischendurch?

Frustration beim Einkaufen

Wenn ich mir vorstelle, das alles zu Hause selber zu machen: Es fängt ja schon beim Einkaufen an: Vor dem großen Regal im Supermarkt stehen und lange entscheiden, welche der 15 Sorten Nudeln nehme ich jetzt. Fertigsoße, frische Tomaten oder doch die aus der Dose? Die Schlange an der Kasse ist natürlich ätzend lang und der ältere Herr vor mir besteht darauf den Einkauf passend zu bezahlen. Cent für Cent. Auf dem Weg nach Hause klingelt das Handy, im besten Fall reißt dann noch die Tüte und zur Krönung muss noch in den vierten Stock. Frustration kommt auf!

Endlich oben angekommen, muss ich auch noch alles kochen. Dafür gebe ich dann auch noch Geld für Gas-, Wasser- und Strompreise aus. Ich hab das mal durchgerechnet. Laut dem Kundenservice der DEW21 verbrauche ich beim Kochen einer Packung Spaghetti Bolognese rund 50 Cent für Wasser, Strom und Gas. Die Packung Spaghetti von Mirácoli kostet rund 1,50 Euro, ein Nachtisch muss auch noch her- also nochmal 30 Cent. Gut, kostet genau so viel wie in der Mensa, aber bedenke man den Aufwand vorher. Und jetzt noch die Frage: Wer spült ab? Alles viel zu anstrengend!

Keiner muss kochen

„Mensen“ gehen ist doch viel entspannter: Reingehen, anstehen, bezahlen, und einen Platz suchen.  Beim Essen kann ich dann auch noch vom Teller meines Kumpels probieren, die Mädels lassen sowieso meistens ein paar Essenreste über- satt wird man auf alle Fälle. Keiner muss schleppen, keiner muss kochen, keiner muss spülen. Einfach das Tablett abstellen und wenn man dann noch freundlich ist, schmeißt man die Servietten auch noch in den Müll- ist doch alles viel praktischer.

Klar ist es schön, schnell und einfach, zwischen den Seminaren mal eben zur Mensa zu gehen, für kleines Geld ein warmes Essen zu bekommen – und man muss noch nicht mal abspülen. Teller wegbringen – fertig. Trotzdem gehe ich fast nie in die Mensa, und das hat nichts damit zu tun, dass die Spülmaschine ein liebgewonnenes Mitglied der WG-Familie ist. Zugegeben: Die Mensa ist günstig. Gruselig günstig. Für weniger als zwei Euro bekomme ich eine Bratwurst mit Kartoffelpüree, ein guter Preis. Den Dönerteller gibt es für vier Euro, beim Türken um die Ecke kostet eine vergleichbar große Portion mindestens sechs Euro. Es gibt allerdings eine noch günstigere, leckerere und lohnenswertere Alternative: Selbst kochen.

Liebe geht durch den Magen

Schafft man Bachelor und Master in Regelstudienzeit, ist nach  spätestens fünf Jahren der Mensa-Spaß vorbei. Die meisten Erstsemester kommen gerade erst aus der Schule und wurden bis zum Studium entweder von den Eltern bekocht oder aßen in den – immer mehr werdenden – Ganztagsschulen Da ist es schwer, sich ein ausgewogenes Rezept-Repertoire anzueignen.

Nach den fünf Jahren steht man also als Mensa-Mitesser vor dem Herd, und alles, was einem einfällt, sind Nudeln mit Ketchup – nicht gerade nahrhaft. Wer schon während des Studiums gekocht hat, ist da klar im Vorteil. Was auch bei Dates gut kommen kann: Schließlich geht Liebe… ihr wisst schon.

Viele gute Ideen

Außerdem wird man nirgends so schnell und direkt für seine Arbeit belohnt wie beim Kochen. Vielleicht steht man eine halbe Stunde in der Küche, belohnt sich aber direkt danach mit einem guten Essen, von dem man auch weiß, was drin ist – und isst auch noch mit dem guten Gefühl, das gerade selbst gemacht zu haben. Die Ausrede, man kenne keine Rezepte, gilt auch nicht: Das Internet ist voll mit guten Ideen.

Bleiben noch der Preis und die soziale Komponente.  Nehmen wir als Referenz den Döner-Teller mit Hähnchen, vier Euro also. Ein ganzes Hähnchen von der Frischtheke im Supermarkt kostet rund 5 Euro. Dazu Kartoffeln und Buttergemüse – zu, sagen wir, 1,50 Euro pro Beilage. Dazu kommen die Gewürze, die sowieso schon im Haus sind – macht in einer Zwei-Personen-WG vier Euro pro Nase, genau so viel wie der Dönerteller, ist aber weitaus mehr, leckerer und vor allem selbstgemacht. Wer alleine lebt nimmt einfach die kleineren Portionen, die, absolut gesehen, noch günstiger sind.

Letzter Punkt also: Die soziale Komponente. Aber warum nicht einfach mit den Mitbewohnern kochen oder die Freunde zum gemeinsamen Essen nach Hause einladen? Macht mit Sicherheit mehr Spaß, ist noch kommunikativer, günstiger und leckerer als der Besuch in der Mensa.

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Foto: stockxchng/bizior, Montage: Steinborn/Schweigmann, Teaserfoto: Rainer Sturm/pixelio.

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