Definitionssache

Situationskomik ist, wenn auf dem Weg zum Düsseldorfer Flughafen drei Leute gleichzeitig an ihr Handy gehen und synchron „Ich bin im Zug!“ rufen. Wiederholung bedeutet, wenn der Mensaspeiseplan Ende Juni genauso aussieht wie Anfang Oktober und es immer Lasagne gibt, wenn sich auch Rinderhack mit Zaziki im Plan findet (falls jemand vom Akafö das hier liest: Kann man die guten Gerichte nicht besser verteilen?).

September ist, wenn es in den Läden die ersten Lebkuchen gibt. Tiefflieger sind Tauben, die im U35 Tunnel eigentlich nichts verloren haben. Das Bummsinchen ist ein Stoßdämpfer für Toilettentüren, damit die dünnen Toilettenwände keinen Schaden nehmen, wenn weibliche Sanftmut etwas härter ausfällt. Weibliche Scham ist, wenn jegliche Geräusche in der Damentoilette mit Spülorgien übertönt werden. Fahrlässigkeit ist die Erwartungshaltung von älteren Generationen an heutige Studenten. Bulimie-lernen ist, wenn man fünf Klausuren in einer Woche schreibt. Frei nach dem Motto „geleert werden statt gelehrt werden“.

Respektlosigkeit ist, wenn Kollegen ungefragt meinen Kittel benutzen und dreckig zurück hängen. Kunst an der Ruhr Uni ist mir wiederum schleierhaft. Manchmal ist eine matt silberne Platte an einer Betonwand schon eine Plakette würdig, die auf die Kunst aufmerksam macht. Das bringt mich zur Grauzone von Prüfungsordnungen, welche entweder komplett ignoriert oder so ausgelegt werden, dass dem Professor hinterher kein Vorwurf gemacht werden kann. Rassismus ist nicht, wenn zufällig der Türke aufgrund von wiederholten schlechten Leistungen exmatrikuliert werden müsste. Ein Parkhaus ist eigentlich ein Ort, in dem ich einen Regenschirm nicht brauchen möchte. Champagnerprobleme haben meiner Meinung nach die Leute, deren Porsche eine Panne auf dem Campus hat und deshalb ein paar Minuten einer Vorlesung versäumt werden.

Was sich deutlich herauskristallisiert ist, dass Definitionen subjektiv sind. So subjektiv, dass es heutzutage kaum noch etwas bedeutet, wenn man benotet wird. Die Definition von guten und schlechten Noten ist in den letzten Jahren so verzerrt worden, dass eine 1,7 bedeuten kann, dass jemand fast sehr gut ist – kann aber auch bedeuten, dass der Studierende zwar ein paar Dinge wusste, jedoch ein Wackelkandidat ist. Woher das kommt? Gute Noten der Studierenden geben an, wie verständlich eine Vorlesung war. Zumindest glauben dies ehrgeizige, prestigegeile und menschlich deformierte Dozenten.

Einige Professoren würden gerne die Bandbreite von 1,0 bis 4,0 ausnutzen, aber besagte Kollegen machen dies menschlich fast unwürdig. Eine ehrliche Benotung mit einer 2,0 für zum Beispiel eine Bachelorarbeit könnte die Zukunft des Studierenden versauen. Ob die Nutzung der Bandbreite auf Kosten des Studierenden und seiner Zukunft für einen ehrlichen Menschen verantwortbar ist? Ich würde sagen: Definitionssache.

3 Comments

  • Anonym sagt:

    Worum ging es in dem Artikel eigentlich? Das Intro war viel zu lang, das eigentliche Thema einfach nur oberflächlich angekratzt. Das nennt ihr Journalismus? Das ist nicht mal für ein Kommentar gut, das ist Schrott. Wer veröffentlicht sowas?

  • Ann sagt:

    Wunderbar unterhaltsam geschrieben und einiges (Unangenehmes) auf den Punkt gebracht. Gerade bezüglich Benotungen fragt man sich häufig warum der gegebene Notenspielraum anscheinend nur begrenzt genutzt wird und muss seine subjektive Definition von wohlverdienten Bewertungen häufig anpassen….warte auf den Zeitpunkt an dem ähnliche Formulierungen wie die eines Arbeitszeugnis die Abschlußzeugnisse zurechtrücken: evt. muss man „stets den Professoren mit seiner sehr guten Leistung vollstens überzeugt haben“, damit zukünftig eine 1,0 wirklich wieder etwas wert ist.

  • Hopfi sagt:

    Ja, das mit der Mensa ist irgendwie immer so. Ich komm zwar aus Dortmund, aber bei uns ist das auch so, zum Beispiel gibt es Gleichzeitig Pestonudeln und Kartoffeltaschen 😉 (ich dachte ich nutz das mal und schließ mich hier mal an, falls das Studentenwerk auch mitliest)

    Zum Thema Definitionen: Die sind auf jeden Fall subjektiv. Ich hatte grad vor ein paar Tagen mit meiner besten Freundin eine Diskussion über die Definition von Niveau. Das sieht wahrscheinlich jeder anders. Hinzu kommt noch, dass sowas auch noch Situationsabhängig ist. Was einem im einem Moment Niveaulos erscheint, kann in einem anderen Zusammenhang oder einer anderen Situation doch Niveauvoll sein.

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