Wissenswert: Warum haaren Tiere?

wissenswert-tierhaareSobald der Frühling an die Tür klopft, die ersten Tage über zehn Grad anzeigen, können Tierbesitzer ein allgemein bekanntes Phänomen beobachten. Ihre Haustiere fangen an, ihr Fell zu verlieren. Für die Menschen oft unglaublich nervig und zeitraubend – aber für die geliebten Vierbeiner von wichtiger Bedeutung. 

Die meisten Tiere wechseln zweimal im Jahr ihr Fell. Der jeweilige Haarwechsel kann dabei bis zu acht Wochen dauern. Im Frühjahr verlieren sie ihr dickes Winterfell und im Herbst bauen sie fast unbemerkt ihr Winterfell für kalte Tage auf.  Dabei folgt jedes einzelne Haar einem Lebenszyklus, der genau vorgegeben ist. Angetrieben wird dieser Zyklus von den jahreszeitlichen Veränderungen wie Licht und Temperatur. Grundsätzlich gibt es Unterschiede zwischen reinen Wohnungstieren und solchen, die auch draußen leben. Wohnungshaustiere werden aufgrund von gleichmäßigen Raumtemperaturen kaum zu einem jahreszeitabhängigen Fellwechsel angeregt. Trotzdem verlieren auch Wohnungstiere ihr altes Fell und ersetzen es durch ein neues. Das geschieht aber kontinuierlich.

Foto: Flickr/Beate Kuczera

Die Unterwolle: Im Winter ein Kälteschutz, im Sommer überflüssig. Foto: Flickr/Beate Kuczera

Frei lebende Tiere werden den natürlichen Temperaturen jeden Tag ausgesetzt. Dementsprechend intensiv ist ihr Fellverlust im Frühjahr und ihre Fellzunahme im Winter. Zum Vergleich: Katzen besitzen im Durchschnitt ca. 25.000 Haare pro Quadratzentimeter und damit ein deutlich dichteres Fell als Hunde. Diese haben dagegen nur 1.000 bis 9.000 Haare pro Quadratzentimeter – je nach Hunderasse. Im Winter bekommen Katzen und Hunde eine besonders dichtes Fell, viele sogar eine Unterwolle. Dieses dickere Fell schützt die Haut vor allem vor Kälte, Nässe und Schmutz. Im Frühjahr werfen sie über mehrere Wochen diese Wolle ab, da sie für die Sommertage viel zu warm ist. So erhalten sie ihr leichtes, dünneres Sommerfell.

Sobald die Tiere im Frühling ihr Fell verlieren, können die Tierbesitzer mit regelmäßigen Bürsten nachhelfen. Gefährliche unverdauliche Haarballen, die den Verdauungstrakt festsetzen, werden so dezimiert.  Außerdem haben die Vierbeiner es leichter, ihr Fell sauber zu halten. Denn durch das ständige Bearbeiten werden kleine Talgdrüsen in der Haut angeregt, Fett abzusondern. Dieses Fett macht das Fell geschmeidig und vor allem undurchlässig gegen Nässe, Kälte und Schmutz. Diesen Schutzmechanismus brauchen die Tiere sowohl im Winter wie auch im Sommer.

Beitragsbild: Barbara Müller-Walter/flickr.com