RUB: Kinderlähmung erfolgreich mit Nabelschnurblut behandelt

Bochum. Medizinern der Ruhr Universität Bochum ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, zerebrale Kinderlähmung mit körpereigenem Nabelschnurblut zu behandeln. In der Zeitschrift „Case Reports in Transplantation“ berichteten sie von Erfolgen bei der Therapie eines zweieinhalbjährigen Jungen, der nach einem Herzstillstand mit schwerem Hirnschaden gelähmt im Wachkoma gelegen hatte.

Die Überlebenschancen des Jungen sollen bei sechs Prozent gelegen haben. Die Mediziner spritzten ihm Nabelschnurblut, das nach seiner Geburt eingefroren worden war. Laut Angaben der Ärzte besserten sich die Symptome bereits nach zwei Monaten, das Kind konnte wieder sehen, sitzen, lächeln und einfache Wörter sprechen. Nach mehr als drei Jahren Behandlung lernte er selbstständig zu essen, mit Hilfe zu laufen und einfache Sätze zu bilden. Die Forscher können nicht eindeutig bestätigen, was die genaue Ursache der Genesung ist. Es sei aber schwierig, die Fortschritte mit der Standard-Therapie zu erklären.

Als der Junge Ende 2008 ins Wachkoma fiel, gab es keine Behandlung für die Ursachen dieser sogenannten zerebralen Kinderlähmung, sodass die Eltern des Kindes nach alternativen Therapien suchten. Sie fragten die Mediziner der RUB nach Möglichkeiten, das bei der Geburt eingefrorene Nabelschnurblut ihres Sohnes zu nutzen.

Die Nabelschnurblut-Therapie ist eine teilweise umstrittene Methode, bei der den Patienten Nabelschnurblut intravenös gespritzt wird. Vorausgegangene Versuche von Forschern der RUB an Ratten hatten gezeigt, dass die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen schnell zu geschädigten Stellen am Hirn wandern. Bereits im März berichteten koreanische Mediziner erstmals von Erfolgen bei der Behandlung von zerebraler Kinderlähmung mit körperfremdem Nabelschnurblut.

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