Asta warnt vor Betrügern

Spenden für den „Landesverband für behinderte und taubstumme Kinder“ ? Was nach einem gutem Zweck klingt, ist eine Masche: Trickbetrüger geben sich als Taubstumme aus und zocken die Leute ab. Auch am Dortmunder Campus sind laut Asta einige Studenten auf den Betrug hereingefallen.

Warnung vor der Masche: Bundesweit gibt es mehrere Betrugsfälle um Spenden für den "Landesverband für behinderte und taubstumme Kinder". Foto: Polizei Lüneborg/OTS

Warnung vor der Masche: Bundesweit gibt es mehrere Betrugsfälle um Spenden für den "Landesverband für behinderte und taubstumme Kinder". Foto: Polizei Lüneburg/OTS

„Zuletzt habe ich sie vor ein, zwei Wochen gesehen. Die geben sich selbst als taubstumm aus, rennen mit Unterschriftenlisten rum und kassieren Geld von den Studenten“, sagt Johannes Blömeke, Referent für Hochschulpolitik beim AStA. „Ich habe die Unterschriftenlisten gesehen. Das sind nur Excel-Tabellen. Es gibt keine offiziellen Logos, kein Siegel und keinen Stempel. Der Verein ist uns nicht bekannt. Wir konnten keinen Verantwortlichen finden.“

Alle Anzeichen deuten also darauf hin, dass der Landesverband überhaupt nicht existiert. Ähnliche Fälle mit dem „Landesverband für behinderte und taubstumme Kinder“ gab es in mehreren deutschen Städten, so in Berlin, München oder Lüneburg.

Um die Studierenden zu warnen, hat der AStA deshalb an vielen Standorten auf dem Campus Plakate aufgehangen und um Rückmeldung gebeten, falls man bereits auf den Trick hereingefallen sein sollte.

Platzverweis und verstärkte Kontrollen

Die Betrüger indessen hätten mittlerweile einen Platzverweis von der Uni bekommen, so Blömeke. Zudem kümmert sich die Abteilung für infrastrukturelle Angelegenheiten und Liegenschaften darum, dass verstärkt durch Wachpersonal kontrolliert wird.

Als pflichtlektüre den Pressesprecher der Polizei in Dortmund, Kim Freigang, den Fall an der TU beschreibt, war dieser  erstaunt: „Von so einem Fall am Campus habe ich nichts gehört. Ich kenne das aber aus der Innenstadt. Da ist mal etwas Ähnliches passiert, das auch mit Taubstummen zu tun hatte“.

Über hundert Rückmeldungen

Dortmunds Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel erklärt, bei der geschilderten Situation handele es sich wohl um einen „Spenden- und Bettelbetrug“. Betrug zeichne sich nämlich durch Täuschung aus.

Betteln an sich sei zwar erlaubt, werde jedoch zum Betrugsfall, sobald ein falscher Zweck vorgespielt wird. „Der Spender geht ja davon aus, eine bestimmte Sache, zum Beispiel einen guten Zweck, zu unterstützen“, sagt Holznagel. Ist der wahre Zweck aber ein Anderer, so spricht der Jurist von „Zweckverfehlung“. Und das sollte angezeigt werden.

Doch dabei gibt es ein Problem: Der Geschädigte muss erst einmal erfahren, dass er „Abzockern“ auf den Leim gegangen ist. Dafür sorgt derzeit die Plakat-Aktion des AStA: „Es gab schon jede Menge Rückmeldungen – dreistellig“, sagt AStA-Referent Johannes Blömeke.

Plakate schaffen Öffentlichkeit

Eine Hürde bei der Verfolgung der Betrüger durch die Justiz sind kleine Spendenbeträge. Denn oft sind diese so gering, dass viele Geschädigte lieber auf einen oder zwei Euro verzichten, als sich noch wochenlang mit der Sache herum zu schlagen.

Oberstaatsanwältin Holznagel hat auch dafür eine Lösung parat. So könnten sich mehrere Betroffene zusammenschließen und gemeinsam zur Polizei gehen. Ob die betroffenen Studenten diesen Weg gehen wollen, steht noch nicht fest: „Noch sammeln wir“, sagt Blömeke.

Aktiv wird die Staatsanwaltschaft übrigens nur bei Schäden ab 50 Euro. Bei nierigeren Beträgen muss der Geschädigte selbst Anzeige erstatten.

Im Zweifel zur Polizei

Aber wie oft treiben Trickbetrüger eigentlich ihr Unwesen in Dortmund? „Das ist nichts alltägliches, aber eine Sache, die die Polizei das ganze Jahr über begleitet. Vom Enkeltrick bis zum Schockanruf“, sagt Freigang.  „Dass wir am Campus gehäuft solche Fälle haben, ist nicht so.“

Dennoch: Sowohl die Polizei als auch der AStA empfehlen (auch außerhalb des Campus) vorsichtig zu sein und immer darauf zu achten, was man unterschreibt. „Niemand ist unterwegs, um Geld zu verschenken. Wenn einem etwas spanisch vorkommt, sollte man sich an die Polizei wenden“, sagt Freigang.

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