Gremienwahlen: Die TU Dortmund hat gewählt

Von Dienstag bis Donnerstag standen an der TU Dortmund Gremienwahlen  an. Alle Studierenden konnten ihre Vertreter für den Senat und die Fakultätsräte aller 16 Fakultäten wählen. Die Studierenden der Fakultät 12 bestimmten außerdem ihre Gleichstellungsbeauftragte. Die Wahlbeteiligung aller Abstimmungen lag im Schnitt unter fünf Prozent. Dabei wären die Wahlen eine gute Möglichkeit gewesen, Einfluss auf wichtige Entscheidungen an der Uni Dortmund zu nehmen.

Der Senat ist das oberste beschlussfassende Organ einer Universität. Er berät über Angelegenheiten der Forschung, Lehre und des Studiums. Er kann z.B. die Prüfungsordnung ändern und muss den Rektor im Amt bestätigen.

Wählerin

Für die Besetzung des Senats stimmten 896 Studierende ab. Teaserbild: Rolf van Melis / pixelio.de, Foto: Alexander Hauk / pixelio.de

Für die vier studentischen Vertreter im Senat standen insgesamt 41 Kandidaten und Kandidatinnen aus insgesamt vier Listen zur Wahl. Wie bei den Bundestagswahlen handelt es sich bei den Abstimmungen zum Senat um Verhältniswahlen, bei denen sich einzelne Kandidaten zu Gruppen zusammenschließen. An der Uni werden diese allerdings oft nicht von politischen Parteien gestellt, sondern von freien Interessensvertretungen.

Diesjährige Wahlbeteiligung sehr gering

Für die Gremienwahlen zu Senat und Fakultätsräten waren diesmal 28 238 Dortmunder Studierende wahlberechtigt. Für die Besetzung des Senats stimmten gerade mal 896 ab, was einer Wahlbeteiligung von 3,1 Prozent entspricht.  In den einzelnen Fakultäten war die Beteiligung nur geringfügig höher.

„Die Wahlbeteiligung ist immer sehr niedrig, da viele Studenten gar nicht wissen, was Senat und Fakultätsräte eigentlich so machen, sagt Marc Hoevermann, frisch gewählter Senator der Liste “Studis für Studis“. „Dass sie so niedrig ist, hat mich aber auch schockiert“, meint er.

Bei den Senatswahlen vor einem Jahr lag die Wahlbeteiligung immerhin noch bei knapp elf Prozent. Da fielen sie aber auch mit den Wahlen zum Studierendenparlament zusammen. Die StuPa-Wahlen mussten allerdings zuletzt immer wieder verschoben werden.

Überzeugende Mehrheit bei „Studis für Studis“

Die Gruppe „Studis für Studis“ konnte jedenfalls fast fünfzig Prozent aller Stimmen auf sich vereinen und stellt für die kommenden beiden Semester drei der vier studentischen Senatoren. Neben Marc Hoevermann sind das Johannes Blömeke, und Jasper König. Der vierte studentische Vertreter ist Sebastian Schramm aus der Vereinigung APFEL: Aktive Politik für erfolgreiche Lernbedingungen. Jasmin Turgay von den Grünen ist erste Vertreterin.

417472_original_r_b_by_dieter-schutz_pixeliode

Auch in diesem Jahr liegt die Wahlbeteiligung am Boden. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Johannes macht keinen Hehl daraus, dass jede Gruppe vor der Wahl unterschiedliche Ziele formuliert hatte.  „Mein Ziel und das von uns Senatsvertretern ist es aber, auf jeder Ebene mit allen Studierenden zusammenzuarbeiten“, betont er. Gerade da es im Senat um die Vertretung aller Studierenden an der TU gehe, sei es so schade, das kaum jemand wählen gehe.

„Als Senat können wir zum Beispiel über eine Änderung der Grundordnung der Universität abstimmen oder die Förderung von Forschungsvorhaben fordern“, betont auch Jasper, als einziger der vier Studi-Senatoren neu im Amt.

Konkret wollen die Studierenden für eine einheitliche Regelung der Anwesenheitspflicht in Seminaren einstehen. Weiterhin soll geklärt werden, ob es wegen der doppelten Abijahrgänge neue NC-Zugangsbeschränkungen geben muss.

Schwierigkeiten aus dem Weg räumen

Johannes und Marc sind außerdem beim AStA engagiert und wissen aus Gesprächen mit Kommilitonen auch von der Schwierigkeit, sich beim Uniwechsel Scheine anrechnen zu lassen.

„Es gibt sogar Lehramtsstudenten, die von der Ruhruni aus Bochum kommen, um in Dortmund ihren Master zu machen, um dann kurz vor ihrer Abschlussprüfung immer noch nicht genau zu wissen, welche Scheine sie sich jetzt anrechnen lassen können und welche nicht, meint Marc.

In wie vielen Bereichen die studentischen Abgeordneten wirklich etwas ändern können, wird sich zeigen. Schließlich müssen sie stets mit den Gegenstimmen der anderen Senatsmitglieder rechnen. Das sind dreizehn Hochschullehrer, vier akademischen sowie vier nicht akademische Mitarbeiter der Universität.

Doch auch als höchstes akademisches Beschlussgremium der TU hat der Senat nicht in allen Bereichen Mitspracherecht. Dazu zählt die viel diskutierte Taktung der U-Bahnen an der Uni. Oder aber die Verwaltung der Toiletten und der Mensa. Die Mensa ist nämlich in der Hand des Studentenwerks, einer unabhängigen privaten Körperschaft.

Die Fakultätsrate haben ähnliche Aufgaben, wie der Senat. Sie sind  die obersten Organe auf Ebene der Fakultäten. Sie setzen sich mit der Verteilung von Geld und Sachmitteln auseinander oder tagen über Personalfragen. Häufiger Streitpunkt hier: die Neubesetzung von Lehrstellen. „Oft können sich die betroffene Fakultät und das Rektorat nicht auf einen Kandidaten einigen und dann muss verhandelt werden“, so Marc. Er war selbst bis zuletzt lange im Rat der Fakultät 12 vertreten, hat sich aber nicht wieder aufstellen lassen, um für den Senat kandidieren zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.